Neckar-Odenwald-Tage - Kreiserntedankfeier mit mehreren Premieren „Regionalität nicht nur predigen, sondern leben“

Lesedauer: 
Bunt war das Programm der Kreiserntedankfeier, die in diesem Jahr in Waldbrunn über die Bühne ging. © Liane Merkle

Neckar-Odenwald-Kreis. „Ungewöhnliche Zeiten erfordern ungewöhnliche Maßnahmen“ hatten sich der Kreisbauernverband mit dem Vorsitzenden Albert Gramling und Geschäftsführer Andreas Sigmund ebenso überlegt wie Landrat Dr. Achim Brötel und Bürgermeister Markus Haas von der Gemeinde Waldbrunn als Gastgeber der Neckar-Odenwald-Tage. Und die mittlerweile 32. Kreiserntedankfeier gleich durch mehrere hervorragende Premieren nachhaltig bereichert.

Bulldog-Gottesdienst

AdUnit urban-intext1

Zum einen mittels eines Bulldog- und Schlepper-Gottesdienstes mit Pfarrer Jonathan Richter und Gemeindereferent Gregor Kalla, musikalisch umrahmt durch den evangelischen Posaunenchor, und einem Begegnungstreff von Landwirten und Verbrauchern auf dem Vorplatz der Katzenbuckeltherme unter Moderation von Andreas Sigmund. Dabei gab es Diskussionsmöglichkeiten mit den Bundestagsabgeordneten Nina Warken und Alois Gerig sowie MdL Minister Peter Hauk. Zum Gottesdienst wurden die beiden Geistlichen auf einem landwirtschaftlichen Hänger chauffiert. Der von Reintraud und Karl-Ernst Lenz geschmückte Erntedankaltar war ebenfalls auf einem Hänger platziert und die Gottesdienstbesucher saßen auf den jeweiligen Schleppern oder in Pkw. Das Amen wurde durch Hupen ausgedrückt.

Beim Dank an den Schöpfer, der ja an erster Stelle stand, verglichen die Landfrauen Renate Streng und Reintraud Lenz sich und die Menschen in ihrem Umfeld mit der Vielfalt der „Früchtchen“ in Gottes Garten. Und die Geistlichen dankten beispielsweise für die Steuern, die sie zahlen. Weil das bedeute, dass sie Arbeit haben.

Dankbarkeit schloss sich auch in dem anschließenden „Begegnungstreff“ durch den Kreisbauernvorsitzenden Albert Gramling und Bürgermeister Markus Haas an alle an, die zum Gelingen dieses besonderen Erntedankfestes beigetragen hatten. Dabei wurde auch die Bitte um mehr Wertschätzung für die Landwirte laut, auch in Form einer gerechteren Entlohnung.

AdUnit urban-intext2

Dr. Brötel brachte es in seinem Grußwort auf den Punkt: „Die Erde und der Boden sind kein biochemisches Substrat. Schneller, höher und weiter muss abgelöst werden durch bewusster, gerechter und besser. Kurz die harte, aber auch in jeder Hinsicht verantwortungsvolle Arbeit in der Landwirtschaft muss endlich wieder die Wertschätzung erfahren, die sie tatsächlich verdient.“

Als Vorsitzender des Kreisbauernverbands erinnerte Albert Gramling an die hohen Auflagen, denen sich die deutschen Landwirte freiwillig unterwerfen, obwohl sie gegen Nahrungsmittelimporte ankämpfen müssen, von denen man nicht wisse, zu welchen Umweltstandards und mit wie viel Chemie sie produziert wurden.

AdUnit urban-intext3

Das wurde auch deutlich durch seine Kollegen Udo Holder (Schweinezuchtbetrieb mit 170 Muttersauen), Peter Steck (Milchviehbetrieb mit 200 Milchkühen und 250 Hektar Land) und Ann-Katrin Maierhöfer (Mutterkuhhaltung und Metzgerei), die ihre Betriebe und die Schwierigkeiten, mit denen sie zu kämpfen haben, vorstellten.

AdUnit urban-intext4

Sowohl Peter Hauk als auch Nina Warken und Alois Gerig zeigten Verständnis für die schlechte Stimmung unter den Landwirten und versprachen, verstärkt in den Dialog zu gehen, für bessere Rahmenbedingungen zu streiten.

Alois Gerigs Appell an die Verbraucher: „Regionalität nicht nur predigen, sondern leben“. Ein wichtiger Schritt dazu war die Überreichung der Erntegaben an die Waldbrunner Kindergärten, vertreten durch die Erzieherinnen Michaela Hauck, Annette Trappmann und Beate Wessely.