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Neckar-Odenwald-Tage

Besondere Aspekte der Geschichte

Der 41. Historikertag wartet mit interessanten historischen Themen auf

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Das Eingangstor des „UNRRA International Children Center Aglasterhausen“ (Schwarzacher Hof). Dessen Geschichte wird beim Historikertag beleuchtet. © US National Archives and Records Administration

Neckar-Odenwald-Kreis. Die Gemeinde Schwarzach ist am 23. September um 14 Uhr Gastgeber des Historikertags, der heimatgeschichtlichen Veranstaltung im Rahmen der Neckar-Odenwald-Tage. Und das zurecht, denn der Ort im Kleinen Odenwald hat historisch viel zu bieten.

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Bereits im Mittelalter ist eine Wasserburg als wormsisches Lehen bezeugt, die im 30-jährigen Krieg zerstört wurde. Der Neubau aus dem 18. Jahrhundert diente zunächst als kurpfälzische Amtskellerei, dann bis heute als Sitz eines Forstamts.

Anfänge im 18. Jahrhundert

Auch hinsichtlich der neuesten Geschichte kann Schwarzach mit interessanten Details aufwarten. Der Schwarzacher Hof, dessen Anfänge bis in das 18. Jahrhundert zurückreichen, beherbergt eine Heil- und Pflegeeinrichtung für Menschen mit geistigen Behinderungen der Mosbacher Johannes-Diakonie. Im Rahmen der unmenschlichen NS-Euthanasie wurden viele Bewohner ermordet.

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Gegen Ende des 2. Weltkrieges befand sich dort ein Betriebskrankenhaus für Daimler-Benz-Werksangehörige, die für „Goldfisch“, einem unter Tage verlagerten NS-Rüstungsbetrieb in Obrigheim, arbeiteten. Im September 1945 wurde der Schwarzacher Hof von der US-Militärregierung zur Unterbringung minderjähriger Displaced Persons beschlagnahmt, 1948 erfolgte die Rückgabe.

Die Johannes-Diakonie kooperiert seit einigen Jahren mit dem „Kraft-Werk Schwarzach e.V.“, ein von Oliver Caruso, Gewichtheber und olympischer Medaillengewinner, initiiertes Projekt für den integrativen Sport von Behinderten und Nichtbehinderten.

Mit der Geschichte des Behindertensports und der Displaced Persons nach 1945 greift der Historikertag in der Schwarzach-Halle zwei interessante, bisher weniger beleuchtete Aspekte der Kreis- und Heimatgeschichte auf und stellt sie in den größeren historischen Rahmen.

Professor. Dr. Dr. Bernd Wedemeyer-Kolwe vom niedersächsischen Institut für Sportgeschichte wird über die 150-jährige Entwicklung des Behindertensports vortragen und seine Übersicht anhand lokaler und regionaler Beispiele vertiefen. Marcus Velke-Schmidt M.A. von der Universität Bonn gibt einen Überblick über die Forschung zu den Displaced Persons und greift deren Scharnierfunktion im Übergang von der NS-Zeit in die frühe Bundesrepublik und zum Beginn des Kalten Krieges auf. Die AG Geschichte des Nicolaus-Kistner-Gymnasiums Mosbach ergänzt die wissenschaftlichen Referate mit regionalen und lokalen Fallbeispielen. Im Anschluss besteht die Möglichkeit, an Führungen über den Schwarzacher Hof oder im „Kraft-Werk Schwarzach“ teilzunehmen.

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