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Neckar-Odenwald-Tage

Geschichte des Behindertensports ist Thema

Historikertag findet am 23. September in Schwarzach statt. Anmeldung erforderlich

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Neckar-Odenwald-Kreis. Die Gemeinde Schwarzach ist am 23. September um 14 Uhr Gastgeber des Historikertags, der heimatgeschichtlichen Veranstaltung im Rahmen der Neckar-Odenwald-Tage. Und das zurecht, denn der Ort im Kleinen Odenwald hat historisch viel zu bieten. Bereits im Mittelalter ist eine Wasserburg als wormsisches Lehen bezeugt, die im 30-jährigen Krieg zerstört wurde. Der Neubau aus dem 18. Jahrhundert diente zunächst als kurpfälzische Amtskellerei, dann bis heute als Sitz eines Forstamts.

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Auch hinsichtlich der neuesten Geschichte kann Schwarzach mit interessanten Details aufwarten. Der Schwarzacher Hof, dessen Anfänge bis in das 18. Jahrhundert zurückreichen, beherbergt eine Heil- und Pflegeeinrichtung für Menschen mit geistigen Behinderungen der Mosbacher Johannes-Diakonie. Im Rahmen der unmenschlichen NS-Euthanasie wurden viele Bewohner ermordet. Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges befand sich dort ein Betriebskrankenhaus für Daimler-Benz-Werksangehörige, die für „Goldfisch“, einem unter Tage verlagerten NS-Rüstungsbetrieb in Obrigheim, arbeiteten.

Das Tor des „UNRRA International Children Center Aglasterhausen“ (Schwarzacher Hof). © US National Archives

Im September 1945 wurde der Schwarzacher Hof von der US-Militärregierung zur Unterbringung minderjähriger Displaced Persons beschlagnahmt, 1948 erfolgte die Rückgabe. Die Johannes-Diakonie kooperiert seit einigen Jahren mit dem „Kraft-Werk Schwarzach e.V.“, ein von Oliver Caruso, Gewichtheber und olympischer Medaillengewinner, initiiertes Projekt für den integrativen Sport von Behinderten und Nichtbehinderten.

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Mit der Geschichte des Behindertensports und der Displaced Persons nach 1945 greift der Historikertag zwei interessante, bisher weniger beleuchtete Aspekte der Kreis- und Heimatgeschichte auf und stellt sie in den größeren historischen Rahmen. Prof. Dr. Dr. Bernd Wedemeyer-Kolwe vom niedersächsischen Institut für Sportgeschichte wird über die 150-jährige Entwicklung des Behindertensports vortragen und seine Übersicht anhand lokaler und regionaler Beispiele vertiefen. Marcus Velke-Schmidt von der Universität Bonn gibt einen Überblick über die Forschung zu den Displaced Persons und greift deren Scharnierfunktion im Übergang von der NS-Zeit in die frühe Bundesrepublik und zum Beginn des Kalten Krieges auf.

Die AG Geschichte des Nicolaus-Kistner-Gymnasiums Mosbach ergänzt die wissenschaftlichen Referate mit regionalen und lokalen Fallbeispielen.

Eine Anmeldung mit Kontaktdaten ist unter Telefon 06261/84-1102 oder kreisarchiv@neckar-odenwald-kreis.de notwendig.

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