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Energiewende - Während bei der Windenergie derzeit die Luft nahezu raus ist, befinden sich die Freiflächen-Photovoltaikanlagen im Aufwind

Main-Tauber-Kreis: Wieviel Photovoltaik verträgt die Fläche?

Immer mehr Gemeinderäte im Kreis mussten sich im vergangenen Jahr mit Bauanträgen für Photovoltaik-Freiflächenanlagen beschäftigen. Diese Sparte bei den Erneuerbaren Energien stieß jedoch nicht überall auf uneingeschränkte Zustimmung.

Von 
Harald Fingerhut
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Main-Tauber-Kreis. Soll der Klimawandel langfristig gelingen, müssen die Erneuerbaren Energien weit mehr ausgeschöpft werden. Eine ausreichende Ernte grünen Stroms ist für die Versorgung des Industriestandorts Deutschland dringend erforderlich. Bis zu 1000 neue Windkraftanlagen will die grün-schwarze Landesregierung in Baden-Württemberg errichten lassen. Der Regionalverband Heilbronn-Franken bezeichnet diese Pläne als „sehr ambitioniert“, zumal der Ausbau stockt – auch hier in der Region.

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Wie viele Anlagen tatsächlich kommen hänge maßgeblich auch vom planungsrechtlichen Rahmen und von möglichen Änderungen ab, etwa beim Thema Artenschutz, so Regionalverbandsdirektor Klaus Mandel gegenüber dem SWR. In der Regel dauern die Planungen und rechtlichen Prozesse bis zum Betrieb einer Windkraftanlage mehrere Jahre.

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Die Praxis zeige, dass es oftmals erhebliche Akzeptanzprobleme bei den Bürgern vor Ort gebe. Es kommt zu Klagen, die dann auf dem Rechtsweg entschieden werden müssen und die Realsierung verzögern. Der von der Bundes- und auch Landesregierung propagierte D-Zug „Ausbau der Nutzung der Windenergie“ ist so zu einer behäbigen Bummelbahn geworden. Ob da die Idee mit dem Staatswald als Windkraft-Standort der Weisheit letzter Schluss ist, bleibt abzuwarten. Eine spürbare Forcierung der Erneuerbaren Energien ist aber notwendig.

Wesentlicher Baustein

Der Ausbau der Photovoltaik ist nicht zuletzt deshalb ein wesentlicher Baustein für das Gelingen der Energiewende. Neben der Nutzung bereits versiegelter Flächen (wie Dächern oder Parkplatzüberdachungen) kommen dabei Freiflächen–Photovoltaikanlagen (FFPV-Anlagen) eine große Bedeutung zu.

Und in der Tat müssen/dürfen sich immer mehr Gemeinderäte im Main-Tauber-Kreis mit dem Thema Freiflächen-Photovoltaikanlagen beschäftigen. Doch nicht überall treffen die Anträge für Anlagen zur Ernte von Sonnenenergie in Feld und Flur oder auf einer bislang landwirtschaftlich genutzten Fläche auf offene Türen. So auch zuletzt bei einer Ratssitzung in Wittighausen. „Wie viel Freiflächenphotovoltaik verträgt die Kommune und die Natur?“, ist nicht nur hier die entscheidende Frage. Das Gremium vertagte zunächst die Entscheidung, hat noch Redebedarf. In anderen Kommunen stimmte man dem Bau von Freiflächen-Photovoltaikanlagen schon zu, etwa in Tauberbischofsheim, Wertheim Großrinderfeld, Creglingen oder auch Königheim, um nur einige zu nennen.

In Berolzheim und in Dörlesberg werden schon seit mehreren Jahren solche Freiflächenanlagen betrieben. Und dies sind zwei Beispiele für Standorte, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Während im ersten Fall eine ehemalige Erddeponie zur Stromernte genutzt wird, sind es im zweiten Ackerböden. Während der Standort Berolzheim wegen schlechter Bodenqualität eher unbedenklich ist, taucht bei der Nutzung der ehemals landwirtschaftlichen Fläche rund um den Ernsthof die Frage auf, ob es Sinn macht, ein solches Areal aus der Nahrungsproduktion herauszunehmen.

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Diese Abwägung wird in Zukunft des Öfteren die Gemeinderäte beschäftigen. Das Thema Photovoltaik stoße auf großes Interesse, bekräftigt auch Mandel. Um möglichst wenig Konfliktpotenzial entstehen zu lassen, auch mit Naturschützern, hat Königheim einen Kriterienkatalog im offenen Dialog mit allen Bürgern erarbeitet. Anhand dessen wird entschieden. Eine Flächenobergrenze ist darin ebenso festgelegt.

Zu denken gibt jedoch, dass in Sachen Freiflächen-Photovoltaikanlagen das Genehmigungsverfahren bislang nicht unbedingt als Spurt durch die Amtsstuben zu erkennen ist. Auch hier mahlen die behördlichen Mühlen langsam.

So gab es beispielsweise von den Gemeinderäten in Königheim und Tauberbischofsheim schon vor geraumer Zeit grünes Licht, aber ans Netz gegangen ist bislang noch keine der Anlagen.

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Redaktion Stellvertretender Redaktionsleiter der Main-Tauber-Kreis-Redaktion, Schwerpunkte auf den Kommunen Königheim und Tauberbischofsheim.

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