SPD-Arbeitsgemeinschaft "60 plus" - Gerd Teßmer referierte über Indochina Eine "vergessene" Region

Lesedauer: 

Mosbach. Innerhalb des SPD-Kreisverbandes Neckar-Odenwald nimmt die Arbeitsgemeinschaft "60plus" inzwischen einen festen Platz ein. Tagesgeschehen, politische Zusammenhänge aus aller Welt, bundes- , landes- und kommunalpolitische Themen, aber auch Aktuelles aus Wissenschaft und Kunst haben einen festen Platz in der breiten Angebotspalette dieser AG.

Wirtschaftspolitik im Mittelpunkt

AdUnit urban-intext1

Kreisvorsitzender Wilfried Nies und seine Stellvertreterin Hildgund Beichert gelingt es regelmäßig, interessante Redner zu gewinnen, die die aus dem gesamten Kreisgebiet kommenden Zuhörer ansprechen.

Beim Treffen zum, Anfang des Jahres im Mosbacher "Lamm", zu dem auch viele Interessierte aus Osterburken, Hardheim und Buchen kamen, stand die internationale Wirtschaftspolitik im Mittelpunkt. Der frühere Landtagsabgeordnete Gerd Teßmer, ein Kenner von historischen und wirtschaftlichen Zusammenhängen in Südost-Asien, zeigte die Entwicklung und wachsende Bedeutung der früher einmal zum französischen Kolonialgebiet gehörenden Staaten Kambodscha, Laos und Vietnam auf. Trotz jahrzehntelanger Kriege haben sich diese Länder inzwischen wirtschaftlich erholt und zu für Europa interessanten Handelspartnern entwickelt.

Touristen aus Europa

Sakralbauten und zum Weltkulturerbe zählende Städte ziehen zunehmend Touristen aus Europa an. Der alle drei Länder durchfließende Mekong werde immer mehr zur Lebensader. Die einstige Bedeutung des Französischen ist inzwischen durch Englisch ersetzt worden. An den berühmten Fremdenverkehrszentren werde vermehrt Deutsch verstanden, so Teßmer.

AdUnit urban-intext2

Der Referent wies auch darauf hin, dass sich diese Länder als Handelspartner für die EU, aber auch als Joint-Venture-Staaten anböten, gelten sie doch inzwischen als politisch stabil und sicher mit attraktiven Industrie- und Erholungszentren. Besonders in Vietnam und Kambodscha schießen moderne Erholungszentren noch fernab vom Massentourismus aus dem Boden, so Teßmer. Wenn auch die meisten Investitionen von ausländischen Geldgebern stammten, so habe die einheimische Bevölkerung durch den Verkauf eigener Agrarprodukte und Arbeitsplätze im Dienstleistungsbereich eine verbesserte Wertschöpfung und einen wenn auch nur langsam steigenden Nutzen von dieser Entwicklung.

Teßmer gab diesen bisher noch stark landwirtschaftlich geprägten Staaten eine gute Chance, mittelfristig für Investoren immer interessanter zu werden. Deutsche und japanische Automobilfirmen hätten sich das schon mehrfach zunutze gemacht. Wichtig sei aber auch, dass man in Europa diesen Staaten eine wirtschaftliche Chance geben; denn nur dann könnten sie sich zwischen den aufstrebenden Wirtschaftsriesen China, Indien und Malaysia behaupten und eigenständig entwickeln. Das Interesse in Europa nehme zu, was auch häufigere Berichte und Reportagen in den Medien deutlich machten.

Endlich Entwicklungshilfe leisten

AdUnit urban-intext3

Am Schluss sprach Gerd Teßmer auch noch an, dass es Amerika und Europa gut anstünde, nach Jahrzehnten der Kolonisation und kriegerischen Auseinandersetzungen in diesen Ländern endlich auch wirkliche Entwicklungshilfe geleistet würde. Wilfried Nies, der die anschließende Diskussion leitete, wies auf das weitere Programm der SPD-Senioren-Arbeitsgemeinschaft hin, zu dem alle Interessierten mit oder ohne Parteibuch willkommen seien.