Coronavirus - 14 neue Fälle einer Coronavirus-Infektion bestätigt / Teil des Seniorenzentrums Schönblick in Igersheim in Quarantäne Schwerpunkt weiter in der Kurstadt

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lra
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Das Bischöfliche Internat „Maria Hilf“ in der Kurstadt hat auch weiterhin mit Coronavirus-Infektionen zu kämpfen. © Olaf Borges

Main-Tauber-Kreis. Im Main-Tauber-Kreis wurden am Freitag 14 neue Fälle einer Coronavirus-Infektion bestätigt. Die Betroffenen leben im Gebiet der Städte und Gemeinden Bad Mergentheim, Großrinderfeld, Igersheim, Lauda-Königshofen, Tauberbischofsheim und Weikersheim. Einer von ihnen ist Reiserückkehrer, in acht Fällen besteht ein Zusammenhang zum aktuellen Infektions-Cluster in Bad Mergentheim, in vier weiteren Fällen handelt es sich ebenfalls um Kontakte zu bekannten Infektionen.

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„Wir erleben derzeit einen deutlichen Anstieg des Infektionsgeschehens, aber bis jetzt glücklicherweise ohne schwere Fälle. Insbesondere ist das Infektionsgeschehen derzeit noch nicht diffus, sondern in der Hauptsache auf einen bekannten Infektionsstrang im Umfeld des Bischöflichen Internats „Maria Hilf“ und mehrerer Bad Mergentheimer Schulen zurückzuführen. Dieses Geschehen wird durch umfangreiche Kontaktpersonenermittlung, Quarantäne-Anordnungen und Testungen in einem außerordentlich hohen Umfang strukturiert und hochengagiert abgearbeitet, um die Infektionen bestmöglich einzudämmen“, erklärte Erster Landesbeamter Christoph Schauder als Leiter des Arbeitsstabes Corona auf Anfrage der Fränkischen Nachrichten. Gegenüber unsrer Zeitung appellierte er nochmals an alle Bürger, die geltenden AHA-Regeln – also Abstand, Hygiene und Alltagsmaske – einzuhalten, die Corona-Warn-App zu nutzen sowie Innenräume regelmäßig konsequent zu lüften. Insgesamt bleibe die Entwicklung der nächsten Tage abzuwarten. Ruhe und Besonnenheit seien die Gebote der Stunde.

Alle 14 neu Infizierten befinden sich laut Landratsamt in häuslicher Isolation. Ihre Kontakte werden laut einer Pressemitteilung ermittelt, soweit sich dies nicht aufgrund bereits bestehender Quarantäneanordnungen erübrigt. Für die Kontaktpersonen werde, sofern noch nicht geschehen, ebenfalls häusliche Isolation angeordnet und eine Testung veranlasst. Die Gesamtzahl der bislang bestätigt infizierten Personen im Landkreis beträgt nun 601. Am Wochenende wird darüber hinaus eine außerordentlich hohe Zahl von weiteren Testergebnissen aus den Laboren erwartet.

Von den infizierten Personen im Main-Tauber-Kreis sind sechs weitere und damit insgesamt 543 Personen wieder genesen. Derzeit sind 47 Personen aktiv von einer nachgewiesenen Infektion betroffen. Diese Fälle verteilen sich auf das Gebiet der Kommunen Ahorn: 0, Assamstadt: 0, Bad Mergentheim: 21 (+4), Boxberg: 2, Creglingen: 0, Freudenberg: 0, Großrinderfeld: 2 (+2), Grünsfeld: 0, Igersheim: 3 (+2), Königheim: 0, Külsheim: 0, Lauda-Königshofen: 4 (+3), Niederstetten: 2, Tauberbischofsheim: 2 (+1), Weikersheim: 4 (+2), Werbach: 0, Wertheim: 5, und Wittighausen: 2. Aufgrund eines Infektionsfalles musste ein Teil des Seniorenzentrums Schönblick in Igersheim unter Quarantäne gestellt werden.

Von Anrufen absehen

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Im Gesundheitsamt des Main-Tauber-Kreises werden aktuell sämtliche verfügbaren Ressourcen für das umfangreiche Kontaktpersonen-Management benötigt. Aus diesem Grund sollte laut Landratsamt von telefonischen Rückfragen beim Gesundheitsamt abgesehen werden, um die Anschlüsse nicht zu blockieren und die wichtige Ermittlungsarbeit nicht zu behindern. Personen, die von einer Quarantäneanordnung oder einer Corona-Infektion betroffen sind, werden aktiv durch das Gesundheitsamt kontaktiert und müssen sich nicht selbst melden.

