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In den Kitas des Neckar-Odenwald-Kreises - Kinder sollen auf Trab gebracht werden / Projektauftakt im Kommunalen Kindergarten in Mosbach

Kinder im Neckar-Odenwald-Kreis: Spaß mit dem „Bewegungspass”

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(ubr)
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Zum „Bewegungspass“-Projektauftakt hatten Mosbachs Oberbürgermeister Jann und Landrat Dr. Brötel in die städtische Einrichtung geladen. © Ursula Brinkmann

Neckar-Odenwald-Kreis. In dem Wort steckt beides drin: Bewegung und Spaß, man muss es nur anders trennen. Der „Bewegungspass“ will beides miteinander in Kindertageseinrichtungen verbinden und wird nun im Neckar-Odenwald-Kreis eingeführt. Im Kommunalen Kindergarten in der Waldsteige in Mosbach fand der Projektauftakt statt. Denn es ist längst keine Selbstverständlichkeit mehr, dass ein Kind Purzelbäume schlägt, rückwärts geht oder auf einem Bein hüpft. Dabei erkunden und begreifen sie gerade beim Laufen, Rennen, Werfen und Fangen, Hüpfen oder Klettern spielerisch ihre Welt.

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Die Freude an der Bewegung ist Kindern eigentlich in die Wiege gelegt, doch liegen, sitzen, getragen und gefahren werden prägen den Alltag vieler Jungen und Mädchen ausgerechnet ab dem Zeitpunkt des Laufenkönnens in zunehmendem Maß – mit ausgeweiteter Mediennutzung und Corona-Einschränkungen noch einmal mehr.

Was mit dem „Bewegungspass“ erreicht werden soll

Der „Bewegungspass“ wurde entwickelt vom Amt für Sport und Bewegung der Landeshauptstadt Stuttgart. Grundannahme ist, dass Kinder die Welt durch Bewegung spielerisch erkunden und begreifen.

Gemäß der WHO liegen die Empfehlungen hinsichtlich der körperlichen Aktivität für Kinder unter sechs Jahren bei mindestens 180 Minuten pro Tag. Nur rund ein Viertel der Mädchen und Jungen im Alter von drei bis 17 Jahren erreichen die Mindestanforderungen von 60 Minuten moderater körperlicher Aktivität am Tag, in der Altersgruppe der Drei- bis Sechsjährigen bewegen sich weniger als die Hälfte aller Kinder mindestens 60 Minuten am Tag.

Mit Bewegungsförderung für Zwei- bis Sieben-Jährige soll diesem elementaren Bedürfnis einerseits entsprochen und den Defiziten andererseits entgegengewirkt werden.

Seit 2015 haben sich der Stuttgarter Initiative, die zur Transferstelle Bewegungspass Baden-Württemberg wurde, auf Landesebene 13 Stadt- und Landkreise angeschlossen. Nun wird der Bewegungspass im Neckar-Odenwald-Kreis eingeführt, damit Kinder im Alter von zwei bis sieben Jahren in ihrer Motorik gefördert werden. Die Kommunale Gesundheitskonferenz Neckar-Odenwald-Kreis, die Große Kreisstadt Mosbach und die AOK Rhein-Neckar-Odenwald haben sich zusammengetan, um dieses Ziel gemeinsam zu verfolgen.

In neun Übungseinheiten leiten Tiere die Kinder an zum Balancieren (wie ein Eichhörnchen), zum Wälzen und Strecken (wie ein Bär) oder geschickten Transportieren von Dingen (wie die Ameise). Mit „Drachenaufklebern“ soll die Motivation angefeuert werden. Material erhalten die pädagogischen Fachkräfte mit einer Tasche. Außerdem gibt es Videos auf der Website: www. bewegungspass-bw.de/uebungen. ubr

Drei Stunden am Tag

„Drei Stunden Bewegung am Tag sollten es für eine insgesamt gesunde Entwicklung der Kindergartenkinder sein, manche schaffen das nicht in einer Woche.“ Andi Mündorfer, Sportwissenschaftler im Stuttgarter Amt für Sport und Bewegung, ist in den Kommunalen Kindergarten gekommen, um für eine Initiative zu werben, die ihren Anfang 2015 in der Landeshauptstadt genommen hat und seither Kreise zieht: der „Bewegungspass“.

