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Jugendgerichtsgesetz - Beschuldigte in Jugendstrafverfahren können mehr Hilfe in Anspruch nehmen

Weg in richtige Richtung weisen

Von 
hvb
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Main-Tauber-Kreis. Rund 700 Jugendstrafverfahren gibt es pro Jahr im Main-Tauber-Kreis, informierte Martina Knödler, Leiterin des Fachbereichs Soziale Dienste beim Jugendamt. Vor der Novellierung des Jugendgerichtsgesetzes wurde das Jugendamt erst nach der Vernehmung eines Jugendlichen (14 Jahre bis zum vollenden 21. Lebensjahr) informiert. Eine Entscheidung, ob ein Verfahren eingeleitet wird, sei ohne Einbeziehung des Jugendamts gefällt worden. Nach der Novellierung ist das Jugendamt nun vorab mit im Boot und zuständig für einen Vorschlag von Weisungen und deren Überwachung. Außerdem erstellt es eine Stellungnahme vor der Anklage und hat nun nicht mehr nur das Recht, sondern die Pflicht zur Teilnahme an der Hauptverhandlung.

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Zwar ist die Beteiligung des Jugendamts vom Wunsch des Jugendlichen oder dessen Eltern abhängig, doch bedeuten die neuen Pflichten der Behörde auch Mehrarbeit. Weil das Jugendamt für alle Jugendlichen im Main-Tauber-Kreis zuständig ist, der Verhandlungsort sich aber nach dem Tatort richtet, müssen oft weite Wege zurückgelegt werden. Nach ersten Berechnungen sei eine halbe Stelle zusätzlich notwendig, um diese Arbeit zu erledigen und die damit verbundenen Gespräche mit Polizei, Staatsanwaltschaften, Jugendgerichten, der Bewährungshilfe und der Jugendgerichtshilfe zu leisten.

Einen milderen Verfahrensverlauf, wie ihn Andreas Lehr (CDU) vermutete, wollte Martina Knödler mit der Novellierung nicht verbinden. Vielmehr sieht sie die Chance zu einem passgenaueren Verfahren. Letztlich, so ihre Antwort auf die Frage von Alfred Bauch (SPD), flössen alle Erkenntnisse in eine Sozialprognose ein. Werner Fritz sah in jedem Fall eine qualitative fachliche Verbesserung in der Novellierung, mahnte jedoch einen kürzeren Abstand zwischen Tat und Verfahren an. hvb

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