„Corey“ beantwortet Fragen

Für allgemeine Fragen steht unter www.main-tauber-kreis.de das automatische Chatsystem „Corey“ unter der Schaltfläche „Fragen zu Corona?“ an sieben Tagen in der Woche rund um die Uhr zur Verfügung. Das Corona-Bürgertelefon des Gesundheitsamtes beantwortet allgemeine Fragen zum Beispiel zu Symptomen einer Covid-19-Erkrankung montags bis freitags von 8.30 bis 16 Uhr unter der Telefonnummer 09341/824010. Weitere Informationen gibt es unter www.main-tauber-kreis.de/coronavirus.

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Derzeit erreichen das Landratsamt Main-Tauber-Kreis immer wieder Fragen von Bürgern, wie dieses die Sieben-Tage-Inzidenz berechnet und warum sich Abweichungen zu den Angaben anderer Stellen ergeben. Die Sieben-Tage-Inzidenz entspricht der Anzahl der in den letzten sieben Tagen neu gemeldeten Fälle pro 100 000 Einwohner und wurde von Bund und Ländern als Messzahl für eine Bewertung des Infektionsgeschehens und entsprechender Kontrollmaßnahmen festgelegt.

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Allerdings legt Erster Landesbeamter Christoph Schauder als Leiter des Arbeitsstabes Corona im Landratsamt Main-Tauber-Kreis Wert auf die Feststellung, dass das Erreichen der Werte von 35 oder 50 Fällen je 100 000 Einwohner keine Automatismen auslöst. „Es muss immer berücksichtigt werden, ob klar eingrenzbare Infektionscluster bestehen, in denen Infektionsketten gut nachvollzogen werden können, oder ob ein diffuses Infektionsgeschehen mit zahlreichen kleinen Infektionsherden vorliegt. Letzteres würde zusätzliche Maßnahmen erforderlich machen, was im Main-Tauber-Kreis derzeit noch nicht der Fall ist.“

Zunächst sei darauf hinzuweisen, dass die Fallzahlen der letzten sieben Tage nicht mit der Sieben-Tage-Inzidenz gleichgesetzt werden dürfen. Es müsse zunächst die Umrechnung auf die Fallzahlen je 100 000 Einwohner erfolgen. Nur so lasse sich das Infektionsgeschehen in Gebieten mit unterschiedlich hohen Bevölkerungszahlen vergleichen. Schließlich sei es ein erheblicher Unterschied, ob 20 neue Fälle in einer Kleinstadt oder einer Millionenmetropole verzeichnet würden.

Die Berechnung des Wertes sei sehr einfach: Da der Main-Tauber-Kreis rund 132 000 Einwohner zähle, müssen zur Berechnung die Fallzahlen der letzten sieben Tage durch 132 000 dividiert und das Ergebnis müsse mit 100 000 multipliziert werden. Ganz wichtig sei, dass der aktuelle Tag nicht mitgezählt werden dürfe. Konkret ergebe sich die Sieben-Tage-Inzidenz für Freitag, 9. Oktober, aus den Fallzahlen für die sieben Tage von Freitag, 2., bis Donnerstag, 8. Oktober. In dieser Zeit wurden im Main-Tauber-Kreis 30 Fälle gezählt, woraus sich aktuell der Wert von 22,7 Fällen je 100 000 Einwohner ergebe.

Zeitverzug möglich

Das Gesundheitsamt erhebe an sieben Tagen in der Woche die neu registrierten Infektionsfälle im Main-Tauber-Kreis und kommuniziere diese an das Landesgesundheitsamt. Dieser Meldeweg führe weiter bis beispielsweise zum Robert-Koch-Institut. Hierbei könne ein Zeitverzug eintreten, wodurch sich abweichende Zahlen unterschiedlicher Quellen wie Landratsamt, Landesgesundheitsamt und Robert-Koch-Institut ergeben können. „Da unser Gesundheitsamt am Beginn der Meldekette steht, sind unsere Zahlen stets die aktuellsten. Sie werden täglich in unserer Pressearbeit, auf unserer Website unter www.main-tauber-kreis.de/coronavirus sowie auf der Facebookseite Landratsamt Main-Tauber-Kreis kommuniziert“, macht Erster Landesbeamter Schauder deutlich.

