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Schlossfestspiele Zwingenberg

„Das Musikerherz hat getanzt“

Musik von „MoZuluArt“ mit unglaublicher völker- und kulturverbindender Kraft erlebt

Von 
Christian Göckel
Lesedauer: 
Mit „Africa meets Classic“ wurde den Besuchern ein musikalischer Leckerbissen geboten. © Christian Göckel

Zwingenberg. „Das Musikerherz hat getanzt“, so Intendant Rainer Roos in seiner kurzen Begrüßung. Er freue sich über den Besuch durch so viele Musikbegeisterte, die in den Genuss einer einmaligen Mischung kommen würden. Musik von „MoZuluArt“ habe eine unglaubliche völker- und kulturverbindende Kraft, die die Welt in Frieden vereinigen könne. Die Idee zu dieser einzigartigen Zusammenarbeit mit dem österreichisch-simbabwischen Musikerquartett sei vor drei Jahren entstanden, so Roos. Er versprach dem Publikum, darunter Gästen aus aller Welt, nicht zu viel.

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Zahlreichen Zuhörerinnen und Zuhörern wurde im kleinen atriumsartigen Schlosshof der Burg Zwingenberg im Rahmen der beginnenden 40. Spielzeit der Schlossfestspiele Zwingenberg, die unter der langjährigen Leitung von Rainer Roos vom 14. Juli bis 6. August stattfinden, mit „Africa meets Classic“ ein musikalischer Leckerbissen geboten. Laue Sommerabendtemperaturen, ein beeindruckendes Ambiente über dem Neckar und mediterrane sowie afrikanische Speisen boten den idealen Rahmen für einen besonderen kulturellen Genuss.

Roland Guggenbichler (Klavier) aus Österreich, Blessings Nqo Nkomo (Gesang), Vusa Mkhaya Ndlovu (Gesang) und Ramadu (Gesang und Perkussion) aus Bulawayo (Simbabwe) boten fast zwei Stunden besinnlichen Gesang. An diesen zwei Tagen entfalteten die vier Musiker mit einfachen Mitteln wie Banjos und Rasseln einen vielfältig strahlenden Klangkosmos. Sie verbanden a capella klassische Klaviermusik von Mozart mit ein- oder mehrstimmigem afrikanischem Zulu-Gesang und Trommelspiel und schufen im eigens in ein rotes Licht getauchtem kleinen Schlossinnenhof eine eigene Atmosphäre.

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Sie gossen die Gelassenheit und die Weite Afrikas in Musik. Man erlebte die Kraft der Savanne mit allen Sinnen. Fast spirituell, harmonisch, fröhlich und lebensfroh animierend, zugleich aber melancholisch, wie als Anrufung vergangener Zeit… Nein, es gibt kein Vokabular, um dies annähernd richtig zu beschreiben. Man muss es erlebt haben. Einfache und zugleich mystische Klänge, schwungvoll und doch nachdenklich zugleich. Das Publikum war sichtbar gefesselt. Schnell wippten nahezu alle im Rhythmus mit. Zahlreiche spontane Tanzeinlagen der Zuhörenden zeugten davon, dass die Musiker den Nerv getroffen hatten. Eine besonders faszinierte Zuhörerin tanzte sogar auf der Bühne, begleitet von den vier Musikern, mit. Bei „In the Jungle, the mighty Jungle“ sah man selbst den Rettungsdienst mittanzen.

Dann wurde es beinahe akademisch. Die Musiker unterwiesen das Publikum auf humorvolle Art in ihrer Sprache und animierten sie zu einem gemeinsamen Gesang. Die Musiker waren mit den Sprachfertigkeiten ihren „Schülerinnen und Schülern“ dann auch sichtbar zufrieden. Eine Adaption der Zauberflöte und der Arie des Sarastro krönten, wie auch ein Lied des Friedens inklusiver Schaukampfeinlagen die Darbietung. Das gibt es vielleicht nur in Afrika. Das ist Afrika. Am Ende der gelungenen Symbiose aus Afrika, Österreich, Mozart und Zwingenberg hielt es niemanden mehr auf den nicht vorhandenen Sitzen. Stehende Ovationen, Zugaberufe und ein prasselnder Beifall waren sichtbarer und verdienter Ausdruck der Begeisterung über die knapp zweistündige Darbietung. Die Musiker dankten ihren Gästen mit zwei Zugaben inklusive Tanzeinlagen.

Zwei wundervolle Abende

„Es war eine Ehre für uns“. Rainer Roos dankte im Namen aller Zuhörerinnen und Zuhörer den vier eigens aus Wien angereisten Musikern für zwei wundervolle Abende. Die Zusammenarbeit soll mit einem neuen Projekt zusammen mit den Wiener Symphonikern fortgeführt werden. Voraussichtlich 2024 sei ein Wiedersehen mit etwas ganz neuem geplant. Alles begann zur Feier des zehnjährigen Endes der Apartheid in Südafrika. Die vier Künstler gingen im Wiener Radiokulturhaus mit den ersten gemeinsamen Schritten Richtung „MoZuluArt“, eine einzigartige Verbindung von klassischer und afrikanischer Musik ein. Inspiriert von Mozart, Ravel, Haydn und Bach sowie von afrikanischer Zulu-Musik und Adaptionen afrikanischer traditioneller Musik folgten Aufnahmen mit den Wiener Symphoniken und erfolgreiche Produktionen und internationale Tourneen. Allein in den USA verkaufte die Gruppe 100 000-ende Platten. Man kann sicher sein, dass dies noch nicht das letzte ist, was man von dem Quartett gehört hat. Auf weitere Begegnungen darf man sich schon heute freuen.

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