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Leserbrief - Zu Leserbrief „Es wäre besser, miteinander statt gegeneinander zu arbeiten“ (FN, 30. März) Zeichen der Zeit sprechen für den Dauerbetrieb der Bahn

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© Fotolia/mapoli-photo

Man kann den Herren Tuschhoff und Moritz nur beipflichten. Es ist immer besser, gemeinsam an einem Strang zu ziehen. Wichtig dabei, in der gleichen Richtung. Beide wollen mir bitte nachsehen, dass ich über die Ziele Der Grünen nicht eingehend informiert bin. Ein Zeichen mehr, miteinander zu reden, um anschließend miteinander arbeiten zu können. Zum Reden gehört jedoch auch, dem Anderen zuzuhören. Besser noch, ihn nach besten Kräften zu unterstützen.

Bevor Herr Tuschhoff sowie Herr Moritz die Sinnhaftigkeit des Bahnbetriebes in der Region zwischen Osterburken und Lauda anzweifeln, sollten sie deren Bewohnern zunächst eine faire Chance geben. Auch, und gerade das fehlende Angebot an den Wochenenden lässt keine Bindung zur Bahn aufkommen.

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Hinzu kommt das ausgedünnte Netz der Haltestellen. Erst wenn die Anwohner an allen ehemaligen Haltestellen zusteigen können, ist es seriös, über die Bereitschaft der Bevölkerung urteilen.

Die von mir geäußerte „Befürchtung“, dass die geplante Nahverkehrsabgabe hauptsächlich den Ballungszentren zugutekommt, wurde bislang nicht ausgeräumt. Einer Pressemeldung Der Grünen von Anfang Februar kann man lediglich folgendes entnehmen: Herr Juokov bezweifelt darin die Erfüllung der für den Dauerbetrieb erforderlichen Zahl von 500 Strecken-Personenkilometer pro Tag. Der Regionalbahnbetrieb ist dann nur noch unter erheblicher Mitfinanzierung der Gebietskörperschaften möglich, so seine Worte. Das einzig positive bei dieser Meldung ist die Erwähnung der Reaktivierung der früheren Haltepunkte. Man weiß also sehr wohl, woran es hakt.

Unklarheit besteht meinerseits bei der Art der Beteiligung der Gebietskörperschaften. Strebt man hier eine finanzielle Beteiligung seitens der Kommunen sowie des Landkreises bereits bei der Modernisierung/Reaktivierung der Haltestellestellen an oder eine spätere ständige Beteiligung? Allzu hochtrabenden Wünschen bezüglich der Zahl der Haltestellen, lässt sich leicht durch eine verpflichtende Beteiligung der Anliegerkommunen begegnen. Ein weiteres großes Fragezeichen steht hinter der Beteiligungspflicht der Bürgerschaft. „Die finanzielle Beteiligung kann auf verschiedene Weise eingefordert werden. Zum Beispiel von allen Einwohnenden oder von allen Fahrzeughaltern“. So die Aussage in besagter Pressemeldung. Das lässt viel Platz für Spekulationen, infolge derer man sich schnell wieder dem Vorwurf der Verbreitung von Unwahrheiten ausgesetzt sieht.

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Veröffentlicht
Von
Thomas Tuschhoff
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Sollte es bezüglich der Einführung des Dauerbetriebes zu einem Sonderopfer der Anwohner der Region zwischen Lauda und Osterburken kommen, wäre dies äußerst schädlich für die Begeisterung der Bevölkerung für dieses richtungsweisende Projekt. Alleine schon die Zeichen der Zeit sprechen eindeutig für eine dauerhafte, uneingeschränkte Nutzung der Bahn in der Region zwischen Lauda und Osterburken. Ein kurzer Blick in die Vergangenheit zeigt, dass die Heranziehung der Anliegergemeinden zur Verwirklichung solcherlei Vorhaben so neu nicht ist.

Die Gemeinde Schweigern, um nur eine zu nennen, hat sich anno 1872 mit 1000 Gulden an der Errichtung ihrer Personenhaltestelle beteiligt. Bei Gesamtkosten von 6500 Gulden. Auf dem Gelände der ZG Raiffeisen stand einst ein stattliches Bahnhofsgebäude. Von einer Entschädigung nach Einstellung des Bahnbetriebes ist mir nichts bekannt. Zudem hat sich die Gemeinde Schweigern im Jahre 1877 finanziell an der Errichtung einer Güterstation beteiligt. Unter Fürsprache gar von Gemeinden aus dem Jagsttal, mitsamt dem Grundherrn Baron Freiherr von Berlichingen. Ein kurzer Blick ins Taubertal muss angesichts der dortigen modernen Bahnstationen erlaubt sein.

Angesichts der unlängst erfolgten feierlichen Übergabe der sanierten barrierefreien Bahnstationen in Elpersheim, Dittigheim sowie Hochhausen bezeichnete Landrat Christoph Schauder dies als „wichtiges Signal an die Bevölkerung“.

Minister Hermann hat es in Rosenberg ähnlich formuliert: „Jetzt kommt es darauf an, dass Sie einsteigen. Es freue ihn umso mehr, wenn die Züge auf der Frankenbahn auch nach dem Ende des Probebetriebes an den Bahnhöfen nicht vorbeifahren“. Man kann seiner Einschätzung nur beipflichten, dass die Haltestationen zeitgemäß und fahrgastfreundlich ausgerüstet werden müssen. Man möchte ihm zurufen: „Dann tu´s doch!“ Auf Neudeutsch ausgedrückt: „Just do it!“

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