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Leserbrief - Zu „Lösungen sind gefragt“ (FN 31. August) Zukunft der Kinder nicht verheizen

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In seinem Leserbrief hat Herr Grethe Recht, wenn er die örtliche Kandidatin der CDU in Schutz nimmt.

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Im aufreibenden Wahlkampf kann man nicht auf jede Frage persönlich eingehen. Das ist zu zeitintensiv und wirkt wenig in die Öffentlichkeit.

Auch ihr Eintreten für eine Novellierung des EEG-Gesetzes ist sicher richtig. Die Frage bleibt, wer hat dieses Gesetz 16 Jahre lang eher restriktiv behandelt und warum kann ich selbst nach der Novellierung meinen selbst erzeugten Strom nicht problemlos an einen Mieter im eigenen Haus verkaufen.

Es spricht für Frau Warken, dass sie mit Herrn Jung den einzigen Klima-Experten der CDU eingeladen hat.

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Mir sagt das, dass kleine Teile der CDU die Dringlichkeit der CO2-Einsparung erkannt haben. Soweit ich mich erinnere, war aber auch ihr Fraktionschef Brinkhaus zu Gast. Der argumentiert in einem Spiegel-Interview diese Woche wie die Mehrheit seiner Partei.

Die weiß leider nur, was sie nicht will, aber welche konkreten Lösungen sie will, ist nicht zu erkennen. Die Lösungen finden sich bei einigen Forderungen von „Friday for Future“ (FFF): weniger Fleisch, weniger Verkehr, mehr erneuerbare Energien.

So gesehen ist ein Tempolimit kein Aktionismus. Das Umweltbundesamt berechnet eine CO2-Einsparung bei 120 km/h von 2,6 Mio Tonnen, bei 100 km/h von 5,4 Mio Tonnen. Das sofort und ohne nennenswerte Kosten. Die Verteuerung des Benzins hat die CDU mit der Einführung der CO2-Bepreisung mitbeschlossen.

Nachdem das Bundesverfassungsgericht geurteilt hat, dass die Maßnahmen des Klimaschutzgesetzes nicht ausreichend sind, kamen freudige Stimmen auch aus der CDU, und die Partei scheint bereit, hier sogar nachzulegen.

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Nicht nur die Grünen, sondern auch die CDU setzt auf Windkraftanlagen. So sieht der Koalitionsvertrag mit der CDU in Baden-Württemberg 1000 neue Anlagen vor, im ganzen Land, nicht ausschließlich bei uns. Zu Recht, denn die Windkraft hat sich als gangbarer und vor allem schneller Weg zur Erzeugung regenerativer Energien erwiesen.

Solare Freiflächenanlagen pflastern keine guten Böden zu. Sie bilden ökologische Nischen und bieten Landwirten die Möglichkeit, ihr Einkommen zu steigern. Ich habe bei einer Besichtigung gelernt, dass es keine Feldfrucht gibt, die auch nur in die Nähe des Ertrags einer Freiflächenanlage kommt.

Berücksichtigt man dabei noch, dass laut Statistischem Bundesamt 57 Prozent der Ackerfläche bei uns für Viehfutteranbau genutzt werden, wird der Vorschlag von „Friday for Future“, „weniger Fleisch“, nachvollziehbar.

Herr Grethe hat wieder recht, wenn er schreibt, die Grünen bräuchten keine Angst zu haben, bei Wahlen abgestraft zu werden. Davor haben wir Grünen tatsächlich keine Angst, da die Themen auf uns zukommen.

Selbst hier auf dem Land haben uns bei der Landtagswahl zum Direktmandat lediglich 1524 Stimmen (2,39 Prozent) gefehlt.

Wenn die neue Bundesregierung so weitermacht wie bisher, verheizen wir die Zukunft unserer Kinder. Mir erscheint das apokalyptischer als den Anblick eines Windrads „ertragen“ zu müssen oder den Zweitwagen ab und zu stehen zu lassen.

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