AdUnit Billboard
Abfallbilanz - Main-Tauber-Kreis hat wieder einen hervorragenden vierten Platz erzielt / Pandemie hat Aufräumlust von Bürgern offenbar beflügelt

Main-Tauber-Kreis: 30 Kilogramm mehr an Wertstoffen

Der Main-Tauber-Kreis erreicht in der Abfallbilanz 2020 des Landes Baden-Württemberg wieder einen sehr guten vierten Platz unter den 44 Stadt- und Landkreisen.

Lesedauer: 
Wegweiser zum Kompostplatz in Bad Mergentheim: Der Main-Tauber-Kreis schneidet in der Abfallbilanz 2020 des Landes Baden-Württemberg wieder hervorragend ab. Unter anderem wurden je Einwohnerin oder Einwohner 54 Kilogramm Grünabfall gesammelt. © Landratsamt Main-Tauber-Kreis, Markus Moll

Main-Tauber-Kreis.  „Zu diesem hervorragenden Ergebnis beigetragen haben zum einen die Bürgerinnen und Bürger, die sich engagiert bei der Sammlung und Trennung von Wertstoffen einbringen“, erklärt Landrat Christoph Schauder. „Zum anderen hat auch die gute Zusammenarbeit unseres Abfallwirtschaftsbetriebes AWMT mit den beauftragten Entsorgungsunternehmen zu dem wiederum guten Abschneiden in der Landesliga geführt“, sagt Schauder.

AdUnit Mobile_Pos2
AdUnit Content_1

Akribische Auswertung

In der Bilanz 2020 hat das Umweltministerium die in Baden-Württemberg registrierten Abfallmengen bekanntgegeben. Hierbei wurden die angefallenen und gesammelten Mengen von Haus-, Sperr-, Gewerbe- und Problemmüll sowie die Verwertungsabfälle wie Biomüll, Altglas, Altpapier, Altholz und Altmetall separat erfasst und ausgewertet. Im Main-Tauber-Kreis wurden je Einwohnerin oder Einwohner 83 Kilogramm Hausmüll (plus drei Kilogramm), 13 Kilogramm Sperrmüll (unverändert), 98 Kilogramm Bioabfälle (minus zehn Kilogramm), 54 Kilogramm Grünabfall (minus zwei Kilogramm), 226 Kilogramm Wertstoffe (plus 30 Kilogramm) und 0,3 Kilogramm (plus 0,1 Kilogramm) Problemstoffe gesammelt.

Während der Pandemie ist es zu einem deutlichen Anstieg der gesammelten Mengen an Rest- und Sperrmüll gekommen. Nach Einschätzung des Landkreistages Baden-Württemberg haben die Kontakt- und Ausgangsbeschränkungen dazu geführt, dass in den privaten Haushalten mehr Abfall angefallen ist und viele auch die Gelegenheit genutzt haben, ihre Keller und Dachböden zu entrümpeln. Trotz sinkender Wertstofferlöse, höherer Verbrennungspreise und zusätzlicher Investitionen sind die Müllgebühren laut Landkreistag inflationsbereinigt stabil geblieben und im Bundesvergleich beständig niedrig.

Bei den Gebühren topp

Im Landesdurchschnitt muss ein Vier-Personen-Haushalt aktuell für die Abfallentsorgung 171,64 Euro zahlen, also sechs Euro mehr als im Vorjahr. Im Main-Tauber-Kreis liegen die Müllgebühren derzeit bei einer Standardausstattung mit einer 60-Liter-Restmüll- und einer 80-Liter-Biotonne jedoch nur bei 120 Euro und damit aktuell 51,64 Euro unter dem Landesdurchschnitt. Und das trotz der steigenden Haus- und Sperrmüllmengen der vergangenen Jahre.

AdUnit Mobile_Pos3
AdUnit Content_2

Möglichst wenig Restmüll

Das Haus- und Sperrmüllaufkommen in Baden-Württemberg ist im Jahr 2020 auf gut vier Millionen Tonnen gestiegen. Das bedeutet im Landesdurchschnitt ein Plus von 13,5 Kilogramm pro Kopf auf rund 368 Kilo. Beim Rest- und Sperrmüll sollen möglichst niedrige Kilogramm-Werte erreicht werden.

