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Bruttowertschöpfung im Neckar-Odenwald-Kreis - Dienstleistungssektor sorgt für zwei Drittel des Wohlstands / Land- und Forstwirtschaft steuert noch 1,6 Prozent bei

Neckar-Odenwald-Kreis: In Bundesliga der Produktion auf Platz 158

Die Bruttowertschöpfung im Neckar-Odenwald-Kreis liegt nach den aktuellsten Daten bei 4,6 Milliarden Euro. Mehr als zwei Drittel steuert die Dienstleistungsbranche bei.

Von 
Teja Banzhaf
Lesedauer: 
Die Grafik zeigt anschaulich, in welchen Bereichen das Geld im Neckar-Odenwald-Kreis erwirtschaftet wird. © ZDS

Neckar-Odenwald-Kreis. Geld fällt nicht vom Himmel. „Bruttowertschöpfung“ ist einer der eher sperrigen Begriffe, die das Woher definieren. Und dann hätten wir noch den wirtschaftlichen Wandel. Der geht so: Erst verdrängt die industrielle Produktion die Landwirtschaft als Hauptfaktor der Bruttowertschöpfung, dann überholt die Dienstleistungsbranche die Produktion und derzeit wühlen der digitale Wandel samt Corona alte Strukturen auf und zwingen Unternehmen, ihre Geschäftsmodelle grundlegend zu überdenken. Die Dienstleistungsbranche wächst und wächst. Hier muss der Servicebereich intensiviert werden, dort spezifische Software- und Servicelösungen entwickelt werden. Oder ein kühles Helles serviert werden.

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Sektor ist Lockdown-anfällig

Der Trend zur Dienstleistung hat seine Schwachstellen, die Corona gnadenlos aufgedeckt hat. Handel und Gastgewerbe gehören zu den Dienstleistungen und sie sind lockdownanfällig.

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Bundesweit hängt die Bruttowertschöpfung inzwischen zu 68,7 Prozent von den Dienstleistungsbranchen ab. Der Neckar-Odenwald-Kreis gehört zu den Regionen, in denen die Dienstleister unter dem Bundesanteil liegen. Rund 62,3 Prozent tragen die Dienstleistungen (DL) zur hiesigen Bruttowertschöpfung bei, das Produzierende Gewerbe runde 36,0 Prozent. Damit liegt der Neckar-Odenwald-Kreis in der Bundesliga der Produktion auf Platz 158. In der Bundesliga der Dienstleister ist es Platz 242 von jeweils 401 ausgewerteten Stadtstaaten, Stadt- und Landkreisen.

Produzierendes Gewerbe stark

Insgesamt geht es um Milliarden. In Deutschland erreichte die Bruttowertschöpfung (BWS) im Jahr 2018 nach den Daten der Statistischen Ämter der Länder und des Bundes 3344,4 Milliarden oder besser 3,344 Billionen Euro. 68,7 Prozent davon steuerte der DL-Sektor bei, weitere 30,5 Prozent das Produzierende Gewerbe, wobei auf das Verarbeitende Gewerbe ein Anteil von 22,7 Prozent entfiel und auf die Bauwirtschaft 5,1 Prozent.

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Die Land- und Forstwirtschaft wiederum steuerte nur noch 0,9 Prozent zur Bruttowertschöpfung bei. Auf den Neckar-Odenwald-Kreis heruntergebrochen lag hier die Bruttowertschöpfung bis zum 31. Dezember 2018 (neuere Daten gibt es noch nicht) bei 4,6 Milliarden Euro. 62,3 Prozent davon steuerte der Dienstleistungsbereich bei, weitere 36,0 Prozent das Produzierende Gewerbe, wobei auf das Verarbeitende Gewerbe ein Anteil von 27,8 Prozent kam und auf die Bauwirtschaft 5,7 Prozent. Die Land- und Forstwirtschaft wiederum steuerte noch 1,6 Prozent bei. In Euro waren es 67,83 Millionen Euro.

Im Dienstleistungsbereich im Neckar-Odenwald-Kreis wird die Bruttowertschöpfung auf 2,6 Milliarden Euro beziffert. Diese 62,3 Prozent des örtlichen Bruttoinlandsprodukts lassen sich wie folgt aufschlüsseln: Aus dem Bereich Handel, Verkehr, Gastgewerbe, Information, Kommunikation stammen 12,8 Prozentpunkte.

Auf den Bereich Finanzen-, Versicherungen, Unternehmensdienstleistungen, Grundstücks- und Wohnungswesen entfielen 26,3 Prozentpunkte und auf den Bereich Öffentliche und sonstige Dienstleister, Erziehung, Gesundheit 23,2 Prozentpunkte.

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Die Bandbreite der Verteilung der Bruttowertschöpfung reicht dabei von Bonn, das als ehemalige Bundeshauptstadt die Bundesliga der Dienstleister mit 94,7 Prozent ebenso anführt, wie es in der Bundesliga der Produktion mit 5,3 Prozent auf dem letzten Platz liegt, bis zu den Autostandorten mit Wolfsburg, das in der Bundesliga der Produktion mit 79 Prozent vor Ingolstadt mit 73,6 Prozent anführt.

Um 1900 deutlich mehr Landwirte

Der Neckar-Odenwald-Kreis liegt in der Bundesliga der Produktion wie gesagt auf Platz 158. In der Bundesliga der Dienstleister ist es Platz 242 von jeweils 401 ausgewerteten Stadtstaaten, Stadt- und Landkreisen. Was alle Städte und Kreise gemeinsam haben, ist die Nebenrolle der Land- und Forstwirtschaft und Fischerei.

Weswegen aber keiner hungern muss: Um 1900 buddelten noch 38 von 100 Beschäftigten im Acker, mähten Gras, molken Kühe und was die Arbeit auf dem Bauernhof so mit sich bringt.

Inzwischen haben sich die meisten Schaffenden auf andere Branchen verteilt. Weil dort die Bruttowertschöpfung höher ist und damit auch die Löhne. Was dazu führt, dass sich die Menschen mehr leisten können.

Auch Nahrungsmittel aus dem Ausland, weil Deutschland seine Bevölkerung noch nie komplett von der eigenen Scholle versorgen konnte. Und die Bauern hierzulande konnten sich mehr Maschinen leisten, was die Produktivität und die bäuerliche Bruttowertschöpfung auf zuletzt 25,7 Milliarden Euro steigerte, aber als noch nicht auskömmlich gilt.

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