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Waldbegehung des Höpfinger Gemeinderates - Forsteinrichtungserneuerung stand auf der Tagesordnung

Hiebsatz übertrifft Prognose deutlich

Von 
Adrian Brosch
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Die Mitglieder des Höpfinger Gemeinderates schauten sich bei der Waldbegehung im Forst um. © Adrian Brosch

Höpfingen. Bei milden Frühlingstemperaturen traf sich der Höpfinger Gemeinderat am Donnerstag zur Waldbegehung. Nachdem man mit Revierleiter Martin Sauer sowie Patrick Halbauer (Forstbetriebsleitung Walldürn) und Sebastian Stängeli (Firma NatureConsulting im Auftrag der Landesforstverwaltung) die Stärken und Schwächen des heimischen Waldbilds durchleuchtet hatte, tagten die Räte in der Waldstettener Brunnenberghütte: Einstimmig wurde die Forsteinrichtungserneuerung 2022 bis 2031 beschlossen.

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Erhalt des Ökosystems

Der Plan wurde von Sebastian Stängeli erläutert: „Ziele sind die Sicherung einer multifunktionalen und nachhaltigen Bewirtschaftung, der dauerhafte Erhalt des Waldökosystems bei Gewährleistung aller Schutzfunktionen, Erhöhung der Artenvielfalt und dem Umbau klimalabiler Bestände“, umschrieb er die Eckpunkte und fügte an, dass negative Betriebsergebnisse auf Dauer vermieden werden sollen. Hinsichtlich dem Umbau der Bestände bemerkte er, dass der Eichen- und Buchenbestand zunehme, während die große Ära der Fichten und Kiefern „auch angesichts des Klimawandels“ sich ihrem Ende zuneige. „Eiche, Douglasie und weitere klimastabile Laubholzarten sind zulasten Kiefern, Fichten und Lärchen anzubauen“, schilderte Stängeli.

Auf das Höpfinger Waidwerk bezogen konstatierte er, dass die Waldfläche des Gemeindewalds mit 489 Hektar Forstbetriebsfläche und 474 Hektar Holzbodenfläche gegenüber 2012 weitgehend gleichgeblieben sei. Abgenommen habe lediglich der Holzvorrat, der bei 142 700 Festmetern liegt. „Das jedoch war geplant, weil hohe Vorräte ein höheres Risiko bedeuten“, hielt er fest. Auf der anderen Seite erhöhte sich die Naturverjüngung auf 97 Hektar, wobei der Wildverbiss für eine gewisse Entmischung sorge: „Gerade seltene und daher eigentlich benötigte Baumarten fallen zusehends dem Verbiss zum Opfer“, bedauerte Sebastian Stängeli.

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Im Hinblick auf den Klimawandel sei es erfreulich, dass die Eichenbestände bereits bei 17 Prozent in der Fläche liegen und in der jüngeren Vergangenheit einige Bestände neu angepflanzt wurden. 53 Prozent der Holzbodenfläche entfallen auf Laubholz, 45 Prozent auf Nadelholz und rund zwei Prozent sind aktuell als Blöße unbestockt. Als Wasser- und Quellschutzgebiet gelten 152 Hektar; weitere 90 Hektar des Walds liegen im Naturpark Neckar-Odenwald. Insgesamt wurden 21 Waldbiotope auf 16 Hektar Fläche festgehalten; 13 Hektar wurden als Lebensstätten für die Spanische Fahne, das Große Mausohr und die Mopsfledermaus ausgewiesen. Zusammengefasst weise der Höpfinger Gemeindewald drei Refugien auf, die im Ganzen auf fünf Hektar kommen. Der Hiebsatz von 38 600 Erntefestmetern übertraf die Prognose von 27 986 Erntefestmetern deutlich – was auch für den Einschlag der letzten zehn Jahre gilt: Er betrug 42 897 Festmeter und damit elf Prozent mehr als den Plan der Zwischenprüfung. Das wirtschaftliche Ergebnis mit einem Plus von 73 000 Euro pro Jahr sei positiv und gebe nicht nur Spielraum, sondern auch Grund zu verhaltenem Optimismus. „Trotz hohem Schadholzanfall und großer Anbauflächen konnte gewinnbringend gewirtschaftet werden“, bilanzierte Stängeli.

Bestände beobachten

Im Anschluss erläuterte Bürgermeister Christian Hauk die Planung bis 2031. Er verwies auf den geplanten Hiebsatz von 30 070 Erntefestmetern (6,3 Erntefestmeter pro Jahr und Hektar); 21 621 Erntefestmeter fallen in der Hauptnutzung an. Da Schadholzbefall in den Kiefernbestäden kaum abschätzbar sei, müssen die Bestände beobachtet und intensiv gepflegt werden.

Größere Verjüngungsmaßnahmen und Anbauten sind auf 25,5 Hektar (fichtendominierte Bestände) geplant; klimastabile Baumarten wie Eiche, Roteiche und Douglasie werden bevorzugt angebaut. Die Jungbestandspflege auf 72,6 Hektar soll vor allem die beabsichtigten Mischungsanteile herstellen und die Naturverjüngung an „weniger günstigen Standorten“ vorantreiben.

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Nachdem der Gemeinderat einstimmig für die Forsteinrichtungserneuerung votiert hatte, dankte Herbert Frisch für den informativen Waldbegang, der gute und schlechte Standorte ebenso aufzeigte wie Probleme und Chancen des heimischen Walds.

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