AdUnit Billboard
Hier hat der Leser das Wort - Zu „Lösungen sind gefragt“ (FN, 31. August)

„Tempolimits sind kein Aktionismus“

Von 
Oliver Roßmüller
Lesedauer: 

Die Lesermeinung Herrn Grethes kann ich nicht unwidersprochen lassen! Tempolimits sind erwiesenermaßen das wirkungsvollste Instrument, wenn es darum geht, Emissionen, Feinstaub und die Zahl schwerer und schwerster Verkehrsunfälle zu reduzieren. Und das geht nur, wenn sie ausgewiesen sind und somit Verstöße dagegen auch geahndet werden (können).

AdUnit Mobile_Pos2
AdUnit Content_1

Nicht angepasste Geschwindigkeit ist mit Abstand Unfallursache Nummer eins. Ich wage sogar die Behauptung, wenn maßgebliche Teile der Politik ein Tempolimit schon vor Jahren beschlossen hätten, müssten wir jetzt (noch) nicht die Debatte über ein Zulassungsverbot für Verbrennungsmotoren führen.

Entschieden widersprechen muss man auch der Behauptung, grüne, und damit nachhaltige Politik steht für Verspargelung der Landschaft mit Windrädern oder Versiegelung von Ackerflächen durch Solaranlagen. Letzteres tun wir bereits mit immer noch ziemlich ungehemmter Bebauung durch Siedlungs-, Gewerbe- und Verkehrsflächen.

Da nachhaltiges Wirtschaften auch eine extensivierte Landwirtschaft einschließt, steht es außer Frage, dass „Die Grünen“ beste Ackerböden nicht zupflastern wollen. Dass aber unser Wohlstand maßgeblich auf Verfügbarkeit von bezahlbarer Energie beruht, und es politischer und weitgehend auch gesellschaftlicher Konsens ist, von fossilen (und nuklearen) Energieträgern wegzukommen, werden wir diese Art der Anlagen in Kauf nehmen müssen.

AdUnit Mobile_Pos3
AdUnit Content_2

Im Gegensatz zu den großtechnischen Wärmekraftwerken von EnBW, RWE, E.ON oder Vattenfall, an deren Wertschöpfung der Ländliche Raum kaum Anteil hat, ist das bei den dezentralen Kleinanlagen wie Solar- und Windkraft, Biomasse oder Wasserkraft schon eher der Fall.

Übrigens: Ein gut ausgestatteter ÖPNV in unserem Landkreis trägt eher zur Wertschöpfung vor Ort bei, als die monatlichen Ausgaben für Kfz von mehreren hundert Euro, die für Wertverfall, Tanken und Fahrzeugteile aufgebracht werden müssen und unwiederbringlich in die Taschen der Automobil- und Energiewirtschaft fließen. Wenn aber ein reduziertes Angebot bei der Bahn und vor allem im Busverkehr an Wochenenden und in den Ferien unseren Schülern und Auszubildenden kaum eine selbstbestimmte, günstige und von ihren Eltern unabhängige Mobilität ermöglicht und sie in die Automobilität „treibt“, dann kann ich ihre Gedanken, Herr Grethe, tatsächlich nachvollziehen.

AdUnit Footer_1
AdUnit Mobile_Footer_1