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Grandiose Zukunft

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Der Wolfgang ist gestorben, unser Nachbar“, erzählte uns eine Frau aus der Nachbarschaft. Woran Wolfgang gestorben war, wusste sie jedoch nicht zu berichten. Überhaupt konnte sie nur sehr wenig über ihn sagen, da er recht zurückgezogen gelebt hatte.

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„Muffelig“ sei er gewesen und habe im Vorbeifahren nie zurückgegrüßt. Genaueres wusste eigentlich niemand über ihn zu sagen, außer dass er immer mürrisch gewesen sei. An einem näheren Kontakt in der Nachbarschaft war er in all den Jahren nicht interessiert. Vielleicht war das ein Schutzmechanismus, weil er schlechte Erfahrungen mit Menschen gemacht hatte?

© autor

Trotzdem sind einige zu seiner Beerdigung gegangen. Wenige Nachbarn waren da, aber keine Verwandtschaft. Zuletzt hörten wir nur noch, dass er hoch verschuldet gewesen sei. Bestattet auf dem kleinen Waldfriedhof, ohne Pfarrer, wurde seine Asche ins Grab neben einem großen Baum gesenkt. Die Blätter rauschten im kalten Herbstwind, Vogelgezwitscher übertönte das Gedicht von Goethe, das der Trauerredner leise vortrug.

Dieser fiktive Trauerfall steht stellvertretend für die Wirklichkeit. Mich macht so etwas nachdenklich. Wenn ein Mensch mit 87 Jahren stirbt und kaum jemand davon Notiz nimmt – wie einsam muss es um ihn gewesen sein! Welche Biografie hatte er? Warum hat er die Liebe Gottes in seinem Leben nicht kennengelernt? Sind auch Christen zu ihm auf Distanz gegangen? Das wäre schade…

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Morgen feiern wir in unseren Gottesdiensten wieder den „Ewigkeitssonntag“, den letzten Sonntag des Kirchenjahres. Gegen Ende des Kirchenjahres, das in einer trüben und nebligen Zeit im November liegt, rücken schwere Themen wie Tod und Auferstehung, Jüngstes Gericht, Messianisches Friedensreich sowie das Gedenken der Verstorbenen stärker in den Mittelpunkt. Auch morgen werden wir wieder unserer Verstorbenen des vergangenen Kirchenjahres gedenken und mit deren Angehörigen den Gottesdienst feiern.

„Die Zeit ist kurz, oh Mensch, sei weise (…), nur einmal machst du diese Reise, lass eine gute Spur zurück“, so heißt es in einem Lied. Es gibt ein Leben nach dem Tod, und wir entscheiden im Hier und Heute, wo wir die Ewigkeit verbringen werden. Jesus hat gesagt: „Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt“ (Johannes 11,25). Das Vertrauen in den Erlösungstod, den Jesus für uns stellvertretend gestorben ist, bringt uns im Hier und Heute in den Genuss des ewigen Lebens. Nicht ein gutes oder schlechtes Leben, auch keine guten Taten und ausgedehnte Pilger- und Wallfahrten helfen dabei, sondern ein schlichtes „Herr Jesus, vergib mir sündigem Menschen meine Schuld!“

Wer an Christus glaubt, wer ihm angehört, ist in die Gemeinschaft derer hineingenommen, die einmal die Erste Auferstehung erleben werden. Das ist die Auferstehung der Gläubigen zum ewigen Leben. Es gibt auch eine Zweite oder Allgemeine Auferstehung der Nichtgläubigen zum Gericht. Sie werden auf ewig von Gott getrennt sein. Freuen dürfen sich dagegen alle, die Jesus Christus kennen und ihm vertrauen. Sie gehen einer grandiosen Zukunft entgegen.

Pfarrer Dr. Dietmar Reizel, evangelische Kirchengemeinde Ravenstein-Merchingen

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