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Kommunaler Landschaftspflegeverband

Magere Wiesen und Weiden zählen zu den artenreichsten Lebensräumen

Geschäftsführer Lorenz Flad bedauerte bei der Mitgliederversammlung schleichenden Grünlandverlust

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klpv
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Bei der Arbeit des Kommunalen Landschaftspflegeverbandes Main-Tauber gehört es zu den langfristigen Zielen, den Aufwuchs auf den gepflegten Flächen durch die extensive Beweidung mit Schafen, Rindern oder Ziegen zu nutzen. © Lorenz Flad

Main-Tauber-Kreis. Landrat Christoph Schauder leitete als neuer Vorsitzender des Kommunalen Landschaftspflegeverbandes Main-Tauber (KLPV) erstmals die Vorstandssitzung und die Mitgliederversammlung des Verbands. Schauder bezeichnete Biodiversität, Naturschutz und Landschaftspflege als aktuelle und wichtige Themen. Er betonte, dass die artenreiche Landschaft mit vielen seltenen Pflanzen- und Tierarten im Taubertal und in seinen Nebentälern dem großartigen Engagement aller Beteiligten zu verdanken sei. Er hoffe, die nächsten Monate bei der Landschaftspflege weiter voranzukommen und dankte den Kommunen und dem Regierungspräsidium Stuttgart für die Bereitstellung der finanziellen Mittel.

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Geschäftsführer Lorenz Flad berichtete in seinem Jahresbericht über viele Erst- und Nachpflegemaßnahmen, zahlreiche Trockenmauersanierungen, Heckenpflanzungen und Bekämpfungsmaßnahmen von Neophyten. Durch Biodiversitätsberatungen und finanzielle Förderungen wurden landwirtschaftliche Familienbetriebe und Dienstleister gestärkt.

Im Jahr 2021 wurden im Main-Tauber-Kreis auf rund 1700 Hektar Fläche insgesamt rund 1,7 Millionen Euro an mehr als 600 verschiedene Auftrags- und Vertragsnehmer ausbezahlt. Die Mittel wurden für mehr als 250 Einzelmaßnahmen und 348 Pflege- und Extensivierungsverträge verwendet.

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Veröffentlicht
Von
Diana Seufert
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Ehemals geprägt durch die kleinbäuerliche Landwirtschaft, weisen die Trockenhänge des Taubertals und seiner Nebentäler ein vielfältiges Mosaik orchideenreicher Mähwiesen, bunter Streuobstwiesen,artenreicher Magerrasen, seltener Wacholderheiden und ökologisch wertvoller FFH-Mähwiesen auf. Ebenso tragen Feuchtgebiete und naturnahe Bach- und Flussläufe mit ihrer Begleitflora zur Artenvielfalt bei. Vielfältige Hecken, alte Trockenmauern, Steinriegel und Kopfweiden seien ebenfalls prägende Landschaftselemente.

Die Erhaltung, die Pflege und die Förderung regionaltypischer Kulturlandschaften und schützenswerter Lebensräume werden seit vielen Jahren schwerpunktmäßig durch eine kontinuierliche Pflege der Trockenhänge im Taubertal umgesetzt. Hauptaufgaben sind dabei die Erhaltung und Verbesserung der Biodiversität sowie die Schaffung eines großflächigen Biotopverbundes trockener und mittlerer Standorte.

Magere Wiesen und Weiden zählen zu den artenreichsten Lebensräumen Mitteleuropas. Sie sind gleichzeitig historisches Naturerbe und wertvolles Kulturgut. Ihre unterschiedlichen Erscheinungsformen verdanken sie weitgehend dem wirtschaftenden Menschen.

Heute haben aufgrund ihrer Artenvielfalt weniger als zwölf Prozent der landwirtschaftlich genutzten Flächen in Deutschland einen hohen Naturwert – Tendenz sinkend. Nur noch etwa vier Prozent des gesamten deutschen Grünlands sind ertragsarmes, extensiv genutztes Dauergrünland und damit besonders schützenswert. Im Main-Tauber-Kreis werden etwa sechs Prozent (463 Hektar) der gesamten FFH (Fauna-Flora-Habitat)-Gebiete als artenreiche FFH-Mähwiese eingestuft.

Der Grünlandverlust verläuft schleichend und von der Öffentlichkeit oft unbemerkt. Dabei tragen die Intensivierung der Landwirtschaft durch Überdüngung, zu häufige Wiesenschnitte oder ungeeignetes Saatgut wesentlich zum Verlust artenreicher Flächen bei. Aber auch Nutzungsaufgabe, Wiesenumbrüche, Bebauung, zu extensive (seltene) Nutzung oder falsche Mahdzeitpunkte und Mulchen verschlechtern den Zustand des Grünlandes.

Für die Erhaltung alter Weinberge und sonniger Wiesen und Weiden sind eine regelmäßige Bewirtschaftung und dauerhafte Pflege unerlässlich. Wird die traditionelle landwirtschaftliche Nutzung aufgegeben, verbuschen die Flächen zunehmend. Brombeeren, Schlehen, Hartriegel und andere Gehölze breiten sich aus. Langfristig entsteht ein undurchdringliches Dickicht und die Artenvielfalt sinkt.

Auch aufgrund des Alters oder aus gesundheitlichen Gründen fällt es Grundstückseigentümern teilweise schwer, ihre Flurstücke zu bewirtschaften. Jüngeren Generationen, die teilweise verstreut liegende, kleinere Flurstücke erben und keine landwirtschaftlichen Berufe ergreifen, fehlt oft die Zeit oder es fehlen die Geräte für eine Pflege.

Seit Jahrzehnten arbeitet der KLPV diesem Trend entgegen und lässt aus alten, verbuschten Wiesen und aufgelassenen Trockenhängen artenreiche, stabile Biotope mit Orchideen,Schmetterlingen und Wildbienen entstehen. Neuansaaten von Wiesen oder Heckenpflanzungen sind dabeiselten. Der Verband setzt vor allem auf das vorhandene Samenpotenzial im Boden in Verbindung mit fachgerechter Pflege. klpv

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