Solarwärme-Check - Energieagentur überprüft für die Verbraucherzentrale solarthermische Anlagen Pralle Sonne garantiert kein heißes Wasser

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In den vergangenen Jahren wurden immer mehr solarthermische Anlagen installiert. Ob sie auch technisch in Ordnung sind, kann jetzt mittels eines kostengünstigen Solarwärme-Checks getestet werden. Die Energieagentur Main-Tauber-Kreis bietet diesen in Kooperation mit der Verbraucherzentrale an.

© Bundesverband der Heizungsindustrie (BDH)

Wer Solarthermie auf seinem Dach hat, will, dass sie funktioniert und bei Sonnenschein Warmwasser erzeugt. Per Solarwärme-Check überprüft die Energieagentur solche Anlagen.

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Main-Tauber-Kreis. Frank Künzig, Leiter der Energieagentur Main-Tauber-Kreis und Energieberater der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg, sitzt zurzeit häufiger kopfschüttelnd vor seinem Laptop. Nämlich dann, wenn er sich wieder einmal die Datenauswertung zur Funktion einer solarthermischen Anlage zur Warmwassererzeugung anschaut, die er zuvor geprüft hatte. Seit Anfang des Jahres macht die Energieagentur in Verbindung mit einigen freien Mitarbeitern die so genannten Solarwärme-Checks und ist hier schon einigen Installationsfehlern und defekten Systemkomponenten auf die Spur gekommen.

Fehler im System

Ursprung der durch die Verbraucherzentrale entwickelten Solarwärme-Checks war das Ergebnis einer unabhängigen Untersuchung vor mehreren Jahren. Dabei wurde festgestellt, dass ein hoher Anteil der staatlich stark geförderten Solaranlagen die prognostizierten Energieeinsparungen beim Eigentümer nicht erreicht oder in Extremfällen sogar einen erhöhten Energieverbrauch verursachten. Grund hierfür waren in den meisten Fällen falsch montierte oder defekte Anlagenkomponenten, fehlerhafte Einstellungen der Steuerung oder eine fehlende Anlagenwartung.

"Weil das technische Hintergrundwissen beim Nutzer nicht gegeben ist und Wärmemengenzähler zur erzeugten Energie bei den Anlagen in den allermeisten Fällen fehlen, bemerkt der Anlageneigentümer diesen Mangel sehr oft gar nicht", sagt Energieberater Künzig. "Wenn dann bei schönstem Sonnenschein und trotz vorhandener Solaranlage die Zentralheizung das Warmwasser mittels Heizöl oder Gas erzeugt, ist das natürlich nicht im Sinne des Erfinders."

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Dieser Hintergrund war für die Verbraucherzentrale Anlass genug, hier ein Instrument zu entwickeln, mit dessen Hilfe die Funktionstüchtigkeit einer Anlage überprüft werden kann. Mittlerweile seit zwei Jahren werden beim "Solarwärme-Check" Temperaturverläufe in den Solarleitungen und dem Warmwasserspeicher über einen längeren Zeitraum mittels speziellen Datenloggern aufgezeichnet. Im Anschluss werden diese Daten mit den Aufzeichnungen zur Strahlungsintensität aus einer nahegelegenen Wetterstation sowie mit den Betriebsdaten der jeweiligen Heizungszentrale abgeglichen.

Spezielle Software

Voraussetzung für eine erfolgreiche Messung ist dabei mindestens ein klarer Sonnentag innerhalb des Messzeitraums. Mittels einer speziell entwickelten Software werden die Daten danach ausgelesen und bewertet. Begleitend hierzu werden vor Ort auch die entsprechenden Anlagenkomponenten in Augenschein genommen und soweit als möglich überprüft.

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Ein umfangreicher Ergebnisbericht der Untersuchungen vor Ort wird im Anschluss durch die Verbraucherzentrale erstellt, geprüft und dem Anlagenbetreiber per Post zugesandt, so dass dieser im Falle von Mängeln einem eventuell zu beauftragenden Handwerker Informationen aus erster Hand weitergeben kann.

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"Auch die Information, dass die Anlage sehr gut arbeitet und keine Beanstandungen vorliegen, kann Inhalt eines solchen Ergebnisberichtes sein", sagt Frank Künzig. "Aber leider ist das eher selten der Fall", fügt er an.

Erfreulich ist die Tatsache, dass der Solarwärme-Check zu einem hohen Anteil durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie finanziell unterstützt wird. Für den Beratungsempfänger fällt somit nur ein pauschaler Kostenbeitrag von 40 Euro an.

Landrat Reinhard Frank als oberster Dienstherr der Energieagentur Main-Tauber-Kreis freut dies natürlich besonders: "Mit dem Service der Energieagentur erhöhen wir nicht nur die Energieeinsparung und Energieeffizienz in privaten Haushalten, sondern ziehen auch Fördergelder in den Kreis, die den Bürgern und Kommunen zugutekommen und tragen zum Klimaschutz bei." Er verbindet damit die Hoffnung, dass das Serviceangebot der Energieagentur in den verbleibenden Sommertagen noch rege genutzt wird. eamt