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Wesentlich ist der Inhalt

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Spiel, Spaß, Spannung UND Schokolade. Kennen Sie diesen Werbeslogan noch? Natürlich handelt es sich hierbei um das Überraschungsei, kurz „Ü-Ei“. Was habe ich früher diese kleinen Ü-Eier geliebt. Durch Schütteln und Wiegen auf der Obstwaage konnte ich sehr oft eine heiß begehrte Sammelfigur ergattern (für Insider: 37g war meistens eine Figur). Die glitzernde Verpackung und Schokolade waren dabei zweitrangig. Weshalb erzähle ich vom Ü-Ei? Ich glaube so ein Ü-Ei hat viel mit unserem Leben und Glauben zu tun. Eine glitzernde Schale ist schön anzusehen, doch nicht das Wesentliche. Modetrends, Styles, Fashion-Weeks ändern sich. Wenn man sich nur an der glitzernden Verpackung eines Ü-Eies zu erfreuen weiß, verpasst man das Wesentliche.

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Die Schokoladenseiten sind lecker. Sie stehen für unsere Lebenserfahrungen, unsere Fähigkeiten, Sichtweisen und unser Wissen. Doch auch diese Dinge werden, wie die Schokolade beim Ü-Ei, gerne mal „verschlungen“. Das Leben ist eine dauernde Veränderung wie ein Fluss. Einstellungen und Sichtweisen verändern sich mit den Jahren, neues Wissen und Erkenntnisse kommen hinzu. Und das ist auch gut so, das gehört zu einer positiven Persönlichkeitsentwicklung dazu. Wenn man sich nur an den Schokoladenseiten orientiert, wenn man nur auf Bekanntes beharrt, verpasst man das Wesentliche.

Das Wesentliche eines Ü-Eies ist nämlich der Inhalt. Das Wesentliche ist Ihr Wesen, unser Wesen. Immer, wenn Jesus Menschen begegnet ist, hat er sich nicht von einer glänzenden Schale, einer Schokoladenseite beeindrucken lassen. Sowohl von Pharisäern nicht, die gerne ihre glänzende Schale jedem gezeigt haben, als auch nicht von der unscheinbaren Schale, eines Bettlers. Auch nicht von den Handlungen einer Ehebrecherin, die von Menschen, ohne mit der Wimper zu zucken, sofort verurteilt wurde. Jesus hat tiefer geschaut, hinter die Schale und das Wesen des Menschen gesehen. Man könnte sagen: Jesus war ein „Wesens-Sucher“. Ihm ging es stets um das Wesen des Menschen, um sein Herz. Ihm ging es stets auch um das „Wesentliche“, das was wirklich zählt.

Vor einer Woche feierten wir Reformationstag. Ein Tag, des „Wesentlichen“. Der Reformationstag erinnert uns, dass unser Wesen eingebettet ist in die Liebe Gottes und uns nichts von dieser Liebe trennen kann, weder Tod noch Leben, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges. Dass wir uns selbst Kind Gottes nennen dürfen und es auch sind, schreibt Paulus. Aus diesem „Wesentlichen“ heraus, können wir Kraft zur Liebe gegenüber unseren Mitmenschen gewinnen. Ja, wir werden selbst zu „Wesens-Sucher*innen“. Wir setzen uns nun ein für dieses Wesentliche: Für Menschen, die nicht zuletzt durch die Corona-Pandemie in ökonomische und soziale Existenznöte gekommen sind. Wir, Sie und ich verpflichten uns solidarisch im Rahmen unserer Möglichkeiten zu sein. Wir setzen uns ein, dass Kinder und Jugendliche, die gerade besonders unter der Corona-Pandemie zu leiden hatten und haben, in den Mittelpunkt rücken. Sie haben in den vergangenen zwei Jahren große ungeteilte Solidarität gezeigt, und dies verdient unsere Wertschätzung. Vielleicht kann sogar ein Ü-Ei ein erster kleiner Anfang dieser Wertschätzung sein.

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Gerald Vogt (Bezirksjugendreferent im evangelischen Kirchenbezirk Adelsheim-Boxberg)

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