Corona - Drei weitere Todesfälle im Neckar-Odenwald-Kreis 64 neue Infektionen bestätigt

Von 
Bild: dpa
Lesedauer: 

Neckar-Odenwald-Kreis. Das Gesundheitsamt erhielt am Donnerstag Kenntnis über drei weitere Todesfälle im Landkreis mit Covid-19. So starben im Standort Buchen der Neckar-Odenwald-Kliniken ein 91-jähriger Mann des Pflegezentrums St. Josef Waldhausen sowie ein 93-jähriger Mann des Pflegeheims Sonnengarten Buchen. Zudem starb im Standort Mosbach eine 86-jährige Frau der AWO Hausgemeinschaft Elztal-Dallau. Die Gesamtzahl der Todesfälle im Zusammenhang mit SARS-CoV-2 im Neckar-Odenwald-Kreis steigt somit auf 108.

AdUnit urban-intext1

Außerdem wurden 64 neue Infektionen im Kreisgebiet bestätigt. Betroffen sind erneut mehrere Einrichtungen: Pflegeheim Sonnengarten Buchen (14 neue Infektionen), Wohn-Pflegeheim „Haus am Limes“ Walldürn (zwei), AWO Hausgemeinschaft Elztal-Dallau (zwei) und Domus Cura „Glück im Winkel“ Michelbach (eine). Derzeit sind 405 aktive Fälle im Landkreis bekannt. Die Sieben-Tage-Inzidenz steigt auf 176,8. Insgesamt wurden seit dem Ausbruch der Pandemie 3815 Personen mit dem Virus infiziert. 3305 davon sind nicht mehr infektiös.

Für Fragen der Bürger zu den Corona-Fällen und zur Pandemie stehen im Landratsamt Mitarbeiter werktags von 8 bis 16 Uhr sowie samstags und sonntags von 11 bis 15 Uhr unter folgenden Telefonnummern 06261/843333 sowie 06281/5212-3333 zur Verfügung. Bild: dpa

Mehr zum Thema

Coronavirus - täglich aktualisierte Grafiken Neckar-Odenwald-Kreis: Fallzahlen und Sieben-Tage-Inzidenz

Veröffentlicht
Von
Ralf Scherer
Mehr erfahren

Coronavirus - täglich aktualisierte Grafiken Main-Tauber-Kreis: Fallzahlen und Sieben-Tage-Inzidenz

Veröffentlicht
Von
Ralf Scherer
Mehr erfahren

Aktuelle Zahlen Coronavirus aktuell: Fallzahlen auf der Metropolregion Rhein-Neckar und dem Main-Tauber-Kreis

