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Kreisbauernverband - Bei der Jahreshauptversammlung drehte sich vieles um Photovoltaik. Wahlen und Ehrungen auf der Tagesordnung

„Einmischen, mitmischen und politische Ämter übernehmen“

Von 
Liane Merkle
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Ehrungen und Wahlen standen bei der Jahreshauptversammlung des Kreisbauernverbands auf der Tagesordnung. © Liane Merkle

Neckar-Odenwald-Kreis. Die Diskrepanz zwischen Flächenverbrauch infolge von Photovoltaikanlagen auf zum Teil hervorragenden landwirtschaftlichen Böden und zur Ernährung dringend benötigter Flächen für die Landwirtschaft, zog sich nicht nur in den Grußworten, sondern auch im Themenbereich der Jahreshauptversammlung des Kreisbauernverbandes wie ein roter Faden durch die Tagesordnung.

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Landrat Dr. Achim Brötel: „Bei Freiflächen mit Photovoltaik gibt es scheinbar keinen Flächenverbrauch; die Gemeinde will es, der Eigentümer will es – natürlich mit zehnfacher Pacht und auf 20 Jahre garantiert – und der pachtende Landwirt will es auf einmal auch. Geld wirkt eben manchmal auch meinungsbildend.“

Die Landwirtschaft als Rückgrat der Lebensmittelversorgung, und dies nicht nur wegen des Ukraine-Krieges, sondern auch wegen der drastisch zunehmenden Weltbevölkerung, wurde in den allgemeinen Redebeiträgen hervorgehoben.

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In seiner Funktion als Vorsitzender freute sich Albert Gramling über die Anwesenheit zahlreicher Mitglieder und Gäste, darunter der Schefflenzer Bürgermeister Rainer Houck, die Ehrenvorsitzenden Siegfried Hornung und Theo Schadt, die ehrenamtlich tätigen Rehkitzretter Angela und Stefan Müller sowie die Vertreter der landwirtschaftlichen Organisationen, Ämter, Maschinenringe, Landfrauen und Jugendorganisationen.

Nach dem Dank an alle der Landwirtschaft und dem Kreisbauernverband NOK verbundenen Personen, Betriebe und Ämter sowie Firmen hob Bürgermeister Houck ebenfalls die Bedeutung des Flächenbedarfs für die Bauern hervor und erinnerte an das gute Zusammenwirken zwischen Landwirtschaft und Naturschutzbund (Rebhuhnschutzprojekt) im Schefflenztal.

Als ehemaliger Bundestagsabgeordneter und engagierter Landwirt appellierte Alois Gerig besonders an junge Landwirte, sich einzumischen, mitzumischen und politische Ämter anzunehmen.

In seinem Grußwort kam auch das Problem des Flächenverbrauchs für Photovoltaik und der dringend benötigten Fläche für landwirtschaftlichen Anbau zum Ausdruck. Weiter referierte Gerig über das Thema: „Landwirtschaft heute und morgen – aktuelle globale Herausforderungen – in Folge und Bezug auf die wachsende Weltbevölkerung, Ernteausfälle, Klimawandel und Hunger“.

Immer strengere Auflagen

Albert Gramling kritisierte in erster Linie die immer strengeren Auflagen durch die Politik mit daraus resultierenden höheren Produktionskosten und den Bürokratie-Wahnsinn.

Andreas Sigmund resümierte als Geschäftsführer in seinem Bericht das digitale „Bauernhof Frühstück“ mit Julia Klöckner und Peter Hauk, die digitalen Videokonferenzen und Treffen des Kreisvorstandes und natürlich die Aktivitäten des Vereins Rehkitzrettung Buchen mit den zahlreichen Helfern und dem Ehepaar Angela und Stefan Müller an der Spitze. 2021 wurden 61 und 2022 117 Rehkitze und auch Junghasen vor dem Mähen in Sicherheit gebracht – und dem Bauernverband als Kooperationspartner ehrenamtlich wertvolle Dienste geleistet.

Weiter gab er einen umfassenden Bericht über Inhalte und Arbeit der Geschäftsstelle. Gefragt waren dabei Beratungen in fast allen Rechtsbereichen wie zum Beispiel Steuer, Sozialrecht, Nachbarrecht und Baurecht sowie Antragshilfen und Beratungen zur Hofübergabe.

Zum Ende des Berichtsjahres konnte man auf 1065 Mitglieder stolz sein, davon 400 Mitglieder ohne Flächen, wo sich der Strukturwandel bemerkbar mache.

Finanztechnisch weise die Verbandskasse ein Minus auf, weil viele landwirtschaftliche Nachfolger nicht mehr mit ihrer Fläche angemeldet seien und dies doch nachholen sollten. Eine ordentliche Kassenprüfung mit einwandfreier Buchführung bescheinigten die Kassenprüfer Roland Pföhler und Wilfried Gruppenbacher. Die Entlastung des Vorstands erfolgte einstimmig.

Ebenfalls mit einstimmigem Votum wurde Albert Gramling aus Ravenstein-Merchingen zum Vorsitzenden, Alois Gerig aus Höpfingen, Udo Holder aus Mosbach und Samuel Baier aus Sulzbach zu Stellvertretern gewählt.

Zu Obmännern wurden gewählt: Gerhard Häfner für Buchen, David Keller für Schefflenz und Seckach, Siegfried Schmitt für Walldürn und Altheim, Roland Röcker für Adelsheim und Osterburken, Martin Stolz für Walldürn und Walldürner Höhe, Jochen Brenneis für Hardheim und Höpfingen, Eric Keppeler für Ravenstein, Krautheim und Rosenberg, Klaus Keim für Hardheim, Maximilian Heininger für Mosbach und Neckarzimmern, Peter Haas für Mudau und Limbach, Arnold Heck für Limbach und Waldbrunn, Lukas Brenner für Neunkirchen und Schwarzach, Anna Wirtz für Aglasterhausen, Obrigheim, Hüffenhardt und Haßmersheim, Steffen Helm für Neckargerach, Binau und Zwingenberg.

Walter Leibfried wurde mit der silbernen Ähre des Landesverbandes ausgezeichnet für 29 Jahre im Landes- und Kreisvorstand sowie kommissarischer Kreisvorsitzender als Not am Mann war, Karl Gruppebacher wurde mit der Ehrennadel des Landesverbandes ausgezeichnet für vielseitige Verdienste um den Kreisbauernverband.

Als Obmänner verabschiedet wurden nach 30 Jahren Thomas Karlein aus Ravenstein-Oberwittstadt, nach 25 Jahre Jürgen Beuchert aus Walldürn-Wettersdorf und nach 20 Jahren Gernot Mohring aus Mosbach-Lohrbach. Urkunden, Präsentkörbe und Blumen gab es für die Geehrten und Ehefrauen.

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