Integrationsnetzwerk - Bundesweit einmaliges Projekt durch die Zusammenarbeit von zwei Landkreisen Landräte unterschrieben Vereinbarung

Lesedauer:

Landrat Dr. Matthias Neth (rechts) und Landrat Reinhard Frank (links) bei der Vertragsunterzeichnung im Beisein der Sozialdezer-nentinnen Ursula Mühleck (rechts) und Elisabeth Krug (links) und Silvia Elisabeth Keller, Projektleitung.

© Integrationsnetzwerk

Landrat Dr. Matthias Neth und Landrat Reinhard Frank unterzeichneten kürzlich den Kooperationsvertrag zwischen den Landkreisen zur Arbeitsmarktintegration von Flüchtlingen

Integrationsnetzwerk

Die gemeinsame Antragstellung für das Integrationsnetzwerk erfolgte bereits im Januar 2015 beim Bundesministerium für Arbeit und Soziales in Bonn.

Der Förderzeitraum beträgt vier Jahre und läuft vom 1. Januar 2016 bis zum 31. Dezember .2019.

Das Projektgesamtvolumen beträgt knapp 2,6 Millionen Euro, wovon rund 90 Prozent vom Bund inklusive der Gelder aus dem Europäischen Sozialfonds und rund zehn 10 Prozent durch Kofinanzierung der Landkreise und der Teilprojekte eingebracht werden.

Die rechtlichen Grundlagen beruhen auf der ESF- Integrationsrichtlinie Bund mit dem Handlungsschwerpunkt "Integration von Asylbewerbern und Flüchtlingen (IvAF)" und den "Fördergrundsätzen für Zuwendungen aus dem Europäischen Sozialfonds im Bundesverwaltungsamt für die Förderperiode 2014 bis 2020".

Das Integrationsnetzwerk Hohenlohe-Tauber ist das einzige bundesweit, in dem sich zwei Kreise zusammengeschlossen haben.

Ziel ist es, eine Koordination mit allen regionalen Akteuren im Bereich der Flüchtlingsarbeit zu realisieren, um ein Leit- und Kommunikationssystem zu schaffen.

Zudem sollen individuelle Kompetenzen von Flüchtlingen ermittelt, Zugänge zu Aus- und Schulbildung geschaffen und letztlich die Integration ins regionale Berufs- und Wirtschaftsleben ermöglicht werden.

AdUnit urban-intext1

Tauber-Hohenlohe. Das Integrationsnetzwerk Hohenlohe-Main-Tauber (INW) ist zu Beginn des Jahres im Hohenlohekreis und dem Main-Tauber-Kreis gestartet. In diesem Kooperationsverbund werden modellhaft Strukturen, Instrumente und Methoden zur besseren Integration von Asylbewerbern und Flüchtlingen mit nachrangigem Arbeitsmarktzugang entwickelt und in der Praxis erprobt.

Vergangene Woche unterzeichneten Landrat Dr. Matthias Neth für den Hohenlohekreis und Landrat Reinhard Frank für den Main-Tauber-Kreis die Kooperationsverträge. Beide Landräte begrüßten die Förderung und hoffen, den Asylbewerbern und Flüchtlingen in beiden Landkreisen damit eine chancenreiche Zukunft bieten zu können.

"Mit den Fördergeldern vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales sowie dem Europäischen Sozialfonds werden wir unseren Flüchtlingen qualitative Unterstützung bei der beruflichen Integration in unserer Region bieten und gleichzeitig dazu beitragen, weitere Kräfte an den regionalen Arbeitsmarkt heranzuführen", so Landrat Dr. Neth.

AdUnit urban-intext2

Landrat Reinhard Frank ergänzte: "Nur gemeinsam mit allen Akteuren wird uns die Arbeitsmarktintegration von Asylbewerbern und Flüchtlingen gelingen. Ich bin mir sicher, dass das bundesweit einzigartige Integrationsprojekt Hohenlohe-Main-Tauber beispielhaft für den ländlichen Raum sein wird."

Das vierjährige Projekt ist in die Strukturen des Hohenloher Integrationsbündnisses 2025 (HIB 2025) sowie des Aktionsbündnisses Main-Tauber-Kreis eingebunden. Im federführenden Hohenlohekreis agieren im Projekt auch die gemeinnützige Gesellschaft AIH und der Kreisdiakonieverband Hohenlohekreis, im Main-Tauber-Kreis die gemeinnützige Gesellschaft Kolping Bildung und Soziales als Projektpartner.

AdUnit urban-intext3

Dadurch sind sowohl die Themen Kompetenzerhebung und -feststellung als auch ehrenamtliche Begleitung auf dem Weg zur Arbeitswelt im Integrationsnetzwerk verankert. Kreisübergreifend begleitet und unterstützt wird das Integrationsnetzwerk durch das Tübinger Institut für regionale Innovation und Sozialforschung (IRIS), welches die Querschnittthemen soziale Innovation, nachhaltige Entwicklung, Chancengleichheit und Nichtdiskriminierung sowie die Berücksichtigung der Belange Älterer einbringt.

AdUnit urban-intext4

Das Integrationsnetzwerk agiert in enger Abstimmung mit weiteren regionalen Partnern wie der Agentur für Arbeit Schwäbisch Hall-Tauberbischofsheim, den Jobcentern beider Landkreise, der Industrie- und Handelskammer (IHK), der Handwerkskammer (HWK) und weiteren Bildungsträgern.

In Zusammenarbeit aller Projektpartner soll das Ziel erreicht werden, innerhalb von vier Jahren insgesamt 840 Asylbewerber und Flüchtlinge mit mindestens nachrangigem Arbeitsmarktzugang durch Hospitationen, Praktika, Betriebsbesichtigungen und Schulungen an den Arbeitsmarkt heranzuführen.

40 Prozent der teilnehmenden Asylbewerber sollen innerhalb des Projekts die Chance haben, in eine abhängige oder selbstständige Beschäftigung, in eine Ausbildung oder in eine schulische Ausbildung vermittelt zu werden.