Bei Bioabfällen werden in der Landesliga dagegen möglichst hohe Kilogramm-Werte angestrebt, unter anderem weil dies für eine konsequent praktizierte Mülltrennung spricht. Niedrige Werte deuten darauf hin, dass zu viel Biomüll unsachgemäß über die Restmülltonne entsorgt wird. Hier ist Baden-Württemberg dem vom Umweltministerium ausgegebenen Ziel deutlich näher gekommen, 60 Kilogramm pro Kopf und Jahr Biomüll zu sammeln. Immerhin wurden im Vorjahr – möglicherweise allerdings vor allem infolge der Pandemie – 55 Kilogramm je Einwohnerin oder Einwohner gesammelt. 57 Prozent davon werden in Energie umgewandelt, neun Prozent mehr als 2019. Der Rest geht in die Kompostierung.

Bei den Bioabfällen ist der Main-Tauber-Kreis gemeinsam mit dem Hohenlohekreis Spitzenreiter unter den neun ländlichen Kreisen im Land. Es wurden hier im vergangenen Jahr 98 Kilogramm pro Einwohner gesammelt und damit das politische Ziel von 60 Kilogramm deutlich übertroffen.

Die Bioabfälle aus dem Main-Tauber-Kreis werden im Kompostwerk Würzburg zu unterschiedlichsten Erden und Bodenverbesserern veredelt. Die Biotonne wird im Main-Tauber-Kreis 39 Mal im Jahr abgeholt, so dass von Mai bis Oktober eine wöchentliche Leerung und von November bis April eine 14-tägige Leerung stattfindet.

AdUnit Mobile_Pos4
AdUnit Content_3

„Hierdurch ist einerseits eine gute Hygiene in der wärmeren Jahreszeit gewährleistet. Andererseits können auf diese Weise während der Vegetationsperiode – neben den Küchenabfällen – auch viele Gartenabfälle über die Biotonne entsorgt werden. Dies kommt offenkundig gut bei der Bevölkerung an und wird entsprechend genutzt“, sagt der Leiter des Abfallwirtschaftsbetriebs Main-Tauber-Kreis, Dr. Walter Scheckenbach.

Darüber hinaus können die fünf Kompostplätze des Main-Tauber-Kreises genutzt werden. Nähere Informationen zu den Stoffen, die angenommen werden, sowie zu den Öffnungszeiten können unter www.main-tauber-kreis.de/entsorgungseinrichtungen abgerufen werden.

Abfall vermeiden

Die Landesregierung will deutlich mehr Müll der stofflichen und energetischen Verwendung zuführen. Im Sinne einer Kreislaufwirtschaft soll Abfall vermieden oder als Wertstoff genutzt werden. Außer Babywindeln, Katzenstreu, Staubsaugerbeuteln und mit dem Kehrbesen Zusammengekehrtem gehöre letztlich nichts in den Restmüll.

Die baden-württembergischen Landkreise setzen darauf, die Mengen nach der Pandemie wieder zu reduzieren und insbesondere Fehler bei der Mülltrennung zu vermeiden. Hierzu soll insbesondere die kostenfrei angebotene Abfallberatung beitragen.

Bauschutt nutzen

Immer wichtiger wird das Thema Bauschutt. Mehr als sieben Millionen Tonnen sind 2020 angefallen. Mehr als 80 Prozent davon werden noch keiner Verwertung zugeführt. Das Land will Vorbild sein und geht bei öffentlichen Gebäuden nach dem Kreislaufwirtschaftsgesetz vor, um die gewaltigen Mengen, die etwa beim Abriss von Gebäuden anfallen, sinnvoll zu nutzen.

Versucht wird auch, Energie im Gebäude zu halten, also diese nicht abzureißen, sondern zu sanieren. Zudem kann der Transport von Aushub durch Anhebungen des Niveaus auf dem umgebenden Grundstück verringert werden.

AdUnit Footer_1
AdUnit Mobile_Footer_1