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Jugendhilfeausschuss - Mitglieder würdigten das Engagement der Pflegeeltern über alle Parteigrenzen hinweg

Pflegegeld für Vollzeit- und Bereitschaftspflege steigt

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hvb
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Main-Tauber-Kreis. Sie haben viel durchgemacht, verstörende Situationen erlebt, Zank und Streit ertragen müssen: Kinder, deren Wohl gefährdet war oder ist und die deshalb vom Jugendamt aus den Familien genommen werden. Inobhutnahme heißt dieses Verfahren. Wenn es ganz schnell gehen muss, werden vor allem Klein-, Vorschul- und Grundschulkinder in Familien untergebracht, die sich zur sogenannten Bereitschaftspflege bereit erklärt haben.

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In der Regel sind das erfahrene Pflegefamilien, die über Jahre hinweg Pflegekinder betreut haben, ab einem gewissen Zeitpunkt oder Alter aber nur noch als „Feuerwehr“ in Notsituationen zur Verfügung stehen. Derzeit gibt es laut Jugendamtsleiter Martin Frankenstein kreisweit neun Familien, die solche Spontanaufnahmen gewährleisten.

Das Jugendamt sucht dann nach längerfristigen Lösungen. Ist ein akuter Konflikt in der Herkunftsfamilie befriedet, kann ein Kind nach einer kurzfristigen Aufnahme in einer Bereitschaftsfamilie und nach gründlicher Abwägung auch wieder zu seinen Eltern oder dem erziehungsberechtigten Elternteil zurückkehren. Eine andere Möglichkeit ist die längerfristige Unterbringung in einer Pflegefamilie. Die Erhöhung des Pflegegelds für beide Formen der familiären Unterbringung für Kinder in Not stand auf der Tagesordnung des Jugendhilfeausschusses, der am Dienstagnachmittag in der Tauberbischofsheimer Stadthalle zu einer Sitzung zusammenkam.

Das Pflegegeld setzt sich aus zwei Komponenten zusammen: Den Kosten für den Sachaufwand und denen für die Pflege und Erziehung. Sie basieren auf Empfehlungen des Deutschen Vereins für öffentliche und private Fürsorge und werden vom Kommunalverband für Jugend und Soziales sowie den kommunalen Spitzenverbänden aufgenommen. Zugrundegelegt wurde bei der empfohlenen Erhöhung auch eine aktuelle Sonderauswertung der Einkommens- und Verbraucherstichprobe, die eine Kostensteigerung von 4,6 Prozent gegenüber 2018 festgestellt hat. Dadurch ergibt sich eine erhebliche Erhöhung der Sachkosten.

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Bis zur Vollendung des sechsten Lebensjahrs beträgt das Pflegegeld insgesamt nun 874 Euro (bisher: 853 Euro), vom siebten bis zum vollendeten zwölften Lebensjahr sind es 981 Euro (939) und ab Beginn des 13. Lebensjahres 1076 Euro (1004). Diese Steigerung erfolgt in drei Stufen. Zum Jahresbeginn 2022 gibt es eine Erhöhung um 50 Prozent des Mehrbetrags, in den kommenden zwei Jahren wird in zwei Etappen nochmals bis zum Erreichen der Endsumme nachgelegt. Zudem erstattet der Landkreis den Beitrag zur gesetzlichen Unfallversicherung für die Pflegepersonen und zahlt eine Unterstützung zur Alterssicherung.

Für die Bereitschaftspflege werden ab dem kommenden Jahr 60 Euro statt der bisherigen 52 Euro pro Belegungstag gezahlt. Vorstellbar ist zudem, das Bereitschaftspflegegeld ab 2023 zu dynamisieren und es prozentual so anzupassen, wie das beim Pflegegeld der Fall ist.

Die Mitglieder des Jugendhilfeausschusses würdigten das Engagement der Pflegeeltern über alle Parteigrenzen hinweg und stimmten den Erhöhungen ab Jahresbeginn 2022 einstimmig zu. hvb

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