Veröffentlicht
Mehr erfahren

Thema : Coronavirus FN

  • Tauberbischofsheim „Die Pflanzen müssen jetzt raus“

    Nach wochenlangem Corona-Frust herrscht nun große Erleichterung bei den Gärtnerei-Betreibern in der Region. Sie sind gut gerüstet, wenn sie am Montag wieder für die Kunden öffnen dürfen. Main-Tauber-Kreis. Simone Hauck blüht regelrecht auf, wenn sie auf den 1. März angesprochen wird. Die Tatsache, dass an diesem Tag wieder Gärtnerei-Betriebe und Blumengeschäfte in Baden-Württemberg öffnen dürfen, bringt die Geschäftsführerin des Riedl Kreativgartens in Külsheim zum Strahlen. Sie freut sich auf ihre Kunden. Die wollen sich nun wieder beim Einkaufserlebnis vor Ort von der Blütenpracht inspirieren lassen, ist sie überzeugt. Außerdem betont die Gartenexpertin: „Wir haben Saison. Die Pflanzen müssen jetzt raus.“ {element} Bis zur Bekanntgabe der Aufhebung des Lockdowns für ihre Branche herrschte bei Simone Hauck allerdings noch Frustration. Denn „das war eine Durststrecke nach der anderen“, beschreibt sie die Auswirkungen von Corona auf ihr Unternehmen. Der für ihre Branche nur zwei Tage zuvor angekündigte Lockdown am 16. Dezember habe sie „wie der Schlag getroffen“. Schließlich seien Gärtnerei-Betriebe im ersten Shutdown von den Schließungen ausgenommen gewesen. {furtherread} Durch den Lockdown konnten die für Weihnachten georderten Dekorationsartikel ebenso nicht mehr abverkauft werden wie Weihnachtssterne oder Christrosen und Amaryllis. „Einen Teil davon haben wir an Pflegeheime oder Bekannte verschenkt, damit die Pflanzen noch jemandem Freude bringen.“ Mangels Abnehmer „mussten die meisten aber über den Kompost entsorgt werden.“ Wäre man nicht erst zwei Tage, sondern eine Woche vor dem Lockdown über die Schließung informiert worden, hätten Betriebe und Kunden anders reagieren können, ist Simone Hauck überzeugt. Für Kopfzerbrechen habe während des Lockdowns auch die Frage gesorgt, was aus den tausenden Jungpflanzen werden würde, die man im Herbst für die Frühlingssaison selbst eingetopft hatte. Die Primeln, Stiefmütterchen oder Vergissmeinnicht verwandeln die Gewächshäuser mittlerweile in ein buntes Meer aus Blüten. Könnten sie nun nicht verkauft werden, müssten sie ebenfalls entsorgt werden. Hauck: „Es wäre nicht wirtschaftlich, sie länger im Haus zu halten.“ Außerdem werde der Platz für die nächsten Aufzuchten wie etwa Geranien oder Petunien benötigt. „Es war Spitz auf Knopf“ Deshalb kommt das Ende des Lockdowns für die Gärtnereien am Montag gerade noch rechtzeitig. Die Külsheimerin: „Es war Spitz auf Knopf, dass geöffnet wird. Wir hätten die Pflanzen nicht bis Ostern halten können.“ Jetzt allerdings erweise sich die Eigenproduktion als vorteilhaft, denn „wir sind unabhängig von Lieferanten“ und mit „unserem Hygienekonzept“ gut gerüstet. Das gilt ebenfalls für das Gartencenter Wolfbeisz mit seinem „Zaubergarten“ in Bestenheid. Auch hier wurden tausende Jungpflanzen im September und Oktober eingetopft und dann aufgezogen. „All unsere Gewächshäuser sind voll mit Pflanzen, die jetzt raus müssen“, erklärt Geschäftsführer Thomas Wolfbeisz. „Da stecken ein halbes Jahr Arbeit und viel Geld drin.“ Die kurzfristige Schließung vor Weihnachten ohne Vorwarnung sei sehr problematisch gewesen. „Wir haben 300 Weihnachtssterne ausgefahren oder beispielsweise an Altenheime verschenkt“, blickt Wolfbeisz zurück. Viele Pflanzen – darunter auch hochwertige wie Orchideen – seien allerdings im Kompost gelandet. Wie auch Hauck machte der Bestenheider die Erfahrung, dass die nach dem Lockdown zunächst nur erlaubte Auslieferung von Pflanzen und später auch „Click und collect“ nur wenig gebracht haben. Enttäuscht ist er zu dem darüber, „dass es für seine Branche bislang vom Staat keine Hilfen gab.