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Versammlung - Verband der Odenwälder Museen tagte in Oberschefflenz / Broschüre zum 50-jährigen Bestehen 2022

Mit neuen Projekten in das Jubiläumsjahr

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Die Vertreter der Museen schauten sich im neuen Museum in Oberschefflenz um. © Odenwälder Museen

Neckar-Odenwald-Kreis. Zwar hat die Corona-Pandemie den Museumsbetrieb in der Region in den vergangenen beiden Jahren weitgehend zum Erliegen gebracht, doch untätig waren die Museumsvereine beileibe nicht. Bei der Hauptversammlung des Verbandes der Odenwälder Museen belegten dies sowohl Berichte aus den einzelnen Häusern als auch der Rückblick des Vorsitzenden Dr. Jörg Scheuerbrandt, der abschließend mit der Ankündigung dreier Verbandsveranstaltungen für 2022 auch der spürbaren Stimmung in den Mitgliederreihen Ausdruck gab: Neue Medien nutzend, will man mit Elan das Sammeln, Bewahren und Präsentieren von Kulturgut fortführen und freut sich auf Begegnungen mit geschichtsinteressierten Besuchern.

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In der Besucherrolle

Die Besucherrolle nahmen die rund 30 Museumsleute in Oberschefflenz selbst an, als es nach der Versammlung im katholischen Pfarrheim ins nahe „Literaturmuseum Augusta Bender“ ging, bestens vorbereitet durch einen klug strukturierten Vortrag von Dr. Georg Fischer. Geschichte und Konzeption des 2020 eröffneten Museums waren dann auch Thema einer regen Fragerunde zum Abschluss, wobei Dorothee Roos und Georg Fischer unter anderem auch auf Besonderheiten der Präsentation, Museumspädagogik und die Zusammenarbeit von ehrenamtlichen Planern und professionellen Gestaltern eingingen. Zuvor war Bilanz zu ziehen für 2020 und 2021. Bedingt durch die Pandemie, konnte der gewohnte Rhythmus zweier jährlicher Veranstaltungen nicht eingehalten werden, die Verbindung wurde aber per Internet gehalten. Vorsitzender Jörg Scheuerbrandt berichtete vom Ausbau des Wiki-Systems, das den Mitgliedsvereinen die Möglichkeit bietet, auf „www.odenwald-museen.de“ ausführlich über eigene Aktivitäten zu berichten. „Je mehr eingestellt wird, umso interessanter wird es“, ermunterte der Leiter des Römermuseums Osterburken die Vereinsvertreter, dieses Angebot zu nutzen und nannte den Heimatverein Obrigheim als gutes Beispiel. Der präsentiert auf dieser Plattform seine Sonderausstellungen und freut sich zudem, so ergänzte Vorsitzender Karl Heinz Neser, über unerwartet hohe „Besucherzahlen“ auf der Homepage des Vereins.

Auf ein großes Projekt des Bezirksmuseums Buchen machte Dr. Wolfgang Hauck aufmerksam: Im „Sprachraum“ dokumentiert und archiviert man virtuell Dialekte der Region. Wie er, so ermunterte auch die das Projekt wissenschaftlich begleitende Dr. Isabell Arnstein dazu, daran mitzuwirken, die Vielfalt der Sprechbeispiele zu erweitern. Um Unterstützung bat auch Adalbert Hauck (Heimatverein Höpfingen) für sein Vorhaben, Zeitungsberichte als Quelle für die jüngere Geschichte zu digitalisieren und bat um Hinweise, wo noch größere Bestände (Jahresbände) ausfindig zu machen seien.

Der Verein „Elantia“ Neckarburken spürt nach der Einrichtung der neuen Dauerausstellung unter Leitung von Rudi Landauer viel Auftrieb, feilt weiter an der Konzeption und nimmt nun den Außenbereich mehr ins Visier. Darüber informierte Lucia Bleienstein-Six und erwähnte auch die nicht einfachen Genehmigungsverfahren für die Aufstellung von Hinweisschildern. Weitaus bessere Erfahrungen mit Antragsgenehmigungen machte dagegen Gerhard Schäfer, Leiter des Dorfmuseums Wagenschwend. Mit Fördergeldern und viel ehrenamtlichem Engagement gestaltete man nicht nur die Homepage neu und kann nun einen virtuellen Rundgang anbieten, vielmehr gelang auch die Anschaffung eines „Geo-Reliefs“. Mit dieser dreidimensionalen, vier Quadratmeter großen Darstellung des Odenwalds kann eine Vielzahl von Themen, wie zum Beispiel der Limesverlauf, auf einem Touch-Display ausgewählt und angezeigt werden. Zurück zur Verbandsarbeit ging es mit dem Kassenbericht von Dieter Gräf (Merchingen). Dass der Schatzmeister, der auf ein gutes finanzielles Polster verwies, aus gesundheitlichen Gründen nach 13 Jahren sein Amt abgab, nahm man mit Bedauern zur Kenntnis. Dem bestätigenden Kassenbericht des verhinderten Prüfers Wolfgang Mackert (Buchen), vorgetragen von Ernst Straub (Neckarburken), folgten Entlastung und Neuwahlen des Vorstandes.

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Gewählt wurden: Vorsitzender Jörg Scheuerbrandt, zweiter Vorsitzender Stefan Müller (Mosbach) in der Nachfolge von Margareta Sauer (Walldürn), Schriftführer Gerhard Layer (Mosbach) sowie Michael Pohl (Osterburken), der die Kassengeschäfte übernimmt. Als Kassenprüfer fungieren künftig Dieter Gräf und Sylvia Dorsch (Schefflenz), und dem Beirat gehören Dorothee Roos, Karl Heinz Neser, Adalbert Hauck sowie Dr. Wolfgang Hauck an.

Broschüre geplant

Mit diesem Team geht der Verband ins Jahr seines 50-jährigen Bestehens. Das Jubiläum 2022, so kündigte Scheuerbrandt an, nimmt man zum Anlass für die Herausgabe einer Broschüre mit Porträts der einzelnen Museen. Bei der Herbstversammlung soll der Band vorgestellt werden. Für das Frühjahr ist ein Workshop unter dem Titel „Texte im Museum“ geplant und auf Anregung von Michael Pohl eine Lesung mit dem Journalisten und Buchautor Tim Pröse. Thema: „Ein Stalingrad-Überlebender erzählt von Krieg, Widerstand – und dem Wunder, 100 Jahre zu leben“.

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