Rinderzuchtverein Main-Tauber-Kreis

„Unfug“ machte alles, nur keinen Unfug

Bei der Jahreshauptversammlung in Markelsheim von vielen Superlativen berichtet

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tze
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Die Züchter mit ihren Leistungstafeln. Mit auf dem Bild die Vorsitzende Sabine Ott und Geschäftsführerin Julia Stolz. © Tillmann Zeller

Markelsheim. Kühe können bei ihrer Namensgebung nicht mitreden. Wäre es anders, dann hätte sich mit Sicherheit die Kuh mit dem abwertenden Namen „Unfug“ im Stall von Thomas Schmidt in Creglingen-Schön beschwert. Die Milchproduzentin „Unfug“ machte alles – nur keinen Unfug, sonst hätte sie es nicht geschafft im Main-Tauber-Kreis die Kuh mit der höchsten Lebensleistung zu werden. In bisher 11,9 Lebensjahren lieferte sie bewundernswerte 107 950 Kilogramm Milch.

Bei der Jahreshauptversammlung des Rinderzuchtvereins Main-Tauber-Kreis in Markelsheim konnte Leistungsinspektor Reinhard Hagendorn von anderen Superlativen des Zuchtvereins berichten. Unter den 17 Vereinen , die von ihm betreut werden, hat der Rinderzuchtverein Main-Tauber die viertbeste Abkalbequote und die Kühe zeichnen sich durch ein hohes Durchschnittsalter und hohe durchschnittliche Jahresleistungen von 8434 Kilogramm Milch aus. Zwar nahm die Jahresleistung um 131 Kilogramm ab, jedoch ist dies angesichts der schlechten Futterversorgung wegen Dürre und Hitze zu erwarten. Die Zahl der Zuchtbetriebe und die der Kühen nahm zu.

Die Bund Gbr in Reicholzheim gehört mit 7346 Kilogramm zu den Biobetrieben mit den höchsten Herdendurchschnitten. Die Kuh Melina im Stall von Marc Geißler in Uiffingen zeigte die höchste Jahresleistung in Fett- und Eiweißkilogramm mit 14 633 Kilogramm Milch. Insgesamt stehen in den Ställen des Main-Tauber-Kreises 232 Kühe, die über 10 000 Kilogramm Milch im Jahr liefern. Aufgrund ihrer Leistung und Kondition wurden 13 Kühe als Bullenmütter ausgewählt.

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Die Kühe mit den höchsten Lebensleistungen stehen in den Ställen von Thomas Schmidt, Schön, Friedrich Brenner Heimberg, Thomas Friedrich Heimberg und Karsten Kappes in Bobstadt.

Mit Leistungstafeln in Bronze für Durchschnittsleistungen über 8500 Kilogramm wurden die Betriebe Hein GbR, Oberstetten, Ott Rainer und Sabine , Nassau, Günter Nagel, Lichtel,Karsten Kappes, Bobstadt, Erbacher Gbr, Steinfurt. Friedrich Brenner, Heimberg und Gerhard Hellenschmidt Heimberg ausgezeichnet. Silbermedaillen über 9000 Kliogramm Milch zieren jetzt die Stalltüren von Claus Habel, Weiler, Konrad Bender , Sechselbach, Adelmann GbR Külsheim und von Winfried und Martin Stang in Gissigheim. Leistungstafeln in Gold für Herdendurchschnitte über 9500 Kilogramm Milch erhielten Klaus und Barbara Baumann Schonach, Hermann und Patrick Gehringer Schonach, Thomas Schmidt Schön, Hof Aischland Milch-GbR Weikersheim, Vogel GbR Werbach und Thomas Friedrich Heimberg. Nur der Stall von Marc Geissler in Uiffingen kann sich mit der Leistungstafel Gold+ für einen Herdendurchschnitt von über 10 000 Kilogramm schmücken.

Michael Schmidt von RBW zeigte aktuelle Entwicklungen der Rinderzucht auf. So wurde das „Halfterlose Auktionieren“ eingeführt. Die Herdentypisierung mit Abstammungssicherung, Information zu „unsichtbaren“ Merkmalen wie Fitness und Gesundheit, Hornstatus und Beta-Kasein liefert eine präzise Selektion für den Verkauf. Der Anteil der hornlosen Besamungsbullen der Rasse Fleckvieh ist in Bayern mit 47,4 Prozent deutlich höher als in Österreich oder Baden-Württemberg.

Viele Veranstaltungen

Geschäftsführerin Julia Stolz blickte in ihrem Geschäftsbericht auf ein Jahr mit vielen Veranstaltungen zurück. So trafen sich die Rinderzüchter bei drei Stammtischen. Ein Familiengrillen und die Jahreshauptversammlung wurde bei Familie Hofmann in Schwabhausen gefeiert. Die Jungzüchter machten einen Ausflug und lernten auf Hof Aischland wie Tiere beurteilt und fit gemacht werden. Die Jungviehprämierung in Weikersheim lockte viele Familien an, die nicht nur den spannenden und bunten Kälbervorführwettbewerb der Kinder erlebten, sondern zudem Einblick in die Arbeit der Landwirtsfamilien bekamen. Auch stellten die Jungzüchter/innen in Bad Waldsee und auf dem Landwirtschaflichen Hauptfest in Stuttgart ihr Können unter Beweis. In diesem Jahr werden die hiesigen Rinderzüchter ihre Tiere auf der Maimesse in Boxberg und bei der Staatsprämierung in Weikersheim vorstellen.

Bei den Wahlen wurden die Vorsitzende Sabine Ott und ihr Stellvertreter Steffen Hofmann und Geschäftsführerin Julia Stolz einstimmig wiedergewählt. Luisa Ott folgt Willi Weber als Jugendbeirätin nach. Damit ist der Rinderzuchtverein Main-Tauber-Kreis nicht nur bundesweit , sondern weltweit der einzige Rinderzuchtverein mit soviel Frauenpower an der Spitze.

Auf eigenen Wunsch schieden die jahrzehntelang aktiven Beiratsmitglieder Norbert Eifert, Norbert Beck und Hermann Gehringer aus dem Beirat aus. Sie wurden für ihre lange Vereinstätigkeit geehrt.

Hermann Gehringer ist bereits seit 2019 Ehrenvorstand und die beiden Norberts wurden zum Ehrenmitglied ernannt. Thomas Schmidt hielt die Laudatio. Hermann Gehringer und Reinhard Friedrich vom Maschinenring und Kreisbauernverband steuerte ein kurzes Grußwort bei. tze