Zum Wintersemester 2022/23

Erste Bilanz fällt positiv aus

Neue Landarzt-Stipendiaten bereichern ärztliche Versorgung im Landkreis

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Leitender Oberarzt Dr. Christoph Ellwanger (Neckar-Odenwald-Kliniken, links) und die derzeitigen Landarzt-Stipendiatinnen und -Stipendiaten. © Neckar-Odenwald-Kliniken/privat

Neckar-Odenwald-Kreis. Zum Wintersemester 2022/2023 hat der Neckar-Odenwald-Kreis zum dritten Mal das Landarzt-Stipendium an Humanmedizinstudierende vergeben. Dabei entschied sich die Jury für insgesamt drei Studierende aus dem Landkreis. Diese ziehen nun eine erste Bilanz. Im Frühjahr 2023 beginnt die vierte Bewerbungsphase für das Landarzt-Stipendium.

Seit Oktober 2022 werden die drei neuen Stipendiatinnen und Stipendiaten Dina Laier, Aaron Falkner und Marcel Wilke, die alle aus dem Neckar-Odenwald-Kreis stammen und hier verwurzelt sind, monatlich mit 500 Euro für maximal vier Jahre unterstützt. Das Landarzt-Stipendium bietet den Stipendiaten die Möglichkeit, sorgenfrei zu studieren und mit einer gesicherten Stelle in die ärztliche Tätigkeit oder die Facharztweiterbildung zu starten.

Zugleich stellen die drei Stipendiaten einen wertvollen Bestandteil für die nachhaltige Sicherstellung der ärztlichen Versorgung im Kreis dar. Denn im Gegenzug verpflichten sie sich, nach Erteilung der ärztlichen Approbation so lange im Landkreis ärztlich tätig zu werden, wie sie das Stipendium bezogen haben. Darüber hinaus bestreiten die Studierenden praktische Anteile ihres Studiums im Landkreis und werden somit schon frühzeitig ein aktiver Bestandteil der ärztlichen Versorgung.

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Stipendiatin Dina Laier sieht viele Vorteile im Landarzt-Stipendium, vor allem in der persönlichen sowie finanziellen Unterstützung: „Ich bin über mehrere Zeitungsartikel auf das Stipendium aufmerksam geworden und habe schnell gemerkt, dass es sehr viele Vorteile hat. Man bekommt Unterstützung bei allen möglichen Fragen rund ums Studium, zum Beispiel bei der Suche nach einer Famulatur, und hat später gute Chancen auf einen Arbeitsplatz im Kreis. Und natürlich wird man auch finanziell sehr gut unterstützt, was während des verhältnismäßig langen Studiums sehr entlastend ist.“

Für die Bewerbung auf das Landarzt-Stipendium hatte sich Stipendiat Marcel Wilke erst zum Ende des Studiums entschieden: „Das war im Rahmen des praktischen Jahres und ich dachte ursprünglich, es wäre nur für zukünftige Hausärzte. Als ich wahrgenommen habe, dass es für alle Facharztrichtungen frei ist, habe ich mich natürlich gleich beworben. Da mir die ganze Zeit schon klar war, dass ich später auch mal hier im Kreis bleiben möchte, habe ich die Gelegenheit gerne genutzt.“

Den Reiz an der zukünftigen Tätigkeit im Landkreis macht für ihn vor allem das Ermöglichen wohnortnaher ärztlicher Versorgung aus. „Und für die Zukunft würde mich vor allem auch reizen, hier im Landkreis auch bei der Ausbildung zukünftiger Mediziner zu unterstützen. Immerhin habe ich vom Pflegepraktikum bis hin zur späteren Weiterbildung dann alles im Neckar-Odenwald-Kreis absolviert. Diesen Erfahrungsschatz möchte ich dann auch gerne weitergeben“, so Wilke weiter.

Auch Stipendiat Aaron Falkner sieht seine Zukunft im Neckar-Odenwald-Kreis, mit dem er vor allem Freiheit und Erholung verbindet: „Ich komme von hier. Nachdem ich für das Studium einige Jahre andernorts verbracht habe, möchte ich nun zu den eigenen Wurzeln zurückkehren.“ Interessierten Medizinstudierenden rät er, sich über die Website des Medizin(er)-Netzwerks zu informieren oder direkt persönlichen Kontakt mit den Verantwortlichen aufzunehmen.

Das Team des Landarzt-Stipendiums, bestehend aus dem Leitenden Oberarzt Dr. Christoph Ellwanger, Sinja Göltl (beide Kliniken) und Kreisentwicklerin Leonie Teichmann, freut sich sehr, neben der bestehenden Stipendiatin Christina Egner wieder drei Neue begrüßen und auf ihrem Weg unterstützen zu dürfen. Denn durch die vielfältigen Angebote bietet das Landarzt-Stipendium bestmögliche Voraussetzungen, nach einem erfolgreichen Medizinstudienabschluss langfristig hier tätig zu werden.

Insgesamt vergab der Neckar-Odenwald-Kreis bis heute sechs Landarzt-Stipendien. Der Schwerpunkt liegt auf persönlicher Betreuung und einer Aus- und Weiterbildung während des gesamten Förderzeitraums. Bereits während des Medizinstudiums treten die Stipendiatinnen und Stipendiaten frühzeitig mit zukünftigen Kolleginnen und Kollegen in Kontakt, erhalten durch Mentoren gezielte Unterstützung und lernen die Vorteile, sich als Arzt oder Ärztin im Landkreis niederzulassen, zu schätzen. Im Frühjahr 2023 erfolgt das nächste Auswahlverfahren, bei dem wieder vier Landarzt-Stipendien vergeben werden.