Zum Projektauftakt hatten Mosbachs Oberbürgermeister Michael Jann und Landrat Dr. Achim Brötel in die städtische Einrichtung geladen. „Wir fangen an“, sangen die Kinder und ihre Erzieherinnen im lichtdurchfluteten Turnraum, den der Kindergarten hat. Mit Körperbewegungen wurde der Liedtext auch des nachfolgenden „Körperteile-Blues“ sichtbar; die frisch-fröhliche Übung steckte die erwachsenen Gästeschar an und machte deutlich, wie gut und leicht sich das Thema Bewegung in den Alltag einflechten lässt.

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Zu den Gästen von außen zählten außer OB und Landrat Susanne Engelhardt, Leiterin des Mosbacher AOK-Kundencenters, Jennifer Amend vom Gesundheitsmanagement und Philipp Parzer als Sportbeauftragter der Stadt Mosbach sowie Melanie Rudolf, die die Geschäftsstelle der Kommunalen Gesundheitskonferenz im Landratsamt leitet. Damit wären die Partner benannt, die den Bewegungspass im Neckar-Odenwald-Kreis (NOK) so richtig in Fahrt, pardon: Bewegung bringen möchten. Noch sind im Kindergarten in der Waldsteige keine pädagogischen Fachkräfte entsprechend den Ideen des Bewegungspasses geschult. „Doch das wird in Kürze geschehen“, versicherte Leiterin Elke Dossinger, „und dann soll es multipliziert werden. Der Bewegungspass fügt sich in unser pädagogisches Konzept gut ein.“

Die Ausweitung gilt aber ausdrücklich nicht nur diesem Kindergarten, sondern soll „auf die Fläche des gesamten Kreisgebiets mit seinen rund 100 Kindertageseinrichtungen“ gebracht werden, wie Dr. Brötel verriet. Dabei setze man zudem auf die Mitwirkung und Multiplikation von Vereinen und Sportkreisen als auch den Grundschulen. „Tageseltern nicht zu vergessen.“ Die Bewegungsförderung soll eben alle bewegen.

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Erwachsene nicht ausgenommen

In seiner Ansprache nahm der Landrat die Erwachsenen von der Notwenigkeit für mehr Bewegung nicht aus. Dass der Landkreis diesbezüglich mit dem dafür vorhandenen Raum auf natürliche Weise punkten kann, kommt im Bewegungspass des NOK mit einem bebilderten Hinweis auf Natur- und Geo-Park zum Ausdruck. „Das ist ein Vorteil hier bei uns im ländlichen Raum.“

Andi Mündorfer musste allerdings mit einer Annahme aufräumen, die die (negativen) „motorischen Auffälligkeiten“ anhand der Einschulungsuntersuchungen auf Landesebene offenlegt: Je ländlicher desto höher sei die Zahl der Auffälligkeiten. „Doch der Neckar-Odenwald-Kreis weicht davon positiv ab. Ihr könnt mit dem Bewegungspass eine Spitzenposition in Baden-Württemberg erreichen“, machte er Lust aufs Loslegen und Vervielfältigen. Loslegen taten auch die Mädchen und Jungen im Kommunalen Kindergarten, nachdem Worte gesagt und Statistiken und gezeigt waren.

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Da wurde im Turnraum die Bewegungspass-Tasche mit Material für die Kitas geöffnet, die Koordinationsleiter, Balancebalken, Hütchen und Bälle ausgepackt. Um die Motivation zu fördern, können die Kinder in dem bunten Heft mit „Drachenaufklebern“ die verschiedenen, Tieren zugeordneten Übungen stufenweise angehen oder erhüpfen, ausbalancieren, erklettern. Die Übungen, das wird im Bewegungspass hervorgehoben, sind so konzipiert, dass sie auch daheim gemacht und zum „Spaß für die ganze Familie“ werden können.

Beides, Pass und Tasche, ermöglicht nun den pädagogischen Fachkräften, Bewegungsförderung gezielt, spielerisch in ihren Kita-Alltag zu integrieren. Daran, dass das, was nun in den Kindergärten beginnt, weiter Kreise zieht, arbeitet man auf der politischen Ebene. „Das gute Engagement, das wir mit dem Bewegungspass und mit den Kooperationspartnern zeigen“, so Oberbürgermeister Jann, „soll 2022 weitere Multiplikatoren finden.“

Insbesondere die Sportkreise und -vereine hat er dabei im Blick, frei nach der lateinischen Redewendung: „Mens sana in corpore sano, zu Deutsch: ein gesunder Geist in einem gesunden Körper.“ (ubr)

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