Novum - Erstmals findet in Buchen und Tauberbischofsheim der "Tag der Diakonin" auf Initiative von Regionalfrauenreferentin Regina Köhler statt "Thema nicht unter den Tisch fallen lassen"

Von 
Maria Gehrig
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Auf Initiative von Regionalfrauenreferentin Regina Köhler findet am 29. April, dem Gedenktag der heiligen Katharina von Siena, erstmals der "Tag der Diakonin" in Buchen und Tauberbischofsheim statt. Er soll der Forderung nach Frauen im Amt der Diakonin Nachdruck verleihen.

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Odenwald-Tauber. Regina Köhler macht auf die Situation von Frauen in der Ämterstruktur der katholischen Kirche aufmerksam. Die Regionalfrauenreferentin der katholischen Kirche für die Region Odenwald-Tauber geht in die Offensive und bekennt: "Wir wollen dieses Thema nicht einfach unter den Tisch fallen lassen". Gemeint ist das Thema, das viele Frauen in der katholischen Kirche umtreibt: Der Ausschluss von Frauen aus den höheren Weihe-Ämtern wie Diakon, Priester und Bischof.

"Tag der Diakonin"

  • 1997 fand in Stuttgart ein internationaler Kongress mit dem Thema "Diakonat, ein Amt für Frauen in der Kirche - ein frauengerechtes Amt?" statt.
  • Im Anschluss an diesen Kongress wurde das "Netzwerk Diakonat der Frau" gegründet.
  • Mehrere kfd-Diözesanverbände und der Katholische Deutsche Frauenbund (KDFB) waren an der Gründung beteiligt.
  • Der kfd-Bundesverband und weitere Diözesanverbände traten im Laufe der Jahre bei.
  • Ebenfalls im Anschluss an diesen Kongress erklärte im Herbst 1997 der KDFB den 29. April, den Gedenktag der heiligen Katharina von Siena, zum "Tag der Diakonin".
  • Der "Tag der Diakonin" wurde erstmals 1998 gefeiert.
  • In ihrem im Juni 2011 verabschiedeten Positionspapier "Frauen geben Kirche Zukunft" tritt die kfd dafür ein, dass die Kirche Frauen, die zu diesem Amt berufen sind, durch die sakramentale Bestärkung in ihrem diakonischen Handeln bestätigt. mira
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Die Laien - und insbesondere Frauen - übernehmen immer mehr Aufgaben in den Gemeinden: Sie leiten Gottesdienste, unterrichten im Glauben und beerdigen. In der Ämterstruktur und in Leitungspositionen spiegelt sich das bisher nicht wider. Deshalb hat Regina Köhler angeregt, erstmals den "Tag der Diakonin" in der Region Odenwald-Tauber zu begehen.

Er findet am 29. April, am Gedenktag der heiligen Katharina von Siena statt. Sie ist seit 1970 offiziell als Kirchenlehrerin anerkannt. Während ihres Lebens im 14. Jahrhundert zeichnete sie sich vor allem durch ihr mutiges Benennen kirchlicher Missstände gegenüber den zeitgenössischen Päpsten aus.

Sowohl im Dekanat Mosbach-Buchen als auch im Dekanat Tauberbischofsheim finden an dem Gedenktag Gottesdienste unter der Leitung des Frauenreferats der Region in Zusammenarbeit mit den jeweiligen kfd-Teams statt. Anliegen ist es, das diakonische Wirken von Frauen zu würdigen und die Forderung nach dem Amt der Diakonin wach zu halten.

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Denn die Geschlechterungerechtigkeit innerhalb der katholischen Kirche ist für viele weibliche (und auch eine Reihe männlicher) Mitglieder nicht mehr tragbar.

"Viele Frauen fühlen sich berufen zu diakonischem Handeln und zum sakramentalen Diakonat", äußert sich Köhler und kann aus ihrer Warte nicht verstehen, warum das "ständige Diakonat", um das es hier geht, nicht für Frauen gelten soll.

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Interessant dabei sei, "dass niemand mehr infrage stellt, dass es die Frauen können", betont sie. Der springende Punkt sei, "dass sie es nicht dürfen", weil Rom an der bisherigen Ämterstruktur festhalten wolle.

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Eine von Walter Kardinal Kaspar vorgeschlagene "Beauftragung der Frauen zur Diakonin" lehnen die katholischen Frauenverbände kategorisch ab, denn diese entspreche in keiner Weise einer geschlechtlichen Gleichstellung.

"Wenn Männer zum Diakon geweiht werden, wird von einem dienenden Amt gesprochen. Wollen Frauen dieses Amt, dann heißt es, sie greifen nach der Macht", erklärt die Referentin den feinen Unterschied.

"Schräglage ins Gebet bringen"

Die künftige Frage sei, ob Papst Franziskus den Ortskirchen mehr Eigenständigkeit innerhalb der katholischen Weltkirche zugestehe und so eventuell Bewegung in dieses Thema kommen könne.

In Deutschland jedenfalls sei es ihrer Meinung nach nicht zu verstehen, dass eine solche Ungleichheit zwischen den Geschlechtern innerhalb der katholischen Kirche bestehe.

"Es wird Zeit, die Aufmerksamkeit verstärkt auf die Thematik zu richten, darüber zu reden und diese Schräglage ins Gebet zu bringen", betont Regina Köhler und hofft auf regen Zuspruch. Die Unterstützung der beiden Dekane Johannes Balbach (Mosbach-Buchen) und Gerhard Hauk (Tauberbischofsheim) in dieser Angelegenheit hat sie sicher.

"Muss das sein?", diese Frage kommt vermutlich zum ersten "Tag der Diakonin" in der Region Odenwald-Tauber auf. Dazu antwortet Regina Köhler eindeutig: "Ja, das muss sein!".

Frauen im Amt der Diakonin, das ist für sie schon längst überfällig. Und sie verweist auf das Resümee beim Katholikentag 2012 in Mannheim zu diesem Thema: "Geschlechtergerechtigkeit würde die Kirche glaubwürdig, partnerschaftlich, kreativer und zukunftsfähiger machen."