Pandemie - Startschuss im Impfzentrum fällt am Freitag / Lieferverzögerungen beim Pharmaunternehmen Pfizer haben auch Auswirkungen auf den Main-Tauber-Kreis Main-Tauber: Zahl der Impftermine geringer als erhofft

Bundesweite Lieferengpässe beim Corona-Impfstoff wirken sich auch auf den Main-Tauber-Kreis aus. In den kommenden Wochen stehen weniger Termine zur Verfügung.

Von 
Elisa Katt
Lesedauer: 
Am Freitag sollen die ersten Menschen in Bad Mergentheim geimpft werden. © Olaf Borges

Main-Tauber-Kreis. Als „Licht am Ende des Tunnels“ bezeichnete Landrat Reinhard Frank Ende vergangener Woche den Startschuss im Impfzentrum des Main-Tauber-Kreises am Freitag. Doch kurze Zeit später hat das Pharmaunternehmen Pfizer mögliche Engpässe bei der Impfstoff-Lieferung angekündigt. Weil ein Werk im belgischen Puurs ausgebaut wird, kann Pfizer in den nächsten drei bis vier Wochen die angekündigte Menge nicht vollständig erfüllen. Durch den Umbau des Werks soll langfristig die Produktionskapazität erhöht werden.

AdUnit urban-intext1

Die Termine für das Kreisimpfzentrum in Bad-Mergentheim wurden am Dienstag freigegeben und konnten unter www.impfterminservice.de online beziehungsweise unter der Hotline 116117 gebucht werden – „aufgrund der Lieferverzögerung nunmehr in reduzierter Zahl“, wie Markus Moll, Pressesprecher des Landratsamts, auf Nachfrage dieser Redaktion bestätigt.

Er betont, dass die Zahl der buchbaren Termine auf Vorgaben des Landes Baden-Württemberg zurückzuführen sei. In den ersten drei Wochen stehen demnach jeweils 150 Termine vor Ort in Bad Mergentheim zur Verfügung. „Die zusammengerechnet 450 verfügbaren Termine sind inzwischen vollständig ausgebucht, es werden jedoch jeden Tag neue Termine für die nachfolgenden Tage im System freigegeben“, erklärt Moll. Die Freigabe erfolge nicht durch das Landratsamt.

Zweitimpfung ist gesichert

Hinzu kommen Impfungen durch die mobilen Teams des Kreisimpfzentrums in Pflegeheimen, die ebenfalls am Freitag, 22. Januar, starten. Das Zentrale Impfzentrum (ZIZ) Rot am See hatte bereits in der vergangenen Woche mit seinen mobilen Impfteams mindestens zehn der 28 Pflegeheime im Main-Tauber-Kreis mit der Erstimpfung versorgt, berichtet Moll. Einige Bewohner des Main-Tauber-Kreises fuhren zudem ins ZIZ. Wer bereits geimpft worden ist, muss sich keine Sorgen um die Zweitimpfung machen, versichert er: „Baden-Württemberg hat sich bewusst dafür entschieden, die Hälfte der Lieferungen für die Zweitimpfung zurückzuhalten.“ Ziel sei, dass jeder die notwendige Erst- und Zweitimpfung erhält. „Durch die Meldung der Lieferverzögerung wird deutlich, dass dieser Weg richtig war“, stellt Markus Moll fest.

AdUnit urban-intext2

„Es ist klar, dass aktuell die Nachfrage wesentlich höher ist als das Angebot. Bei aller Kritik an der Lieferverzögerung soll doch aber weiterhin die Freude im Mittelpunkt stehen, dass es den forschenden Pharmaunternehmen gelungen ist, in so kurzer Zeit sichere und wirksame Impfstoffe zur Verfügung zu stellen“, appelliert Moll. Dass die „größte Impfaktion seit Menschengedenken“ nur Schritt für Schritt in Gang kommen könne, liege auf der Hand. „Mit der Zulassung weiterer Impfstoffe und der schrittweisen Ausweitung der Produktionskapazitäten wird sich die Situation in den nächsten Wochen entspannen“, zeigt er sich zuversichtlich.

Mehr zum Thema

Coronavirus - täglich aktualisierte Grafiken Main-Tauber-Kreis: Fallzahlen und Sieben-Tage-Inzidenz

Veröffentlicht
Von
Ralf Scherer
Mehr erfahren

Coronavirus - täglich aktualisierte Grafiken Neckar-Odenwald-Kreis: Fallzahlen und Sieben-Tage-Inzidenz

Veröffentlicht
Von
Ralf Scherer
Mehr erfahren

Aktuelle Zahlen Coronavirus aktuell: Fallzahlen auf der Metropolregion Rhein-Neckar und dem Main-Tauber-Kreis

Veröffentlicht
Mehr erfahren

Redaktion Im Einsatz für die Lokalausgabe Wertheim

Thema : Coronavirus FN

  • Das würde ich morgen als erstes machen, wenn Corona heute vorbei wäre Mit dem Bus nach Mailand für einen Campari

    Für viele ist es ein Wunsch, fast alle sehnen es herbei: das Ende der Corona-Pandemie. Um dann wieder Dinge zu tun, die vorher normal und alltäglich waren – und jetzt etwas Besonderes sind.

