Video-Gespräch - CDU-Bundestagsabgeordneter Alois Gerig veranstaltete ein Video-Gespräch mit Vertretern des Deutschen Roten Kreuzes aus der Region und DRK-Präsidentin Gerda Hasselfeldt Viele Ideen zur Umsetzung von Theorie in Praxis

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Heike von Brandenstein
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Auch im Main-Tauber- und im Neckar-Odenwald-Kreis waren Ehrenamtliche vor Weihnachten im Einsatz, um Corona-Schnelltests anzubieten. © dpa

Großer Einsatz auf der einen, ein Abbau von Angeboten im Zuge der Corona-Pandemie auf der anderen Seite. Was das DRK vor Ort beschäftigt, wurde beim Video-Gespräch mit Alois Gerig deutlich.

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Odenwald-Tauber. Dass die Corona-Pandemie auch Chancen bei der Kommunikation bietet, zeigte sich beim Video-Gespräch von Alois Gerig mit Vertretern des DRK. Zugeschaltet war nämlich auch DRK-Präsidentin Gerda Hasselfeldt, mit der DRK-Vertreter aus der Region eher selten Gelegenheit haben, direkt in Kontakt zu treten. Sie beantwortete Fragen und machte Mut, nahm aber auch Anregungen mit, durch die bürokratisch auferlegte Hürden niedriger gelegt werden und die Impfungen schneller erfolgen können.

Mehr als 20 Teilnehmer zählte die virtuelle Runde am frühen Donnerstagabend. Gerade im Ländlichen Raum gehe es nicht ohne die vielfältige ehrenamtliche Hilfe, betonte MdB Alois Gerig eingangs und dankte für das Engagement vor Ort. Er hoffe, dass sich die Corona-Situation bald verbessere, wenn mehr Impfstoff in der Breite zur Verfügung stehe.

Das unterstrich DRK-Präsidentin Gerda Hasselfeldt. „Ich habe die Hoffnung, dass Freiheiten bald wieder möglich und Arbeits- und Lebensbedingungen wieder besser werden. Politische Entscheidungen, die getroffen wurden, sind der richtige Weg.“

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Wichtig sei, sich an Vorgaben zu halten und selbst Verantwortung zu übernehmen. Sie appellierte an alle, die im Pflege- und Betreuungsbereich tätig seien, sich impfen zu lassen. Ihren Dank sprach sie allen Haupt- und Ehrenamtlichen aus, die im vergangenen Jahr noch weit mehr geleistet hätten als in früheren Jahren. Vor allem der Rettungsdienst habe unter erschwerten Bedingungen gearbeitet, was sie selbst als Infizierte hautnah erlebt habe.

Gerhard Lauth, Präsident des DRK-Kreisverbands Mosbach, informierte, dass in seinem Gebiet von Beginn der Pandemie an Einkaufsfahrten für die Bevölkerung organisiert worden seien.

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Vor Weihnachten seien Schnelltests für die Bevölkerung angeboten worden, bei denen fünf positive Fälle festgestellt wurden, die selbst gar nichts davon gewusst hätten. Ein Schutz ihrer Familien vor Ansteckung konnte somit gewährleistet werden. Momentan werde überlegt, solche Schnelltestangebote zu verstetigen, auch wenn sie nur Momentaufnahmen darstellten.

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Lauth bemängelte jedoch, dass die Finanzierung von Schutzmaßnahmen, für die das Land zuständig sei, noch nicht geklärt ist. Auch die Prämie für Menschen in Pflegeberufen werde den Rettungsdiensten verwehrt, obgleich sie auch „Corona-Helden“ seien und engen Kontakt zu Infizierten hätten.

Gerda Hasselfeldt meinte dazu, dass hier die Länder in der Pflicht seien. Sie wisse, dass der Rettungsdienst in Bayern die Corona-Prämie erhalte.

Auch Oskar Fuchs, Präsident des Kreisverbands Tauberbischofsheim, berichtete von Schelltestaktionen in Wertheim und in der Kreisstadt kurz vor Weihnachten. Er sprach von anfänglich großen Problemen bei der Beschaffung von Schutzkleidung. Sei es weitestgehend gut gelungen, den Rettungsdienst zu schützen, habe es im Pflegebereich einige Infektionen gegeben.

Thomas Haak vom Kreisverband Bad Mergentheim verwies auf die gute Zusammenarbeit auf allen Ebenen. Bislang sei man vergleichsweise gut durch die Pandemie gekommen. Wenn man jetzt nach vorne blicke, sei die einzige Möglichkeit, der Pandemie etwas entgegenzusetzen, so schnell wie möglich zu impfen. Für ihn gestalte sich aber der vorgegebene Ablauf im Impfzentrum zu aufwendig. Erst gelte es, einen Informationsfilm anzuschauen, dann die Aufklärungsbogen auszufüllen. „So ein Film müsste jeden Abend vor der Tagesschau laufen und die Aufklärungsbögen im Internet abrufbar sein, um schneller zu agieren“, forderte er eine Initiative der Bundesregierung. „Wir müssen diese Pandemie in den Griff kriegen“, so Haak.

Gerda Hasselfeldt nahm diesen Hinweis gerne auf. Sie wolle den Gedanken weitertragen und verfolgen. Bei den Schnelltests, so die DRK-Präsidentin, gingen die Meinungen auseinander. Sie seien zwar nicht der Weisheit letzter Schluss, doch zeigten die Erfahrungen, dass einige durch sie auf Infektionen aufmerksam geworden seien. Derzeit gebe es Bestrebungen, dass Pflegeeinrichtungen durch zusätzliches Personal unterstützt werden sollen, um Schnelltests vorzunehmen. Die Einweisungen zur richtigen Handhabung würde das DRK übernehmen.

Dominic Burger-Graseck, Kreisbereitschaftsleiter und stellvertretender Krisenmanager beim DRK- Kreisverband Buchen, meinte, die Pandemie habe gezeigt, was Vorhaltung und Resilienz seitens des DRK angehe. Jetzt gelte es, Konzepte zu entwickeln, wie sich für künftige Pandemien besser gerüstet werden könne.

Hasselfeldt räumte ein, dass es in der Vorhaltung von Schutzausrüstungen Defizite gebe. „Manchmal braucht es eine krisenhafte Situation, um Lösungen herbeizuführen“, so die Präsidentin. Das DRK habe bereits angemahnt, eine Vorratshaltung für Pandemien, aber auch für Cyber-Attacken, aufzubauen, wie es sie bis Mitte der 90er Jahre gegeben habe. Bislang habe man die Zusage für zwei solcher Lager, weitere Vorgaben des Gesundheitsministeriums seien in Planung.

Während Roland Dietz von der DRK-Bereitschaft Niederstetten die Befürchtung äußerte, dass sich Ehrenamtliche aufgrund der langen Pause vom DRK zurückziehen könnten, bemängelte Markus Huber, Vorsitzender des Ortsverband Walldürn, dass der Katastrophenschutz erst in der dritten oder vierten Welle beim Impfen drankomme. Und das, obgleich etliche Helfer innerhalb von Stunden in einem Corona-Hotspot in einem Hüffenhardter Altenheim eingesetzt worden waren.

Steffen Horvath, Kreisgeschäftsführer des DRK-Kreisverbands Buchen, betonte die Vielfalt an Leistungen, die das DRK vor Ort erbringe. Das zeige, dass auch kleine Strukturen viel leisteten.

„Wir brauchen Euch“, ermunterte abschließend Gastgeber Alois Gerig zum weiteren Engagement der Mitarbeiter beim DRK.

Redaktion Zuständig für die Kreisberichterstattung Main-Tauber