“ Nur das Arbeitsamt habe bei der Beantragung von Kurzarbeit unterstützt. Nachdem Wolfbeisz nach eigener Aussage bis Anfang der Woche „keine Nacht richtig geschlafen“ hat und es „mir noch richtig schlecht ging“, ist er nun zuversichtlich: „Wir sind gut aufgestellt“, betont er angesichts seiner vollen Gewächshäuser und dem bereits ausgearbeiteten Hygienekonzept. Vor allem auf ihre Stammkundschaft verlassen konnte sich in den vergangenen Wochen Martina Uihlein, Inhaberin des Unternehmens Uihlein Gartengestaltung in Königheim. Man habe viele Blumensträuße auf Bestellung verkauft, berichtet sie. Das sei zwar kein Vergleich zum normalen Geschäft, aber „ganz ordentlich“ gewesen. Nun warteten die Kunden darauf, ihre Frühjahrsblüher im Geschäft abholen zu können, ist sie überzeugt. Gut für die Seele „Der Einkauf in einer Gärtnerei mit ihrem besonderen Ambiente ist gut für die Seele. Hier duftet es ganz anders. Man entschleunigt, wenn man durchläuft“, ist Martina Uihlein überzeugt. Und dazu gebe es auch noch fachliche Beratung. Für den Verkaufsstart am Montag sieht sie ihr Unternehmen gut vorbereitet. „Es sind genug Setzlinge verfügbar“, egal ob Frühgemüse wie Salat und Kohlrabi oder Kräuter. Über die Bestellung von Blumensträußen hat sich während des Lockdowns auch Dragana Scheuermann, Inhaberin des gleichnamigen Garten-Centers in Tauberbischofsheim, gefreut. Jedoch fehlte die Laufkundschaft, „die spontan etwas kauft“. Generell sei es ein anderes Gefühl, wenn die Kundschaft in den Laden komme und nicht nur kurz etwas abhole. Große Auswahl „Die Leute sind vorsichtig und halten sich an die Regeln“, hat Scheuermann vor dem Lockdown in ihrem Geschäft festgestellt. Nun freue sich jeder, wenn der Frühling kommt und wieder vor Ort eingekauft werden dürfe. „Die Auswahl ist da“, versichert sie angesichts der zum Teil in der firmeneigenen Baumschule selbst gezogenen Pflanzen. Und auch Topfpflanzen und Schnittblumen seien in ausreichender Menge geliefert worden. Dragana Scheuermann: „Am Montag können wir richtig loslegen.“ Die große Vorfreude der Pflanzenexperten auf die Wiedereröffnung ihrer Geschäfte kann allerdings deren Ärger über einige bislang geltende Corona-Regelungen nicht überdecken. Vor allem bemängeln sie das nach ihrer Meinung während des Lockdowns stark erweiterte Angebot an Blumen, Pflanzen und Non-Food-Artikeln in den Discountern. „Das ist eine absolute Wettbewerbsverzerrung“, stellt Simone Hauck fest. So sei der Schnittblumenbereich in ihrem Geschäft extrem eingebrochen. Dadurch stelle sich die Frage, „ob man das Handwerk weiterhin anbieten kann.“ Auch Thomas Wolfbeisz kritisiert neben den verschiedenen Regelungen in den einzelnen Bundesländern die Entscheidung der Politiker, Gärtnereien und Blumenläden zu schließen, den Verkauf der von diesen vertriebenen Waren aber durch Discounter und Lebensmittelgeschäfte zuzulassen. Martina Uihlein pflichtet ihm bei und betont: „Die Discounter haben uns das Valentinstag-Geschäft verdorben. Und jetzt machen sie das auch mit den Frühjahrsblühern. Genauso grasen sie den Textilmarkt ab. Das ist ungerecht.“ Kein gutes Zeugnis stellt auch Dragana Scheuermann der Politik und dem Floristenverband Baden-Württemberg aus. Viele ihrer Kunden könnten nicht nachvollziehen, dass Discounter alles verkaufen dürfen, der Fachhandel jedoch schließen müsse. Leid tun ihr die Geschäfte, die Pacht oder Miete zahlen müssen. „Die werden kaputt gehen“, ist Scheuermann überzeugt. Doch es nutze nichts, sich zu ärgern. „Man muss das Beste daraus machen.“

    Mehr erfahren
  • Buchen Telko mit Spaghetti und Malstiften

    Homeoffice und die Betreuung der eigenen Kinder unter einen Hut zu bringen, das ist gar nicht so leicht. Mehrere Eltern berichten den FN über ihre Erfahrungen der vergangenen Monate.

    Mehr erfahren
  • Tauberbischofsheim Deutlich mehr Impfungen ab Mitte März

    14 neue Fälle einer Covid-19-Infektion wurden am Freitag im Main-Tauber-Kreis bestätigt. Der Inzidenzwert lag bei 47,6.

    Mehr erfahren