    Mehr erfahren
  • Tauberbischofsheim Drei weitere Virus-Mutationen im Main-Tauber-Kreis

    Zwölf neue Fälle einer Covid-19-Infektion wurden am Donnerstag im Main-Tauber-Kreis bestätigt. Der Inzidenzwert lag bei 54,4. Main-Tauber-Kreis. Die gesamtzahl der bisher im Main-Tauber-Kreis bestätigten Coronavirus-Infektionen ist am Donnerstag um zwölf auf insgesamt 3193 gestiegen. „Die betroffenen Personen leben im Gebiet von sieben Städten und Gemeinden. Es handelt sich in mindestens sieben Fällen um Kontaktpersonen zu bereits bekannten Fällen. Elf Betroffene befinden sich in häuslicher Isolation, eine Person wird stationär behandelt“, teilte das Landratsamt mit. Unterdessen sind zehn weitere und damit insgesamt 3029 Personen wieder genesen. Derzeit sind 100 Personen aktiv von einer nachgewiesenen Infektion betroffen. Diese Fälle verteilen sich auf das Gebiet der Kommunen (Zahl neuer Fälle jeweils in Klammern): Ahorn: 0, Assamstadt: 3, Bad Mergentheim: 14 (+1), Boxberg: 8, Creglingen: 5, Freudenberg: 15 (+2), Großrinderfeld: 1, Grünsfeld: 1, Igersheim: 1, Königheim: 1, Külsheim: 0, Lauda-Königshofen: 7 (+1), Niederstetten: 9 (+1), Tauberbischofsheim: 5 (+1), Weikersheim: 2, Werbach: 1 (+1), Wertheim: 23 (+5) und Wittighausen: 4. Der Wert der Sieben-Tage-Inzidenz lag am Donnerstag bei 54,4. Eine Woche zuvor, am 18. Februar, hatte er noch bei 36,3 gelegen. Bei drei weiteren der in den vergangenen Tagen gemeldeten Infektionsfälle im Main-Tauber-Kreis wurden Mutationen des Coronavirus durch nachträgliche Typisierung der Laborprobe nachgewiesen. Dabei handelt es sich in zwei Fällen um die britische Variante des Coronavirus (B.1.1.7). Bei einer Probe steht der Nachweis, um welche Virusvariante es sich handelt, noch aus. Damit wurde nunmehr bei insgesamt 29 Fällen im Landkreis eine Virusmutation nachgewiesen. Bei allen Fällen wurde durch das Gesundheitsamt die Quarantänezeit auf mindestens 14 Tage verlängert. Dies betrifft auch etwaige Kontaktpersonen und deren Haushaltsangehörige. Hilfen für Busunternehmen Das im letzten Sommer von der Landesregierung beschlossene Förderprogramm „Stabilisierungshilfen Bustouristik“ für Unternehmen der Reisebusbranche, die aufgrund des monatelangen Verbots von touristischen Busreisen in Liquiditätsengpässe gerieten, wird im Jahr 2021 fortgesetzt. Im vergangenen Jahr wurden Stabilisierungshilfen für 1549 Reisebusse an 293 Unternehmen gewährt. Insgesamt stehen 40 Millionen Euro für die Jahre 2020 und 2021 zur Verfügung. Mit der Verlängerung des Programms setzt das Land Baden-Württemberg seine Bemühungen fort, um die zumeist familiengeführten Reisebusunternehmen möglichst unbeschadet aus der Krise zu führen und insgesamt die für Baden-Württemberg wichtige Reisebranche auch im Jahr 2021 zu sichern. Die Stabilisierungshilfen errechnen sich anhand von Festbeträgen pro Fahrzeug, die je nach Fahrzeugklasse, Schadstoffklasse und prozentualem Anteil der touristischen Reisen im gesamten Unternehmen gestaffelt sind. 2020 haben von den 1549 Reisebussen 1005 Fahrzeuge der Klasse Euro VI zusätzlich einen Ökobonus in Höhe von 20 Prozent erhalten. Des Weiteren wurden 223 Fahrzeuge mit einem Bustouristik-Anteil von unter 50 Prozent gefördert. Hierunter fallen auch Fahrzeuge, die teilweise in Linienverkehren eingesetzt werden. Insgesamt wurden noch 28 Oldtimer gefördert, die ebenfalls für touristische Reisen im Einsatz sind. Umgesetzt wird dieses Programm von der L-Bank Baden-Württemberg. lra/Bild: dpa

    Mehr erfahren
  • Sieben-Tage-Inzidenz liegt bei 46,1 19 neue Corona-Fälle im Main-Tauber-Kreis bestätigt

