Polizei stellte Beweismittel sicher

Pyrotechnik bei KSC-Spiel: Durchsuchungen auch im Neckar-Odenwald-Kreis

Von 
Maren Greß
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Nach dem Einsatz von Pyrotechnik beim Spiel Karlsruher SC gegen den FC St. Pauli haben Polizei und Staatsanwaltschaft am Dienstag Wohnungen durchsucht und Beweismittel sichergestellt - auch im Neckar-Odenwald-Kreis. © DPA

Neckar-Odenwald-Kreis. Fußballfans des Karlsruher SC haben beim Zweitliga-Spiel im November gegen den FC St. Pauli im Wildparkstadion verbotene Pyrotechnik gezündet. Jetzt haben Polizei und Staatsanwaltschaft Karlsruhe am Dienstagmorgen Wohnungen durchsucht – auch im Neckar-Odenwald-Kreis. Das teilten die Behörden in einer gemeinsamen Pressemeldung mit.

Bei den Durchsuchungen, die in den frühen Morgenstunden auch in Stadt und Landkreis Karlsruhe, Heildeberg, Baden-Baden, im Ortenaukreis und im Landkreis Rastatt stattgefunden haben, seien „diverse Beweismittel, darunter pyrotechnische Gegenstände und Vermummungsmaterialien“, sichergestellt worden. Der Einsatz sei gegen 9.30 Uhr beendet gewesen, Festnahmen habe es keine gegeben.

Wie ein Sprecher der Polizei in Karlsruhe auf FN-Anfrage mitteilte, seien in zwei Orten im Neckar-Odenwald-Kreis – einem im Bauland und einem im Odenwald – Objekte durchsucht worden. „Auf diesem Landkreis lag aber nicht unser Schwerpunkt“, betonte der Sprecher. Bei der Durchsuchung der insgesamt 25 Objekte waren über 100 Polizeibeamte im Einsatz. Genaue Aussagen zu den sichergestellten Beweismitteln konnte der Sprecher keine machen. Diese müssten erst untersucht werden.

Hintergrund: Kurz vor Spielbeginn der Zweitligabegegnung zwischen dem Karlsruher SC und dem FC St. Pauli wurden auf der Südtribüne des Fußballstadions bengalische Fackeln, Rauchtöpfe, Böller und Silvesterraketen aus selbstgebauten Abschussvorrichtungen gezündet. Elf Stadionbesucher seien dadurch verletzt worden, darunter auch ein Kind. Die geschädigten Personen erlitten unter anderem Atemprobleme, Augenbrennen, starke Hustenanfälle, Halskratzen, Kopfschmerzen und Übelkeit. Bei einer Person führte das Einatmen der Rauchgase mutmaßlich zum Verlust von sieben Prozent der Lungenkapazität.

Die Staatsanwaltschaft hatte daraufhin die Ermittlungen eingeleitet – unter anderem wegen Verstößen gegen das Sprengstoffgesetz und gefährlicher Körperverletzung. Die Beschuldigten der Durchsuchungsmaßnahme stehen im Verdacht, mit der Pyrotechnik gemeinschaftlich gesundheitsschädigende Stoffe freigesetzt zu haben. Damit sollen sie laut Staatsanwaltschaft eine Gefährdung der Stadionbesucher zumindest billigend in Kauf genommen haben. 

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