Schulden der Kommunen - Neckar-Odenwald-Kreis liegt unter den Städten und Kreisen auf Platz 163 Sozialabgaben belasten Gemeindekassen

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Steigende Sozialabgaben belasten die kommunalen Kassen. Im Neckar-Odenwald-Kreis starteten die Gemeinden mit einem Schuldenberg von rund 145,73 Millionen Euro ins Jahr 2016.

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Neckar-Odenwald-Kreis. Diese Zahl bezieht sich auf die Kernhaushalte. Das waren 0,70 Millionen Euro weniger als im Vorjahr. Pro Kopf ergab sich hier ein Betrag von 1026 Euro. Das ist in der Bundesliga der Verschuldeten Platz 163 unter 401 Städten und Kreisen (Stadtstaaten nicht mitgerechnet).

Spitzenreiter ist Dresden - hier steht eine Null, Schlusslicht ist Pirmasens - mit fast 9500 Euro Schulden je Einwohner. Allerdings gelten zwei Einschränkungen: Wolfsburg könnte mit auf Platz 1 liegen. Und Bremerhaven schlechter als Pirmasens. Aber nix Genaues wissen die Statistiker nicht. Beide Städte haben einfach keine Zahlen gemeldet.

Nicht im Trend

Der Neckar-Odenwald-Kreis liegt mit dem Schuldenminus landesweit nicht im Trend, geht aus den Zahlen des Statistischen Landesamtes weiter hervor: In Baden-Württemberg steigerten die Kommunen unter dem Strich den Schuldenstand ihrer Kernhaushalte gegenüber dem Vorjahresstichtag (Ende 2014) um 66,25 Millionen Euro auf rund 6,2 Milliarden Euro (Ende 2015).

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Nicht enthalten sind in dieser Summe die Schulden der Extrahaushalte und sonstigen öffentlichen Fonds, Einrichtungen und Unternehmen, an denen die Kommunen unmittelbar oder mittelbar beteiligt sind, wie beispielsweise Eigenbetriebe.

Positives Zeichen

Ein positives Zeichen ist, wenn die Kommunen keine Kassenkredite aufnehmen müssen, um zahlungsfähig zu bleiben. Das traf im Jahr 2013 im Neckar-Odenwald-Kreis leider nicht auf alle Kommunen zu: Hier mussten rund 2,33 Millionen Euro aufgenommen werden, um Liquiditätsengpässe auszugleichen, damit der Verwaltungsapparat mancherorts rund lief.

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Bundesweit werden diese Kredite, die mit Dispokrediten von Privatkunden vergleichbar sind, von den Kommunen stark genutzt: So beliefen sich die Kassenkreditschulden aller Städte und Kreiskommunen in Deutschland Ende 2015 auf rund 47,2 Milliarden Euro (Vorjahr 47,7 Milliarden Euro) und hatten damit einen Anteil von fast 40 Prozent an den Schulden der Kernhaushalte, die rund 127,4 Milliarden Euro erreichten (Vorjahr: 127,5 Milliarden).

Pro-Kopf-Verschuldung gesunken

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Zurück in den Neckar-Odenwald-Kreis: Alle Gemeinden zusammengenommen waren zuletzt im nicht-öffentlichen Bereich mit 141,07 Millionen Euro durch Kredite bei Banken und Sparkassen verschuldet, weitere 2,33 Millionen Euro entfielen auf Kassenkredite. Im öffentlichen Bereich lag die Schuldensumme bei 2,33 Millionen Euro.

Umgerechnet erreichte hier die Pro-Kopf-Verschuldung damit durchschnittliche 1026 Euro (Vorjahr: 1.034 Euro), übrigens eine höhere Summe als im Landesdurchschnitt, den die Statistiker mit 571 angeben. Der Bundesdurchschnitt lag bei 1686 je Einwohner - wobei die Spanne von null (Stadt Dresden) bis knapp 9.500 Euro (Stadt Pirmasens) reichte.

Teufelskreislauf

Wenn hohen Sozialausgaben geringe Steuereinnahmen gegenüberstehen, beginnt für viele Kommunen ein Teufelskreislauf. Der Schuldenberg wächst und notwendige Investitionen kochen auf Sparflamme.

In den vergangenen Jahren entwickelten sich die Schuldenverhältnisse der Kernhaushalte im Neckar-Odenwald-Kreis folgendermaßen: Im Jahr 2012 kamen rund 152,21 Millionen Euro zusammen, 2013 sank die Summe auf 152,07 Millionen Euro.

Zum Jahresende 2014 meldeten die Statistiker dann 146,43 Millionen Euro Schulden und zum Jahresende 2015 waren es nun 145,73 Millionen Euro. zds