    Insgesamt 19 neue Fälle einer Coronavirus-Infektion wurden am Mittwoch im Main-Tauber-Kreis bestätigt. Die betroffenen Personen leben im Gebiet von neun Städten und Gemeinden. Es handelt sich in mindestens neun Fällen um Kontaktpersonen zu bereits bekannten Fällen. 18 Betroffene befinden sich in häuslicher Isolation, eine Person wird stationär behandelt. Für ihre Kontaktpersonen wird, sofern noch erforderlich, Quarantäne angeordnet und eine Testung veranlasst. Die Gesamtzahl der bislang bestätigt infizierten Personen im Landkreis beträgt nun 3181. Das Gesundheitsamt hat am Mittwoch einen weiteren Todesfall im Zusammenhang mit dem Coronavirus bestätigt. Bei der Verstorbenen handelt es sich um eine Frau im Alter von über 80 Jahren, die in einem Pflegeheim lebte. Weitere Angaben macht das Landratsamt aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes nicht. Damit sind im Main-Tauber-Kreis mittlerweile 64 Menschen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie gestorben, davon 44 im Jahr 2021. Bei zwei weiteren der in den vergangenen Tagen gemeldeten Infektionsfälle im Main-Tauber-Kreis wurde die britische Variante des Coronavirus (B.1.1.7) durch nachträgliche Typisierung der Laborprobe festgestellt. Damit wurde nunmehr bei insgesamt 26 Fällen im Landkreis eine Virusmutation nachgewiesen. Bei allen Fällen wurde durch das Gesundheitsamt die Quarantänezeit auf mindestens 14 Tage verlängert. Dies betrifft auch etwaige Kontaktpersonen und deren Haushaltsangehörige. 52 weitere Personen genesen Mittlerweile sind 52 weitere und damit insgesamt 3019 Personen wieder genesen. Derzeit sind 98 Personen aktiv von einer nachgewiesenen Infektion betroffen. Diese Fälle verteilen sich auf das Gebiet der Kommunen (Zahl neuer Fälle jeweils in Klammern): Ahorn: 0, Assamstadt: 3, Bad Mergentheim: 13 (+4), Boxberg: 9, Creglingen: 5 (+2), Freudenberg: 13, Großrinderfeld: 1, Grünsfeld: 1, Igersheim: 1 (+1), Königheim: 1, Külsheim: 0, Lauda-Königshofen: 6 (+2), Niederstetten: 9 (+1), Tauberbischofsheim: 4 (+1), Weikersheim: 2 (+1), Werbach: 1, Wertheim: 25 (+5) und Wittighausen: 4 (+2). Der Wert der Sieben-Tage-Inzidenz liegt am Mittwoch bei 46,1. Eine Woche zuvor, am 17. Februar, lag er bei 40,8. Die Sieben-Tage-Inzidenz beschreibt die Zahl der Neuinfektionen in den vergangenen sieben Tagen (17. bis 23. Februar) je 100 000 Einwohner, berechnet durch das Gesundheitsamt anhand der tagesaktuellen Fallzahlen. Nach Abschluss einer weiteren Flächentestung konnte die Quarantäne für das Seniorenzentrum „Schönblick“ in Igersheim aufgehoben werden. Vereine aus dem Zuständigkeitsbereich des Ministeriums für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz (MLR) – zum Beispiel Obst- und Gartenbau-, Kleingarten-, Streuobst-, Kleintierzucht-, Imker-, Tierschutz oder Fischereivereine – können ab sofort eine Unterstützungszahlung aus einem neuen Corona-Hilfsprogramm beantragen. Vereine erheblich getroffen Durch die Beschränkungen, die notwendig sind, um das Corona-Virus einzudämmen, wurden auch diese Vereine in der Umsetzung ihrer ideellen und gemeinnützigen Ziele erheblich getroffen. Viele der Aktionen und Veranstaltungen, die die Vereine planten, um ihre Tätigkeiten zu finanzieren, mussten in den vergangenen Monaten pandemiebedingt abgesagt werden. Das neue Hilfsprogramm soll jene Vereine, die durch die Corona-Pandemie in ihrer Existenz bedroht sind, unterstützen und ihnen helfen, ausgelöste Liquiditätsengpässe zu mildern. Neues Hilfsprogramm Die Unterstützungszahlung aus dem Hilfsprogramm erfolgt im Rahmen eines einmaligen Zuschusses und ist gestaffelt nach der Mitgliederstärke der Vereine zum 31. März 2020. Die Höchstbeträge werden wie folgt gestaffelt: Vereine bis 100 Mitglieder: bis zu 3000 Euro pro Verein, Vereine von 101 bis 300 Mitglieder: bis zu 5000 Euro, Vereine von 301 bis 700 Mitglieder: bis zu 7000 Euro, Vereine ab 701 Mitglieder: bis zu 12 000 Euro. In Härtefällen kann die Unterstützungsleistung noch erhöht werden. Fragen zum Hilfsprogramm können per Mail an Corona-Hilfe-Vereine-MLR@mlr.bwl.de gerichtet werden. lra/Bild: dpa

    Mehr erfahren