Weltkrebstag - In der Pandemie igeln sich viele Patienten ein, sind verunsichert und stellen alle Aktivitäten ein / Persönliche Beratung und Bewegung helfen Angstvollen Betroffenen Mut machen

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Röntgenbild: Ein Radiologe wertet eine Aufnahme aus. © AOK-Mediendienst, 53177 Bonn

Corona lässt viele andere Erkrankungen in den Hintergrund treten. Notwendige Behandlungen werden teilweise verschoben. Dies ist insbesondere für Krebspatienten eine zusätzliche Belastung.

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Neckar-Odenwald-Kreis. Rund 500 000 Menschen erhalten pro Jahr in Deutschland einen Krebsbefund. Im Neckar-Odenwald-Kreis erkrankten 2019 77 AOK-Versicherte an Brustkrebs, 71 an Darmkrebs und 52 an Prostatakrebs. Der Weltkrebstag am 4. Februar macht ihr schweres Schicksal bewusst. Die AOK Rhein-Neckar-Odenwald unterstützt durch persönliche Beratung sowie die Vermittlung von Selbsthilfegruppen.

„Eine Krebsdiagnose löst bei den Betroffenen Todesängste, Wut und Hilflosigkeit aus. Sie benötigen dann viel Unterstützung und Aufklärung“, sagt Jana Tigges vom Sozialen Dienst der AOK. Zusammen mit ihren Kolleginnen betreut sie Neckar-Odenwald-Kreis fünf Selbsthilfegruppen für Krebspatienten. Dabei handelt es sich um folgende Gruppen: Prostatakrebs, Kehlkopfkrebs, Frauenkontaktgruppe Sport nach Krebs, Frauengruppe nach Brust- oder Gebärmutterhalskrebs sowie Darmkrebs und andere Krebserkrankungen. Die AOK Rhein-Neckar-Odenwald unterstützt diese wichtige Arbeit der Selbsthilfegruppen organisatorisch und mit Geldmitteln. So werden Projekte finanziert und Veranstaltungen ermöglicht.

„Betroffene sollten nicht allein bleiben mit ihrem Schmerz und ihrer Angst. Gespräche unter Gleichgesinnten helfen, informieren und machen Mut“, erklärt die Sozialpädagogin.

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Da allerdings die Krebspatienten zu den von Corona besonders gefährdeten Personengruppen zählen, sind Gruppentreffen aktuell nicht möglich. Umso wichtiger sind persönliche Beratung und individuelle Hilfestellungen. Wo Betroffene, die Familie und andere Bezugspersonen praktische, soziale und psychologische Unterstützung finden, zeigt der Soziale Dienst der AOK.

Jana Tigges: „Die Pandemie hat bewirkt, dass sich viele Patienten komplett einigeln und sämtliche Aktivitäten einstellen. Dies ist die schlechteste Lösung.“ Wird die körperliche Aktivität über mehrere Wochen eingestellt, so hat dies auf den Körper nachweislich erhebliche negative Effekte: Bereits nach wenigen Tagen steigt der Blutzuckerspiegel, der Stoffwechsel wird heruntergefahren und auf Dauer steigt der Blutdruck. Zudem kommt es zu einem Verlust der Ausdauerfähigkeit und die Muskelkraft nimmt ab.

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So führt ein inaktiver Lebensstil häufig zu Übergewicht. In den Fettzellen spielen sich Prozesse ab, die das Entstehen verschiedener Krebsarten begünstigen. Ein hoher Körperfettanteil erhöht das Krebsrisiko für insgesamt 13 Krebsarten. „Gerade jetzt, während des aktuell geltenden Lockdowns, ist körperliche Aktivität besonders wichtig: Sie wirkt sich positiv auf die Psyche aus und stärkt das Immunsystem“, erläutert Sozialpädagogin Tigges und ergänzt: „Es gibt auch in Corona Zeiten ausreichend Möglichkeiten, sein Leben bewegungsreich zu gestalten, beispielsweise mit Spaziergängen im Wald, Joggen oder Walken auf wenig frequentierten Strecken sowie mit Fitness- und Gymnastikübungen zuhause.“