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Leserbrief - Zur Corona-Lage im Landkreis

„Die heilige Kuh“

Von 
Leo-Hubert Kappes
Lesedauer: 

Und wieder steht sie in der Zeitung, die heilige Kuh: „Der Schulbetrieb wird fortgeführt“. In jedem Bericht über die Corona-Lage im Landkreis ist dieser Satz zu lesen. Merken denn die Verfechter dieser These nicht, dass eben diese heilige Kuh das größte Hindernis zur Reduzierung der Fallzahlen darstellt?

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Jeder Schüler kommt täglich nach Ende des Unterrichts in sein Elternhaus zurück und hat an diesem Tag zumindest 30 Mitschüler seiner Klasse als mögliche Corona-Kontakte „im Gepäck“. Fährt er mit dem Bus zur Schule, kommen noch einmal mindestens 50 weitere Kontakte hinzu. Bei einer Familie mit drei schulpflichtigen Kindern kommen da am Abend locker schon mal 300 Kontakte zusammen. Bei Lehrer-Familien wird es ganz extrem. Ein Fachlehrer in der Oberstufe, der stündlich die zu unterrichtende Klasse wechselt, kommt an jedem Tag inklusive des Lehrerkollegiums auf mehr als 200 mögliche Corona-Kontakte.

Auch der berufstätige Elternteil bringt einiges an Corona-Kontakten mit nach Hause. Eine solche Familie kommt dann an jedem Schultag schon mal locker auf mehr als 600 mögliche Corona-Kontakte. Unsere verantwortlichen Politiker im „Ländle“, allen voran unsere Kultusministerin Dr. Susanne Eisenmann, wollen dieser Familie dann erklären, dass diese mit der Reduzierung der Kontaktzahlen innerhalb der Familie die Fallzahlen der Corona-Infektionen erheblich reduzieren kann.

Beim einmaligen wöchentlichen Familien-Treffen sollen sich höchstens noch fünf Personen treffen. Der engste Familienkreis muss ausgeschlossen werden. Diese Familie verringert dadurch die Kontaktzahl innerhalb einer ganzen Woche von beispielsweise sieben auf fünf, also eine Reduzierung um ganze zwei Kontakte innerhalb einer Woche.

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Da kann einem schon mal „der Kragen platzen“, wenn man als Großvater dann jeden Morgen in der Zeitung die heilige Kuh entdeckt... Dabei wäre in den Sommerferien Zeit gewesen, Konzepte auszuarbeiten, die das Fortführen des Schulbetriebes mit wesentlich geringeren Kontaktzahlen ermöglicht hätten. Die Schulträger jedoch, scheuen vor den Kosten sinnvoller Maßnahmen zurück. Sie verstecken sich allzu gerne hinter der fragwürdigen Aussage „Kinder seien nicht so ansteckend“. Bis zur Herden-Immunität haben wir – auch mit Impfstoff – noch einen langen Weg.

Wir müssen in den Schulen etwas ändern!

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