Blick in die Statistik - Zahl der Wohnungen im Neckar-Odenwald-Kreis hat zugenommen / Wohnfläche pro Kopf liegt derzeit bundesweit bei 46,5 Quadratmetern Eigenheim weiterhin der große Traum

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teb
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Entwicklung des Wohnraums im Neckar-Odenwald-Kreis. © Zeitungsdienst Südwest

Neckar-Odenwald-Kreis. Wohnen ist derzeit Experimentierfeld für politische Patentrezepte: Hunderttausende Wohnungen fehlen, gleichzeitig stehen Millionen leer, alleinstehende Menschen bewohnen große und mehrköpfige Familien kleine Wohnungen. Und ‘’bezahlbar’’ müssen sie alle sein. Wobei ‘’bezahlbar’’ ja eine sehr variable Variable ist.

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Es gibt aber auch feste Größen: Im Neckar-Odenwald-Kreis registrierte zum Jahreswechsel 2018/2019 die Fortschreibung der amtlichen Statistik einen Bestand von insgesamt 67 601 Wohnungen aller Art und Größe. Das ist ein Plus gegenüber dem Vorjahr um 0,5 Prozent. Was allerdings nichts darüber aussagt, ob die bestehenden Wohnungen auch zu haben sind.

Dafür lässt sich auf der Basis des IW-Wohnungsbedarfsmodells des Instituts der deutschen Wirtschaft sagen, dass das im Neckar-Odenwald-Kreis zwischen 2016 und Ende 2018 erreichte Verhältnis von Fertigstellungen und Bedarf bei 175,5 Prozent liegt: Der Bedarf ist also durch nachwachsende Wohnungen mehr als gedeckt.

28 463 Einfamilienhäuser

Gut geschnitten, hell, in toller Lage, mit Balkon oder Garten: So wünschen sie viele ihre Traumwohnung. Welche der 67 601 vorhandenen Wohnungen im Neckar-Odenwald-Kreis diesem Ideal nahekommen, wird statistisch nicht erfasst.

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Der größte Traum der Menschen ist und bleibt das eigene Haus für die Familie: 28 463 Ein-Familienhäuser gibt es mittlerweile im Kreis. Aber nicht für jeden ist der Traum bezahlbar. Bleibt die Eigentumswohnung oder das Wohnen zur Miete in einem der 3386 Mehrfamilienhäuser als einkommensbasierte Alternative.

Als Mehrfamilienhäuser gelten alle Gebäude mit drei und mehr Wohnungen. Sozusagen ein Zwischending sind Häuser mit zwei Wohnungen. Von denen gibt es 10 106.

Große Wohnungen begehrt

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Begehrt sind große Wohnungen mit fünf Räumen (einschließlich Küche) und mehr. Davon waren im Neckar-Odenwald-Kreis zum Jahreswechsel 2018/2019 inklusive der Ein-Familienhäuser insgesamt 39 832 vorhanden, das sind rund 58,9 Prozent aller vorhandenen Wohnungen. Weitere 14 778 Wohnungen (21,9 Prozent) verfügten über vier Räume, 9031 Wohnungen (13,4 Prozent) waren Dreiraumwohnungen, 3066 (4,5 Prozent) verfügten über zwei Räume und 894 über einen Raum (1,3 Prozent).

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Ein Problem sind leerstehende Wohnungen: Laut einer Studie des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) standen 2017 (Zahlen aus 2018/2019 liegen noch nicht vor) 2,14 Millionen Wohnungen oder 5,2 Prozent leer. Im Jahr zuvor waren es noch 4,8 Prozent beziehungsweise 1,98 Millionen Wohnungen.

Lokal lässt sich dazu nichts sagen. Bekannt ist nur, dass in Baden-Württemberg der gesamte Wohnungsbestand in Wohn- und Nichtwohngebäuden gegenüber dem Vorjahr um rund 35 679 Wohnungen (plus 0,7 Prozent) kletterte und für einen neuen Spitzenwert von 5,30 Millionen Wohnungen sorgte. Auf den Neckar-Odenwald-Kreis entfielen von diesem bundesweiten Bestand 67 601 Wohneinheiten, angefangen von der Ein-Zimmer-Bude bis hin zur großen Villa. Damit erhöhte sich der hiesige Bestand um 363 Wohnungen oder 0,5 Prozent. Vier Jahre zuvor (2014) hatte die Zahl noch bei insgesamt 66 320 Wohnungen gelegen.

Rund 91,8 Quadratmeter groß ist derzeit die bundesweite Durchschnittswohnung (einschließlich Wohnungen in Wohnheimen), macht 46,5 Quadratmeter pro Kopf, geht aus der Fortschreibung des Wohngebäude- und Wohnungsbestands des Statistischen Bundesamtes weiter hervor.

Im Jahr 2000 lag die Pro-Kopf-Wohnfläche bundesweit noch bei 39,5 Quadratmeter. Da wird sich mancher wundern, wenn er sich in seinen vier oder vier plus x Wänden umschaut.

Vor allem in der Stadt sind die Wohnungen eher kleiner. Vor allem, weil sie teurer sind und bezahlbar bleiben müssen. Wenn das IW im Neckar-Odenwald-Kreis für 2016 bis 2020 einen Wohnungsbedarf von 214 Wohnungen ermittelt, dieser Bedarf durch die zwischenzeitlich gebauten Wohnungen aber sogar überschritten wird, hat das Folgen: Zu wenig Wohnungen treiben die Preise, ein reichliches Angebot wirkt automatisch als Mietpreisbremse und hilft auch Kaufenden. Geht aber nur, wenn genug Bauland für die Menschen bereitgestellt wird. Denn unserer Oma ihr klein Häusle zu beschlagnahmen, weil sie allein oder vielleicht noch mit Opa auf weiter Flur wohnt, ist keine Alternative. Zumindest nicht für alle. teb