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Hier hat der Leser das Wort - Zum Stundentakt des Bahnverkehrs zwischen Lauda und Osterburken

Zusage für dauerhaften Regelbetrieb ist erforderlich

Von 
Dr. Dieter Thoma
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Wir alle freuten uns, als für Lauda – Osterburken die Regionalbahn (RB) im Stundentakt eingeführt wurde. Weniger interessierte das „Kleingedruckte“: RB-Betrieb auf Probe für vorerst drei Jahre, nur vier Haltestellen, Kostenbeteiligung der Landkreise (einmalig in Baden-Württemberg) – und die Forderung: mindestens 500 Personen täglich auf der Gesamtstrecke, damit der RB-Takt dauerhaft bleibt.

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Wenn ich zum Beispiel Boxberg – Lauda fahre, die halbe Strecke, zähle ich nur als halbe Person, obwohl ich einen ganzen Sitzplatz brauche – was für ein Unsinn. Um als ganze Person zu zählen, müsste ich mit der RB die Gesamtstrecke Lauda – Osterburken fahren. Mit dem RB-Takt wurde zugleich auch beim Regional-Express (RE) Lauda – Osterburken der Stundentakt eingeführt. Dieser RE hat stets Vorfahrt vor der RB. Er zieht also mögliche „Ganz-Strecken“-Fahrgäste komplett ab. Und wenn der RE Verspätung hat, muss die RB immer warten, muss verspätet fahren. Im Probebetrieb funktionieren bloß drei Haltestellen: in Rosenberg, Eubigheim, Wölchingen. An der vierten, in Königshofen, kann ich nur Richtung Lauda einsteigen. In Richtung Boxberg/Osterburken (die längere Strecke) kann ich nicht einsteigen.

Wer als Pendler in Königshofen nicht einsteigen kann, wird dort auch nicht austeigen – die Haltestelle fällt praktisch aus.

Die 500-Personen-Bedingung ist willkürhaft. Im Vergleich zu unseren Nachbarn auch ungerecht: Beim Bau der viel teureren S-Bahn im ländlich dünn besiedelten Raum Mosbach – Osterburken gab es keine Mindestzahl-Forderung. Ebenso wenig bei der Optimierung der Regionalbahn Lauda – Würzburg. Warum bei uns?

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Ja, wir leben im ländlich dünn besiedelten Raum. 1866 ging die Odenwaldbahn in Betrieb. Aber täglich 500 Personen sind hier wohl nie gefahren. Das hat unsere Vorfahren nicht abgehalten, durch unseren Raum die Strecke zu legen, bei uns Bahnhöfe anzulegen. Denn Menschen an der Bahn sollen auch mit der Bahn fahren können. Über ein Jahrhundert war es uns möglich – bis 1985 eine verfehlte Verkehrspolitik diese Haltestellen gestrichen hat.

Der Fahrgastverband „Pro Bahn“ hat seinen Landespreis 2020 „Takt in die Region bringen“ an die Bürgerinitiative „Frankenbahn für alle“ verliehen. Er würdigt damit die Einführung des Bahn-Stundentakts im ländlichen Raum (Rosenberg, Eubigheim, Boxberg-Wölchingen). Auch ein Signal an Stuttgart, diesen Stundentakt weiterzuführen.

Ein Rückfall in die 1985er Lösung „Busse statt Bahn“ wäre absurd, wie „Frankenbahn No Future“. Wir brauchen stattdessen die Zusage für dauerhaften Regelbetrieb. Und dann die sukzessive Reaktivierung von Haltestellen, zuerst Königshofen (zweiter Bahnsteig), Schweigern und Unterschüpf.

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