Erziehung und Wissenschaft - Forderung nach höherer Besoldung Lehrerinnen werden „strukturell diskriminiert“

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gew
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Main-Tauber-Kreis. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) verlangt, dass der Beruf der Grund- und Hauptschullehrerinnen aufgewertet wird und die Lehrer und Lehrerinnen deutlich besser als bisher bezahlt werden. Das fordert die GEW in einer aktuellen Pressemitteilung..

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„Der Grundstein für gute Bildung wird bei den Kleinsten gelegt. Trotzdem erkennt Deutschland die wertvolle Arbeit der Grundschullehrerinnen immer noch nicht ausreichend an. Nicht zuletzt mit der Inklusion sind die Anforderungen an die pädagogische Arbeit an Grundschulen kontinuierlich angestiegen. Die GEW erwartet von der Landesregierung außerdem einen Stufenplan für den Aufstieg aller Grund- und Hauptschul- sowie Werkrealschullehrkräfte von der Besoldungsgruppe A12 in A13. Es muss endlich Schluss damit sein, dass diese Lehrkräfte von der Politik ignoriert werden“, sagte Jana Kolberg, GEW-Kreisvorsitzende in Bad Mergentheim im Rahmen der bundesweiten Initiative „Bildung. Weiter denken!“.

Unter dem Motto „JA 13“ setzt sich auch der GEW-Kreis Main-Tauber für diese deutschlandweite Initiative ein.

Deutlich weniger

Verbeamtete Grundschullehrerinnen werden nach A12 besoldet. Als Angestellte sind sie in der Entgeltgruppe (E) 11 des Tarifvertrages der Länder (TVL) eingruppiert. Im Schnitt verdienen diese Pädagogen rund 370 bis 450 Euro im Monat weniger als die Lehrkräfte mit A13. Unter dem „JA13“-Motto macht GEW-Landesverbände auf die Lohnlücke zwischen A12 und A13 bzw. E11 und E13 aufmerksam.

Land soll nachsteuern

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Die Landesregierung habe das Primarstufenlehramt bewusst bei acht Semestern belassen, um Geld auf Kosten der Grundschullehrkräfte zu sparen. „Grundschullehrerin ist ein Frauenberuf“, hält die Gewerkschaft fest.

Die GEW bezeichnet die schlechtere Besoldung als strukturelle Diskriminierung von Frauen. „Grundschullehrkräfte werden weiterhin mit A12 abgespeist und haben keine Chance, in ihrem Berufsleben eine höhere Besoldung zu bekommen, es sei denn, sie werden Schulleitern oder Schulleiter. Dafür gibt es allerdings an kleinen Grundschulen auch nur 168 Euro brutto monatlich oben drauf. Das ist kein Umgang mit Führungskräften“, schreibt Jana Kolberg.

Mangel an Lehrkräften

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Bundesweit herrsche ein großer Mangel an Grundschullehrkräften. Sie werden überall am schlechtesten bezahlt.

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„Berlin, Brandenburg und NRW haben auf den Lehrermangel reagiert und bezahlen dort A13. Warum kann das ein Land wie Baden-Württemberg nicht, in dem die Steuereinnahmen sprudeln? So bleiben wir nicht konkurrenzfähig im Wettbewerb um gute Lehrkräfte“, sagte Kolberg. gew