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Versorgung - Brummi-Flotte nimmt auch im Main-Tauber-Kreis zu / Zu Beginn der Pandemie hat sich am Beispiel der Klopapierhamsterei die Fragilität der Lieferketten gezeigt

Lieferketten: Ohne Lastwagen rollt Nachschub nicht reibungslos

Von 
zds
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Vor allem Lkw sichern den täglichen Nachschub für die Supermärkte und damit für die Versorgung der Bevölkerung mit Grundnahrungsmitteln und frischem Obst und Gemüse. Die Logistikkette aber ist durchaus fragil. © dpa

Main-Tauber-Kreis. Onlinebestellungen fallen (noch) nicht vom Himmel und Supermärkte füllen sich nicht von alleine: Ohne Lkw-Transporte würde es beim Nachschub holpern. Auch im Main-Tauber-Kreis nimmt die Brummi-Flotte zu.

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Frisches Obst und Gemüse, aber auch andere täglich genutzte Grundnahrungsmittel oder Verbrauchsgüter müssen ins Regal kommen. Frische wird gerade bei Salat, Obst und Gemüse groß geschrieben. Aber auch Handwerker mit dem Lastenrad sind eher die Ausnahme. Die Folge ist ein neuer Rekord: 3,41 Millionen schwere, vor allem aber leichte Nutzfahrzeuge hat das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) bundesweit in seiner Bestandsanalyse gezählt.

Im Main-Tauber-Kreis gehören 5255 Fahrzeuge aller Gewichtsklassen zu dieser Versorgungsflotte. Das sind 141 mehr als im Vorjahr. Die Freude darüber ist jedoch geteilt. Wer weniger Autos in der Stadt will, muss die Logistikkette entsprechend umbauen. Vor allem in Städten würde ohne Lieferkette nicht nur die Versorgungslage bei Klopapier heikel. Denn Geschäfte können nur verkaufen, was ihnen zuvor angeliefert wurde.

„Zauberwort“ Logistik

Logistik ist das „Zauberwort“, auf dem das Leben beruht: Dafür gibt es auch eine eine wissenschaftliche Definition. Logistik ist demnach ‘’. . . die Sicherung der Verfügbarkeit des richtigen Gutes, in der richtigen Menge, im richtigen Zustand, am richtigen Ort, zur richtigen Zeit, für den richtigen Kunden und zu den richtigen Kosten.“ Diese Aufzählung stammt aus den 1960er Jahren und wird Edward Grosvenor Plowman zugeschrieben, der an der Universität Standford lehrte. Nie war sie wertvoller als heute. Denn nach den Erfahrungen mit der Corona-Pandemie wissen wir, dass es eben nichts nutzt, wenn irgendwo Klopapier produziert wird, Eier gelegt werden oder Handys vom Band laufen. Jedes Produkt muss die obigen Schritte durchlaufen, damit die Leute etwas davon haben.

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Veröffentlicht
Von
Klaus T. Mende
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Nur 8,7 Prozent schwere Lkw

Dass die Langstreckenversorgung am Lastkraftwagen hängt, merken alle, die wochentags auf Autobahnen oder Bundesstraßen unterwegs sind. Von dieser Logistikflotte auf der Straße hatten zum Zeitpunkt der KBA-Analyse 455 Lkw über zwölf Tonnen ihren Hafen im Main-Tauber-Kreis. Zahlenmäßig sind die schweren Lkw ein Klacks im Vergleich zu dem, was unter zwölf Tonnen und speziell unter 3,5 Tonnen unterwegs beziehungsweise vor Ort stationiert ist: Denn die schweren Lkw und Lastzüge machen gerade einmal 8,7 Prozent des hiesigen Nutzfahrzeugbestandes aus.

Die 4799 Nutzfahrzeuge der kleinen Klassen bis zwölf Tonnen, die das Rückgrat der Nahversorgung im Main-Tauber-Kreis sind oder als Handwerkerfahrzeuge Mensch und Material zu Baustellen und Reparatureinsätzen karren, sind da eine ganz andere Nummer.

Im Main-Tauber-Kreis machen in dieser Gruppe die 4351 Nutzfahrzeuge von unter 2,8 bis zu 3,5 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht rund 82,8 Prozent des Nutzfahrzeugbestandes aus. Die Fahrzeugmodelle über 3,5 Tonnen und bis zu zwölf Tonnen stellen mit 448 Fahrzeugen 8,5 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Zahl der Fahrzeuge in der Klasse bis 3,5 Tonnen um 156 Fahrzeuge oder 3,7 Prozent.

Bei den Fahrzeugtypen zwischen 3,5 und zwölf Tonnen sank die Zahl um 15 oder 3,2 Prozent. Jetzt wäre es natürlich interessant zu wissen, was die hiesigen Nutzfahrzeuge an Kilometern abspulen, um die tägliche Versorgung zu sichern, und wie viele dank Strom nur noch schnurren, anstatt zu dieseln. Aber da muss das KBA passen.

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Und das ist nur logisch, weil ein nennenswerter, zählbarer Fahrzeugbestand noch gar nicht da ist, sondern im Moment vor allem die gute Absicht zählt. Eine andere Zahl zeigt allerdings, wie dünn der Ast ist, auf dem die Deutschen sitzen: Bundesweit sind es um die 33,5 Milliarden Tonnenkilometer, die allein im Nahbereich von bis zu 50 Kilometer anfallen. Und es lässt sich auch leicht errechnen, dass die Versorgung übermorgen zusammenbrechen würde, wenn wir morgen alle Nutzfahrzeuge stilllegen würden.

Warum da nur ein Tag dazwischen liegt, lässt sich leicht erklären. Alle würden ihre Kofferräume vollladen, sobald die Nachricht käme, dass Warenknappheit droht. Das haben die Deutschen zu Beginn der Corona-Pandemie bei der Klopapierhamsterei erlebt. Wie fragil die Versorgung mit Hygieneartikeln oder Lebensmitteln ist, wurde nur allzu deutlich. zds

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