Gemeinderat - Neuer Revierförster und Forstbetriebsleiterin stellten sich vor / Blick auf den Holzmarkt „Fichtenholz macht uns die größten Sorgen“

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mem
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Hardheim. Revierförster Martin Sauer, der seit dem 1. April das Revier Erftal-Waldstetten betreut (die FN berichteten), Forstbetriebsleiterin Anna Haas (Forstbetriebsleitung Walldürn) und Florian Pogorzelski vom Forstrevier Hardheim warfen im Rahmen der jüngsten Sitzung des Hardheimer Gemeinderats einen Blick auf die aktuelle Situation im Wald und auf dem Holzmarkt.

Gemeinderat in Kürze

Beim Punkt „Anfragen und Anregungen des Gemeinderats“ wollte Johannes Becker wissen, warum das beauftragte Unternehmen beim Bau der Stromtrasse Bretzingen/Erfeld einen Teil des Radweges „aufgegraben“ hat, statt „neben den Weg“ zu gehen. Bürgermeister Rohm erklärte, dass man für zwei Wegabschnitte auf den Radweg ausweichen „musste“ (zwei Grundstücksbesitzer hatten sich gegen die Verlegung ausgesprochen) – diese aber anschließend wieder in den alten Zustand zurückversetzt würden.

Siegfried Horn machte auf die „erhebliche Lärmbelästigung“ für die Höhengemeinden aufmerksam, zu der es unter anderem bei den historischen Flugsporttagen in Walldürn gekommen sei. „Das ist keine Lebensqualität“. Bürgermeister Rohm kündigte an, das Thema bei der nächsten Sitzung des Gemeindeverwaltungsverbands anzusprechen.

Durch entsprechende Lärmschutzmaßnahmen behoben werden sollen die „Schallprobleme“ in den Klassenzimmern des Walter-Hohmann-Schulzentrums. Zu denen war es gekommen, nachdem die Teppiche durch PVC-Böden ersetzt worden waren. Rohm: „Wir sind dran.“

Noch keinen festen Termin gibt es für die geplante Verkehrsschau. Anvisiert sei die erste oder zweite Juni-Woche, so Rohm auf Nachfrage. mem

Umlagerung von Sturmholz

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In diesem Rahmen gab es auch Informationen zur geplanten Umlagerung von Sturmholz der Gemeinde Hardheim und der umliegenden Staatswälder am Leiterholzweg zwischen Parkplatz Nikestellung und Wolfsgrubenhütte im Gemeindewald Hardheim.

Anna Haas, die zurzeit kommissarisch den Platz von Jörg Puchta eingenommen hat, der als neuer Leitender Forstbeamter nach Adelsheim gewechselt ist, ging auf die aktuelle Lage ein und erklärte, dass es erneut „ein schwieriges Jahr für den Wald“ werde.

„Schwieriges Jahr für den Wald“

„Stand jetzt“ habe man schon 10 500 Festmeter Holz geerntet. Der Plan sehe 13 600 Festmeter vor, davon 45 Prozent außerplanmäßige Nutzung, vor allem durch Sturm („größter Brocken“), aber auch durch Borkenkäferschäden und Dürre.

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Im April habe es fast keinen Regen gegeben. „Die warme Witterung aus den letzten Jahren scheint sich fortzusetzen“, so Haas weiter. Die hohe Ausgangspopulation bei den Borkenkäfern sei wie 2019 wieder ein großes Problem. „Der Holzmarkt wird sich nicht erholen können.“

Auch den Überschuss aus der Windkraft herausgerechnet sei ein kleines Plus für den Waldhaushalt 2020 geplant gewesen. „Dies wird aber nicht zu halten sein“.

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Haas: „Wir können nur die Ausgabenseite beeinflussen. Wirkung und Möglichkeiten sind aber begrenzt. Vermögenserhaltende Maßnahmen, wie die Pflege und Sicherung von Kulturen und Wegen, würden weiterhin gemacht. „Darauf werden wir uns konzentrieren.“

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Wie Florian Pogorzelski in Sachen Wald- und Forstschutz erklärte, mache ihm das Fichtenholz die größten Sorgen, „weil dort der Borkenkäfer nistet“. Man habe eine große Menge Schadholz aufgearbeitet. „Dieses Holz fließt aber nicht gut ab“. Daher habe man sich für die Umlagerung („wir rechnen mit etwa zehn Wochen“) entschieden (die FN berichteten). Es handele sich dabei um rund 2500 Festmeter Holz.

Bürgermeister Rohm dankte allen drei und deren Teams, „die mit Leib und Seele im Forst zu Hause sind“, für ihr Engagement. Revierförster Martin Sauer, der mit seiner Familie in Höpfingen wohnt, erklärte schließlich, dass er sich „außerordentlich freue, hier tätig sein zu dürfen und Sie bald mal im Wald persönlich zu treffen“. mem