Lions Club - Für Stammzellentypisierung wird Spendenaktion gestartet / Mit 20 000 Euro können 400 Spendenwillige getestet werden Ziel ist die Rettung von Menschenleben

Von 
Norbert Seybold
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Ein wenig Blut wird bei der Typisierungsaktion abgenommen. Unser Bild entstand bei einer Typisierungsaktion im letzten Jahr in Königheim.

© FN-Archiv/Harald Fingerhut

Main-Tauber-Kreis. Menschenleben retten ist das Ziel einer Aktion der 94 im hiesigen Distrikt zusammengefassten Lions Clubs und ihrer 16 Leo Clubs. Die Vision: 100 an Blutkrebs Erkrankten zu ermöglichen, ihre Krankheit besiegen zu können. Im Vorfeld der Jubiläen 100 Jahre Lions International und 20 Jahre Lions Club Tauberbischofsheim soll Geld gesammelt werden, um bei einer Typisierungsaktion im Frühjahr 2016 insgesamt 400 Freiwillige zu finden, die dazu bereit sind. Da eine solche Typisierung rund 50 Euro kostet, muss der örtliche Lions Club rund 20 000 Euro aufbringen, um die Aktion finanzieren zu können.

Blutkrebs (Leukämie) und mögliche Therapien

  • In einem gesunden Immunsystem reifen Stammzellen im Knochenmark heran und erfüllen später ihre Aufgaben als Blutstammzellen in der Blutbahn (Blutbildung). Wird diese Entwicklung gestört, spricht man von Blutkrebs bzw. Leukämie.
  • Durch die Transplantation von gesunden Stammzellen eines fremden Spenders kann das kranke Immunsystem neue funktionsfähige Blutzellen bilden.
  • Möglichkeiten der Transplantation sind: Periphere Blutstammzellspende:
  • Transplantierte Stammzellen werden mithilfe des Medikamentes G-CSF stark vermehrt und gelangen in die Blutbahn
  • Knochenmarkspende: Da Stammzellen bekanntlich im Knochenmark ansässig sind, kann auch das Knochenmark eines Spenders transplantiert werden. yst
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Wenn man schon ein Menschenleben retten kann, sei das ein toller Erfolg, so die Motivation der Clubmitglieder. Und wenn man das Ziel von 400 Freiwilligen erreicht, könnten statistisch gesehen sogar vier Erkrankten geholfen werden. Denn rund zwei bis drei Prozent aller bei einer Typisierung erfassten Freiwilligen kommen in den nächsten Jahren als Spender in Frage, eine Spende ist dabei statistisch gesehen erfolgreich.

Wichtig für die Lions-Mitglieder ist das Einbinden des Nachwuchses: Je jünger man typisiert wird, desto länger steht man als möglicher Spender in der Datei zur Verfügung. Ab einem Alter von 55 Jahren wird man nicht mehr neu aufgenommen, mit dem 60. Lebensjahr wird die Karteikarte geschlossen. Deshalb hofft Lions auch, dass die eigene Nachwuchsorganisation über die sozialen Medien möglichst viel jüngere Menschen für die Typisierungsaktion gewinnen kann.

Bei einer solchen Aktion wird den potenziellen Stammzellenspendern zunächst einmal nur eine geringe Menge an Blut entnommen, um den jeweiligen Bluttyp festzustellen. Damit werden die Freiwilligen in einer weltweit bereitgestellten Kartei erfasst. Falls ein an Leukämie Erkrankter die gleichen Merkmale aufweist, wird beim möglichen Spender nachgefragt, ob er tatsächlich dafür bereit ist.

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Dann wird ein Medikament verabreicht, das die Produktion der für den Erkrankten wichtigen Stammzellen anregt, die sich dann im Blut des Spenders anreichern. Dann würde in Form einer Blutwaschung, die einen Tagesaufenthalt in einer Klinik erfordert, die Stammzellen entnommen werden und könnten an den Erkrankten übertragen werden.

Die Spendenaktion des Lions Club Tauberbischofsheim läuft ab sofort, jeder Geldbetrag ist dabei willkommen. Als Grundstock stellt der Club 2500 Euro zur Verfügung.

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Weiteres Geld soll durch Aktionen der Clubmitglieder eingenommen werden. So gibt es beim Lions-Basar am Samstag in Lauda eine Verlosung attraktiver Preise, deren Erlös in den Spendentopf fließt.

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Eine Woche später ist der Club beim Weihnachtsmarkt im Kloster Bronnbach dabei. Mit großer Unterstützung auch der Damen der Lions-Mitglieder wurden insgesamt 1500 Hippen gebacken und liebevoll verpackt, die zum Verkauf bereitstehen, wie auch einige hochwertige Spirituosen. Bei der dann hoffentlich erfolgreiche Typisierungsaktion selbst kann der Lions Club Tauberbischofsheim mit eigenen Ärzten aufwarten, die auch für gut geschultes Personal bei der Blutentnahme garantieren. Die Typisierung wird dann in den Händen der Deutschen Stammzellenspenderdatei (DSSD) liegen, einer Einrichtung des DRK.