Digitalisierung - Kooperationsvertrag zwischen Wirtschaftsregion und Deutscher GigaNetz GmbH unterzeichnet / Glasfaserausbau soll weiter vorangebracht werden

Main-Tauber-Kreis bereits einen Schritt weiter

Von 
Werner Palmert
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Die Wirtschaftsregion Heilbronn-Franken (WHF) und die Deutsche GigaNetz GmbH unterzeichneten eine Rahmenvereinbarung zur Kooperation. Für den Vorsitzenden der WHF, Heilbronns Oberbürgermeister Harry Mergel (mit Vertragsurkunde), wurde damit ein Meilenstein beim eigenwirtschaftlichen Glasfaserausbau gesetzt. © Werner Palmert

Heilbronn/Main-Tauber-Kreis. Seit ihrer Gründung 1998 bündelt die Wirtschaftsregion Heilbronn-Franken GmbH (WHF) die regionalen Wirtschaftsförderungsaktivitäten und übernimmt für verschiedenste, zukunftssichernde und übergeordnete Themen die Koordination. Die WHF ist damit Ansprechpartner und Lotse für und innerhalb der Region Heilbronn-Franken. Die Services und Dienstleistungen der WHF sind immer auf ein Ziel fokussiert: die Zukunftsfähigkeit der Region zu sichern und damit das Wohlergehen der Bürger sowie der regionalen Wirtschaft zu steigern.

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Durch die Unterzeichnung des Kooperationsvertrages mit der Deutschen GigaNetz GmbH (DGN), erreicht die WHF beim Glasfaserausbau, bis in die Haushalte und Unternehmen hinein, in der Region Heilbronn-Franken den notwendigen Schub im Standortwettbewerb der Regionen und setzte damit einen weiteren wichtigen Meilenstein.

Gründung von Kompetenzzentrum

Der Startschuss für den flächendeckenden überwiegend eigenwirtschaftlichen Glasfaserausbau in der Region geht einher mit der Gründung eines von den Gesellschaftern der WHF getragenen und unter dem Dach der WHF angesiedelten Gigabitkompetenzzentrum Heilbronn-Franken, das den Ausbau koordiniert und steuert sowie die Kommunen bei allen relevanten Fragestellungen unterstützt. Der Vorsitzende der WHF und Heilbronner OB Harry Mergel bezeichnet die Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarung als wichtigen Meilenstein für die Digitalisierung. „Eine flächendeckende Glasfaserinfrastruktur ist für die zukünftige Attraktivität der Region Heilbronn-Franken ein unabdingbarer Standortfaktor. Dies gilt sowohl für die Unternehmen als auch für die privaten Haushalte“, so Mergel.

30 Prozent mit Interesse

Wie bei der Vertragsunterzeichnung am Mittwoch zu hören war, haben bereits rund 30 Prozent der Kommunen in den Landkreisen Heilbronn, Hohenlohe und Schwäbisch Hall ihr Interesse an einem Anschluss an das Glasfaserkabel per Gemeinderatsbeschluss bekundet.

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Der Main-Tauber-Kreis, als vierter Landkreis der Region Heilbronn-Franken, ist beim Breitbandausbau schon etwas weiter fortgeschritten. Bereits vor dem Start des Markterkundungsverfahrens der WHF zur Identifizierung von Kooperationsansätzen mit der Privatwirtschaft vor knapp einem Jahr stand man in Kontakt mit einem anderen Unternehmen, das den Landkreis eigenwirtschaftlich mit Glasfaser ausbauen will. Wie das Amt für Wirtschaftsförderung des Main-Tauber-Kreises auf Anfrage dazu mitteilt, besteht deshalb Einigkeit, vorerst keine regionale Ausbauplanung und Ausbaupriorisierung für den Main-Tauber-Kreis vorzunehmen. Der Austausch und die Abstimmung bezüglich des regionalen Breitbandausbaus mit der WHF und den anderen Gesellschaftern erfolge weiterhin.

Soeren Wendler, Geschäftsführer Marketing und Vertrieb bei der DGN, sieht in dem regionalen Ansatz einen großen Mehrwert für sein Unternehmen: „Das hierdurch mögliche, einheitliche und abgestimmte Vorgehen beim Glasfaserausbau in den Städten und Gemeinden ist eine ausgezeichnete Grundlage für unsere signifikanten Investitionspläne in der Gigabitregion Heilbronn-Franken.“ Die Gesamtinvestition liegt nach Aussagen Wendlers bei rund zwei Milliarden Euro. Ein flächendeckender Ausbau kann Realität werden.

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Der regionale Ansatz drückt sich auch im Gigabitkompetenzzentrum aus. Dieses, betont der WHF-Geschäftsführer Dr. Andreas Schumm, schaffe durch seine Bündelungsfunktion zum einen die kritische Masse um als Region für den flächendeckenden Ausbau mit hohem eigenwirtschaftlichem Anteil durch die Telekommunikationsunternehmen wahrgenommen zu werden. Dr. Nicolas Sonder, Partner bei PricewaterhouseCoopers Legal, sah in der Kooperationsvereinbarung einen verlässlichen Rahmen sowohl für die Region als auch für die DGN. Dirk Fieml, Geschäftsführer der tktVivax GmbH, verwies auf die einheitlichen Dienstleistungen durch das GKZ zum Beispiel durch die Planungs-, Genehmigungs- und Bauprozesse, die in den Kommunen keinen glasfaserspezifischen Kompetenzaufbau erforderlich macht.

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