AdUnit Billboard
Bahnhof Seckach - Diskussion mit Matthias Gastl zum Thema „Verkehrsknotenpunkte der Zukunft“

MdB spricht sich für Fernverkehr aus

Von 
Nicola Beier
Lesedauer: 
Bürgermeister Thomas Ludwig (von links) zusammen mit MdB Matthias Gastl und Amelie Pfeiffer von den Grünen am Bahnhof in Seckach. © Nicola Beier

MdB Matthias Gastl besuchte den Bahnhof Seckach, um sich vor Ort über die Probleme mit den Aufzügen zu informieren. Außerdem wurde über weitere Verbesserungsmöglichkeiten des Bahnverkehrs gesprochen.

AdUnit Mobile_Pos2
AdUnit Content_1

Seckach. Der Bahnhof in Seckach – oder viel mehr die Aufzüge am Bahngleis – sorgten in der Bauland-Gemeinde schon lange für Ärger. Viele Bahnreisende beschwerten sich über technische Defekte. Es kam nicht selten vor, dass Leute im Aufzug stecken blieben und die Feuerwehr anrücken musste, um sie wieder zu befreien. Auch für Menschen mit Mobilitätseinschränkung, und Reisende, die mit Fahrrad, Kinderwagen oder schwerem Gepäck unterwegs waren, standen durch die kleinen Kabinen vor einem Hindernis.

Verkehrsknotenpunkt der Zukunft

Dies nahm sich der Grünen-Politiker Matthias Gastl, Mitglied des Bundestages, bahnpolitischer Sprecher und Mitglied im Ausschuss für Verkehr und digitale Infrastruktur zum Anlass, sich den Bahnhof in Seckach genauer anzusehen. In einer offenen Gesprächsrunde wurde darüber diskutiert, wie ein Verkehrsknotenpunkt der Zukunft aussehen soll, was die momentanen Hürden beim Schienenverkehr für Fahrgäste und beim Gütertransport sind und wie man diese verbessern kann.

„Es ist wichtig, dass sich ein Bundespolitiker die Situation und Gegebenheiten vor Ort ansieht“, erklärt Amelie Pfeiffer, Vorstandssprecherin der Grünen des Kreisverbands Neckar-Odenwald-Kreis. Um das große Klimaziel, die Erderwärmung auf 1,5 Grad zu reduzieren, zu erreichen, bedarf es eines Umdenkens in der Mobilität. „Wir müssen weg von den fossilen Brennstoffen und bei der Verkehrswende ankommen“, sagt Pfeiffer. Es gebe in der Region, beispielsweise mit dem Pendlerverkehr in Osterburken (die FN berichteten) bereits richtige Ansätze, es müsse sich aber auch auf der Schiene etwas tun. Das Land solle mehr Gelder zur Verfügung stellen, um das Reisen mit der Bahn attraktiver zu gestalten.

AdUnit Mobile_Pos3
AdUnit Content_2

Bahn investiert

Am Bahnhof Seckach würden beispielsweise die Aufzüge für Unmut bei den Bahnfahrern sorgen, weiß auch Bürgermeister Thomas Ludwig. Um auf den Mittelbahnsteig zu gelangen, müsse die Treppe hoch zur Heinrich-Magnani-Brücke genommen werden. Dort wechseln die Reisenden dann die Straßenseite, um auf der anderen Seite die lange Treppe wieder hinunter zu steigen. Alternativ zu den Stufen haben Personen mit schwerem Gepäck die Möglichkeit, die Aufzüge zu nutzen. Diese wurden allerdings nicht zusammen mit der Brücke errichtet, sondern erst später eingebaut. Aus baulichen Gründen fallen die Aufzüge daher kleiner aus, als an anderen Bahnhöfen. Der Transport von Fahrrädern gestaltet sich beispielsweise schwierig. „Die Fahrstühle sollen bis Ende Oktober wieder funktionieren“, erklärt Bürgermeister Ludwig. Nach langem Hin und Her mit der Bahn investiere diese nun rund 560 000 Euro in die Erneuerungen.

„Ein weiteres Problem ist die Privatisierung der Bahn. Dadurch wurde zunehmend Geld eingespart“, so Pfeiffer. Wichtige Sanierungsmaßnahmen kommen nun schleppend voran. Das sieht auch MdB Matthias Gastl so: „Wir werden deutlich mehr Geld investieren und schneller arbeiten müssen, um mehr Sicherheit zu bieten und das Reisen mit der Bahn angenehmer zu gestalten.“ Dazu gehörten auch Züge, die im 30-Minuten-Takt fahren, damit Pendler beim Verpassen eines Zuges eben nicht eine Stunde auf die nächte Bahn warten müssen. „Der Probebetrieb der Frankenlandbahn zwischen Osterburken, Lauda und Würzburg sollte also eigentlich standard sein“, so Bürgermeister Thomas Ludwig.

Parallel zu den Regionalbahnen sei es aber auch wichtig, den Fernverkehr zu stärken. Mit einer besseren Taktung können Fernverkehrsbahnhöfe wie Würzburg oder Mannheim regelmäßiger erreicht werden. Außerdem biete sich auch die Strecke der Frankenbahn als Fernverkehrsroute an. „Wir wollen, dass wieder Fernverkehr zwischen Würzburg und Stuttgart fährt“, proklamiert MdB Gastl. So könne auch Heilbronn an die Fernverkehrsstrecke angegliedert werden. Um Regional- und Fernverkehr unter einen Hut zu bekommen, wäre eine zweigleisiger Ausbau der Strecke notwendig, nur dafür fehlt das Geld. Außerdem streiten sich die Bahn und das Land über die Zuständigkeit.

Preise senken

Gerade bei jungen Menschen verstärkt Anreize für das Bahnfahren zu setzen, war ein weiteres Thema der Runde. Die Preise für Jugendliche sollten gesenkt werden – da waren die Beteiligten einer Meinung. So würde das Bahnfahren auch bei der jungen Generation weiter in den Fokus rücken.

AdUnit Mobile_Pos4
AdUnit Content_3

Mit einigen Anregungen im Gepäck machte sich MdB Matthias Gast auf den Weg nach Osterburken. Dort hielt er im Römmuseum einen Vortrag zum Thema „nachhaltige Mobilität im ländlichen Raum“.

Volontariat Im Einsatz für die Redaktionen Buchen und Sport

AdUnit Footer_1
AdUnit Mobile_Footer_1