Fleckviehzucht auf hohem Niveau - Über Gülleausbringungstechnik informiert / Spitzenkühe bei Josef und Samuel Baier / Ehrungen Kuh "Donna" hat über 157 000 Kilogramm Milch produziert

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Neckar-Odenwald-Kreis. Die Fleckviehzüchter aus dem gesamten Landkreis trafen sich in Limbach-Balsbach zu ihrer Jahresversammlung.

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Der Begrüßung durch den Vorsitzenden Otto Hennegriff folgten ein Rückblick und der Geschäftsbericht, der von Bernhard Heim vorgetragen wurde. Lothar Spies vermeldete anschließend solide Zahlen in seinem Kassenbericht. Kassenprüfer Peter Henrich nahm die Entlastung vor.

Am 17. Februar 2017 ist wiederum eine Lehrfahrt geplant, die nach Weikersheim zum Aischlandhof führt. Dort werden etwa 300 Kühe im Melkkarussell gemolken. Der Betrieb hat bereits eine Auszeichnung für seine besonders tiergerechte Haltung erhalten. Bei Herrmann Gehringer, einem weiteren Fleckviehzuchtbetrieb, wird am Nachmittag der neue Stall mit zwei Melkrobotern besichtigt. Anschließend steht das Kriminalmuseum in Rothenburg auf dem Programm. Weitere Informationen gibt es unter Telefon 06281/5212-1600.

Als Fachthema wurden die Mitglieder über die technischen Möglichkeiten der Gülleausbringung informiert. Die Gülleausbringung auf den Feldern ist immer wieder ein sensibles Thema, das auch mal dem ein oder anderen Spaziergänger "stinkt"!

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Wegen der Emissionen beziehungsweise Ausgasungen werden immer höhere Anforderungen an die Ausbringungstechnik gestellt. Die breitflächige Ausbringung ist praktisch Geschichte. Technisch aufwendig Anbaugeräte sorgen in Form von Schleppschläuchen für eine bodennahe Ausbringung und für weniger Immissionen. Weitere Techniken wie Schleppschuh, Schlitzgeräte oder Gülledrill und dergleichen bringen die Gülle in den Boden ein, wo keine nennenswerte Ausgasung mehr stattfindet.

Über die verfügbaren Techniken informierte Stefan Rollinger von der Firma Eckart beziehungsweise Bauer-Gruppe. Investitionen in diese aufwändige Technik liegen schnell im sechsstelligen Bereich. Das kann sich ein kleiner Betrieb nicht leisten, waren sich die Zuhörer einig. Hier müssen die Landwirte gemeinschaftliche Lösungen anstreben. Ein solches Angebot hält die Güllegemeinschaft bereit, die von den Maschinenringen des Neckar-Odenwald-Kreises getragen wird. Dort stehen Transport- und Ausbringungs- beziehungsweise Einarbeitungstechnik bereit, die Frieder Blum sachkundig vorstellte.

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Große Wertschätzung für die Landwirtschaft wurde in den Grußworten zum Ausdruck gebracht: Bernhard Heim, Leiter des Fachdienstes Landwirtschaft, ging auf den Bearbeitungsstand der Ausgleichsleistungen und aktuelle Projekte des Fachdienstes ein, Holger Seipp, Leiter des Fachdienstes Veterinärwesen, beleuchtete die Situation beziehungsweise die Gefahren von Tierseuchen. Er signalisierte, dass er auch nach seiner Pensionierung den Fleckviehzüchtern treu bleiben werde. Der Vorsitzende des Kreisbauernverbandes, Herbert Kempf, beklagte das niedrige Agrarpreisniveau sowie die oft kritische Darstellung der Landwirtschaft in der Öffentlichkeit. Bürgermeister Bruno Stipp lobte ausdrücklich das Engagement und die gute Arbeit der Landwirte und ihrer Familien.

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Die besten Tiere in der Fleckviehzucht haben Josef und Samuel Baier aus Billigheim-Sulzbach, die für höchste Einzeltierleistungen, den höchsten Herdendurchschnitt und höchste Lebensleistung bei den Kühen ausgezeichnet wurden. Ihre beste Kuh "Donna" hat bereits 14 Kälber geboren und in ihrem langen Kuhleben über 157 000 Kilogramm Milch produziert.

Zahlreiche weitere Auszeichnungen für besondere züchterische Leistungen überreichten Georg Häckel, der Landesversitzende des Zuchtverbandes, der Rinderunion Baden-Württemberg und der Geschäftsführer Dr. Alfred Weidele zusammen mit Matthias Ruck den Landwirten.

Leistungsinspektor Reinhard Hagendorn lobte die guten Leistungen der Züchter. Er betonte, dass Tiere mit hoher Leistung und langer Lebensdauer auch ein Beleg für eine gute und tiergerechte Haltung seien.

Geehrt wurde auch Hermann Römpler für seinen Einsatz über 25 Jahre als Probennehmer zur Erfassung der Leistungsdaten im Dienste der Fleckviehzucht. Aus diesem Anlass überreichte ihm der Kreisvorsitzende Otto Hennegriff ein Weinpräsent.

Ausführlich berichtete anschließend Dr. Alfred Weidele noch über aktuelle Themen aus der Fleckviehzucht.