Nur etwas ruhiger geht es im Neckar-Odenwald-Kreis zu. Dort gab es neun neue Infektionen, insgesamt sind es damit 575. Aktuell sind dort 41 Personen von einer Infektion betroffen. lra

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Ralf Scherer
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  • Tauberbischofsheim „Die Pflanzen müssen jetzt raus“

    Nach wochenlangem Corona-Frust herrscht nun große Erleichterung bei den Gärtnerei-Betreibern in der Region. Sie sind gut gerüstet, wenn sie am Montag wieder für die Kunden öffnen dürfen. Main-Tauber-Kreis. Simone Hauck blüht regelrecht auf, wenn sie auf den 1. März angesprochen wird. Die Tatsache, dass an diesem Tag wieder Gärtnerei-Betriebe und Blumengeschäfte in Baden-Württemberg öffnen dürfen, bringt die Geschäftsführerin des Riedl Kreativgartens in Külsheim zum Strahlen. Sie freut sich auf ihre Kunden. Die wollen sich nun wieder beim Einkaufserlebnis vor Ort von der Blütenpracht inspirieren lassen, ist sie überzeugt. Außerdem betont die Gartenexpertin: „Wir haben Saison. Die Pflanzen müssen jetzt raus.“ {element} Bis zur Bekanntgabe der Aufhebung des Lockdowns für ihre Branche herrschte bei Simone Hauck allerdings noch Frustration. Denn „das war eine Durststrecke nach der anderen“, beschreibt sie die Auswirkungen von Corona auf ihr Unternehmen. Der für ihre Branche nur zwei Tage zuvor angekündigte Lockdown am 16. Dezember habe sie „wie der Schlag getroffen“. Schließlich seien Gärtnerei-Betriebe im ersten Shutdown von den Schließungen ausgenommen gewesen. {furtherread} Durch den Lockdown konnten die für Weihnachten georderten Dekorationsartikel ebenso nicht mehr abverkauft werden wie Weihnachtssterne oder Christrosen und Amaryllis. „Einen Teil davon haben wir an Pflegeheime oder Bekannte verschenkt, damit die Pflanzen noch jemandem Freude bringen.“ Mangels Abnehmer „mussten die meisten aber über den Kompost entsorgt werden.“ Wäre man nicht erst zwei Tage, sondern eine Woche vor dem Lockdown über die Schließung informiert worden, hätten Betriebe und Kunden anders reagieren können, ist Simone Hauck überzeugt. Für Kopfzerbrechen habe während des Lockdowns auch die Frage gesorgt, was aus den tausenden Jungpflanzen werden würde, die man im Herbst für die Frühlingssaison selbst eingetopft hatte. Die Primeln, Stiefmütterchen oder Vergissmeinnicht verwandeln die Gewächshäuser mittlerweile in ein buntes Meer aus Blüten. Könnten sie nun nicht verkauft werden, müssten sie ebenfalls entsorgt werden. Hauck: „Es wäre nicht wirtschaftlich, sie länger im Haus zu halten.“ Außerdem werde der Platz für die nächsten Aufzuchten wie etwa Geranien oder Petunien benötigt. „Es war Spitz auf Knopf“ Deshalb kommt das Ende des Lockdowns für die Gärtnereien am Montag gerade noch rechtzeitig. Die Külsheimerin: „Es war Spitz auf Knopf, dass geöffnet wird. Wir hätten die Pflanzen nicht bis Ostern halten können.“ Jetzt allerdings erweise sich die Eigenproduktion als vorteilhaft, denn „wir sind unabhängig von Lieferanten“ und mit „unserem Hygienekonzept“ gut gerüstet. Das gilt ebenfalls für das Gartencenter Wolfbeisz mit seinem „Zaubergarten“ in Bestenheid. Auch hier wurden tausende Jungpflanzen im September und Oktober eingetopft und dann aufgezogen. „All unsere Gewächshäuser sind voll mit Pflanzen, die jetzt raus müssen“, erklärt Geschäftsführer Thomas Wolfbeisz. „Da stecken ein halbes Jahr Arbeit und viel Geld drin.“ Die kurzfristige Schließung vor Weihnachten ohne Vorwarnung sei sehr problematisch gewesen. „Wir haben 300 Weihnachtssterne ausgefahren oder beispielsweise an Altenheime verschenkt“, blickt Wolfbeisz zurück. Viele Pflanzen – darunter auch hochwertige wie Orchideen – seien allerdings im Kompost gelandet. Wie auch Hauck machte der Bestenheider die Erfahrung, dass die nach dem Lockdown zunächst nur erlaubte Auslieferung von Pflanzen und später auch „Click und collect“ nur wenig gebracht haben. Enttäuscht ist er zu dem darüber, „dass es für seine Branche bislang vom Staat keine Hilfen gab.