Untreue-Prozess - Revision gegen Haft-Urteil eingelegt Verteidigung will Zeit gewinnen

Von 
Michael Weber-Schwarz
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Freudenberg/Mosbach. Im Prozess um die Veruntreuung von Banken- bzw. Kundengeldern in Freudenberg am Main (wir berichteten) hat die Verteidigung das Rechtsmittel der Revision eingelegt. Das vom Landgericht Mosbach am vergangenen Freitag gesprochen Urteil - dreieinhalb Jahre Haft - ist damit nicht rechtskräftig. Angeklagt ist die Ex-Filialleiterin einer Bank. Staatsanwaltschaft und Gericht sahen es als erwiesen an, dass die Frau über Jahre hinweg in 80 Fällen hohe Geldbeträge von Bankkonten abgezweigt hat, um eine marode private Firma am Laufen zu halten. Die Frau hatte die Taten vollumfänglich zugegeben. 2013 waren die Manipulationen bei einer Innenrevision aufgeflogen.

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Wie der Verteidiger der Angeklagten, der Frankfurter Rechtsanwalt Harald Hotze, unserer Redaktion auf Anfrage sagte, sei der jetzige Widerspruch gegen das Urteil mehr formaler bzw. prozesstaktischer Natur. Man werfe dem Gericht keine Verfahrensfehler vor. Hätte das Urteil ohne Revisionsantrag binnen Wochenfrist die Rechtsgültigkeit erlangt, hätte seine Mandantin die verhängte Haftstrafe grundsätzlich sofort antreten müssen. Durch das Rechtsmittel wolle man Zeit gewinnen, damit die Angeklagte noch private Angelegenheiten im Hinblick auf den Haftantritt regeln könne.

Redaktion Im Einsatz für die Lokalausgabe Bad Mergentheim