Analyse zur Kreistagswahl (Teil 1) - Zahlreiche Veränderungen in der Zusammensetzung des Gremiums / Acht Kreisräte scheiden aus Auch dieser Urnengang ist spannend

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Karl Heinz Neser
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Die Kreistagswahl wird Veränderungen in der Zusammensetzung des Gremiums bringen. Das Archivbild zeigt die Kreisräte im Wahljahr 2014. © Sabine Braun, Sabine Braun

Beständigkeit und Wandel prägen den Kreistag des Neckar-Odenwald-Kreises. In diesem Jahr scheiden viele Mandatsträger aus, neue Kräfte werden dazu kommen.

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Neckar-Odenwald-Kreis. Die Wahlen am 26. Mai sind seit der Kreisreform von 1973 die 10. Kreistagswahlen. Dominierend in dieser Zeit war die CDU, auch wenn frühere Wahlergebnisse jenseits der 50 Prozent nicht mehr erreicht werden. Bei der Wahl im Jahr 2014 stellte sie 20 der 46 Mandate. Die SPD hatte elf, die Freien Wähler neun, die Grünen fünf und die FDP einen Sitz.

In bundesweite Trends eingebettet

Kommunalwahlen sind trotz aller Vorrangigkeit der Kandidaten in die politischen Wahltrends eingebettet. Der Rückgang der CDU und SPD erfolgte zeitlich parallel zur jeweiligen Regierungsbeteiligung im Bund. Unzufriedenheit mit der Politik dort beeinflusst auch das Kommunalwahlergebnis. Interessant wird sein, wie sich die Bewertungen der Wähler der Arbeit der Großen Koalition im Bund und der grün-schwarzen Landesregierung sowie die Verluste der SPD, das Hoch der Grünen im Land und die Bewertung von FDP und AFD im diesjährigen Ergebnis der Kreistagswahl widerspiegeln.

Neun treten nicht mehr an

Welche Veränderungen zeichnen sich in der Zusammensetzung des Kreistags ab? Insgesamt treten neun der derzeit 46 Kreisräte nicht mehr zur Wahl an; verglichen zu vorangegangenen Wahlen ist das etwas mehr. Den größten Wechsel gibt es diesmal bei den Grünen, wo zwei von fünf (Kreisrätin Dorothee Roos und Kreisrat Georg Moser) nicht mehr antreten. Nimmt man die ausgeschiedene und inzwischen verstorbene Kreisrätin Christine Denz hinzu, ist die Veränderung hier am größten.

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Relativ hoch ist auch der Wechsel bei den Freien Wählern, wo drei von neun Kreisräten (Manfred Röckel, Bürgermeister Heribert Fouquet und Bürgermeister Hans-Peter von Thenen) ausscheiden.

Drei von allerdings 20 Kreisräten treten auch bei der CDU nicht mehr an: Theo Häfner, Volker Mackert und der ehemalige Mosbacher OB Gerhard Lauth. Bei der SPD gibt es mit Joachim Mellinger nur einen Wechsel.

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Die Kreisräte Heribert Fouquet und Gerhard Lauth scheiden nach 20 Jahren aus, Theo Häfner, Volker Mackert, Joachim Mellinger und Dorothee Roos verlassen das Gremium nach zehn Jahren; die anderen nach einer Periode.

Seit 46 Jahren dabei

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Unter den wieder kandidierenden Kreisräten ist CDU-Fraktionsvorsitzender Karl Heinz Neser (Obrigheim) der einzige, der seit der Kreisreform 1973 seit 46 Jahren ununterbrochen dabei ist; er ist landesweit einer der dienstältesten Kreisräte.

Auf 35 Jahre bringen es bei den Grünen Gabriele Metzger (Elztal), auf 30 Jahre der FWV-Fraktionsvorsitzende Uwe Stadler (Aglasterhausen) und der ehemalige CDU-Europaabgeordnete Dr. Thomas Ulmer (Mosbach).

Wechsel und Beständigkeit

25 Jahre im Kreistag sind Bürgermeister Roland Burger (CDU) sowie SPD-Kreisrat Herbert Kilian (Walldürn). Auf 20 Jahre kommen CDU-MdB Alois Gerig (Höpfingen), SPD-MdL Georg Nelius sowie die SPD-Kreisräte Norbert Bieneck (Waldbrunn) und Karlheinz Graner (Haßmersheim).

Wechsel und Beständigkeit kennzeichnen die Zusammensetzung des Kreistags. Es ist gut, wenn nicht das ganze Führungspersonal der Fraktionen ausgetauscht wird, aber auch, wenn wieder neue Kräfte dazu kommen. Karl Heinz Neser