“ Nur das Arbeitsamt habe bei der Beantragung von Kurzarbeit unterstützt. Nachdem Wolfbeisz nach eigener Aussage bis Anfang der Woche „keine Nacht richtig geschlafen“ hat und es „mir noch richtig schlecht ging“, ist er nun zuversichtlich: „Wir sind gut aufgestellt“, betont er angesichts seiner vollen Gewächshäuser und dem bereits ausgearbeiteten Hygienekonzept. Vor allem auf ihre Stammkundschaft verlassen konnte sich in den vergangenen Wochen Martina Uihlein, Inhaberin des Unternehmens Uihlein Gartengestaltung in Königheim. Man habe viele Blumensträuße auf Bestellung verkauft, berichtet sie. Das sei zwar kein Vergleich zum normalen Geschäft, aber „ganz ordentlich“ gewesen. Nun warteten die Kunden darauf, ihre Frühjahrsblüher im Geschäft abholen zu können, ist sie überzeugt. Gut für die Seele „Der Einkauf in einer Gärtnerei mit ihrem besonderen Ambiente ist gut für die Seele. Hier duftet es ganz anders. Man entschleunigt, wenn man durchläuft“, ist Martina Uihlein überzeugt. Und dazu gebe es auch noch fachliche Beratung. Für den Verkaufsstart am Montag sieht sie ihr Unternehmen gut vorbereitet. „Es sind genug Setzlinge verfügbar“, egal ob Frühgemüse wie Salat und Kohlrabi oder Kräuter. Über die Bestellung von Blumensträußen hat sich während des Lockdowns auch Dragana Scheuermann, Inhaberin des gleichnamigen Garten-Centers in Tauberbischofsheim, gefreut. Jedoch fehlte die Laufkundschaft, „die spontan etwas kauft“. Generell sei es ein anderes Gefühl, wenn die Kundschaft in den Laden komme und nicht nur kurz etwas abhole. Große Auswahl „Die Leute sind vorsichtig und halten sich an die Regeln“, hat Scheuermann vor dem Lockdown in ihrem Geschäft festgestellt. Nun freue sich jeder, wenn der Frühling kommt und wieder vor Ort eingekauft werden dürfe. „Die Auswahl ist da“, versichert sie angesichts der zum Teil in der firmeneigenen Baumschule selbst gezogenen Pflanzen. Und auch Topfpflanzen und Schnittblumen seien in ausreichender Menge geliefert worden. Dragana Scheuermann: „Am Montag können wir richtig loslegen.“ Die große Vorfreude der Pflanzenexperten auf die Wiedereröffnung ihrer Geschäfte kann allerdings deren Ärger über einige bislang geltende Corona-Regelungen nicht überdecken. Vor allem bemängeln sie das nach ihrer Meinung während des Lockdowns stark erweiterte Angebot an Blumen, Pflanzen und Non-Food-Artikeln in den Discountern. „Das ist eine absolute Wettbewerbsverzerrung“, stellt Simone Hauck fest. So sei der Schnittblumenbereich in ihrem Geschäft extrem eingebrochen. Dadurch stelle sich die Frage, „ob man das Handwerk weiterhin anbieten kann.“ Auch Thomas Wolfbeisz kritisiert neben den verschiedenen Regelungen in den einzelnen Bundesländern die Entscheidung der Politiker, Gärtnereien und Blumenläden zu schließen, den Verkauf der von diesen vertriebenen Waren aber durch Discounter und Lebensmittelgeschäfte zuzulassen. Martina Uihlein pflichtet ihm bei und betont: „Die Discounter haben uns das Valentinstag-Geschäft verdorben. Und jetzt machen sie das auch mit den Frühjahrsblühern. Genauso grasen sie den Textilmarkt ab. Das ist ungerecht.“ Kein gutes Zeugnis stellt auch Dragana Scheuermann der Politik und dem Floristenverband Baden-Württemberg aus. Viele ihrer Kunden könnten nicht nachvollziehen, dass Discounter alles verkaufen dürfen, der Fachhandel jedoch schließen müsse. Leid tun ihr die Geschäfte, die Pacht oder Miete zahlen müssen. „Die werden kaputt gehen“, ist Scheuermann überzeugt. Doch es nutze nichts, sich zu ärgern. „Man muss das Beste daraus machen.“

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