AdUnit Billboard
Käfertreffen

Kultauto mit Brezelfenster

Zum Herbsttreffen kamen etliche VW-Liebhaber ins Taubertal.

Von 
Markhard Brunecker
Lesedauer: 
Historische Parade: In Röttingen kam die Brezelfenstervereinigung zu ihrem Herbsttreffen zusammen. © Markhard Brunecker

Röttingen. Erstmals veranstaltete die Brezelfenstervereinigung (BFV) ihr jährliches Herbsttreffen im Taubertal rund um Röttingen. Die weilweite Vereinigung hat insgesamt über 900 Mitglieder, rund 800 davon in Deutschland, und einhundert sind von Japan über Südamerika bis in die USA verteilt. Um in den erlesenen Club aufgenommen zu werden, ist es Voraussetzung, dass man einen VW bis Baujahr August 1957 besitzt.

AdUnit Mobile_Pos2
AdUnit Content_1

Der Brezelkäfer ist wohl die bekannteste Modellvariante der Gattung Käfer. Er ist leicht an dem typischen Doppelheckfenster, das in seiner charakteristischen Form an eine Brezel erinnert, zu erkennen. Seine Karosserieform ist die älteste aus der Käfer-Serienproduktion.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs begann man im Mai 1945 mit der Produktion. Der Käfer wurde bis Februar 1953 produziert. Ab März entfiel der Mittelsteg, der die beiden Heckfensterhälften voneinander trennt. Dieser war zunächst aus Konstruktionsgründen erforderlich gewesen. Im Produktionszeitraum von knapp acht Jahren wurden insgesamt 402 921 Brezelkäfer gebaut. Der Verkaufspreis von 4800 Deutsche Mark fürs Standardmodell war für die damalige Zeit kein Pappenstiel.

Mehr zum Thema

Brezelfenstervereinigung

Uralt-Käfer auf dem Marktplatz

Veröffentlicht
Von
pm
Mehr erfahren
„DMI Histo Day & Night Challenge“

Wertungsprüfung in Bronnbach: Old- und Youngtimer-Fahrer im Rallye-Fieber

Veröffentlicht
Von
zug
Mehr erfahren

Der Vorsitzende des Vereins, Bernd Hahn aus Hanau, hatte für die 102 teilnehmenden Mitglieder mit ihren 58 Autos trotz fehlenden „Cabriowetters“ ein abwechslungsreiches Programm zusammengestellt. Wegen Corona musste eine fast dreijährige treffenlose Pause eingelegt werden.

Uraltkäfer bestaunt

Neben Benzingesprächen, Stadtführungen in Rothenburg ob der Tauber und Langenburg mit Besuch des Automuseums sowie Besichtigungen in und um Röttingen fand die Mitgliederversammlung inklusive Neuwahlen des Vorstandes in Edelfingen statt.

Ausgangspunkt an den vier Tagen war das ascari-Betriebsgelände des Röttinger Mitglieds Klaus Baumann. Ihm galt auch der Dank des Präsidenten für die große Unterstützung bei der umfangreichen Vorbereitung, vor allem im Blick auf eine nicht ganz so tolle Infrastruktur, wie Hahn meinte. Dafür seien die Besucher aber von der wunderbaren Landschaft verwöhnt worden.

Am Sonntag hatten Interessierte die Möglichkeit, die Uraltkäfer auf dem Röttinger Marktplatz zu bestaunen. Hübsch standen sie da und wurden von Besitzern und Besuchern gleichermaßen bewundert. Auch einige andere VW-Oldtimertypen waren darunter wie zwei Hebmüller Cabrios oder Busse vom Typ T1.

Matthias Braun aus Geroldshausen war nur mit seinem Fahrgestell Baujahr Juli 1949 auf einem Anhänger angereist, befindet sich doch die Karosserie daheim auf der Hebebühne des Diplomkaufmanns zur Restaurierung.

Die weiteste selbst gefahrene Distanz von 470 Kilometern aus Bautzen in Sachsen oder Düsseldorf ist den Freunden der VW-Brezelfenster nicht zu weit, um an einem Treffen mit Gleichgesinnten teilnehmen zu können. Die längste Anreise hatten die Brezelfensterfreunde aus Bulgarien und Belgien. Der Preis für die weltweit sehr begehrten und beliebten Kult-Autos reicht heutzutage von hohen fünfstelligen zu bis gar sechsstelligen Eurobeträgen. Einer davon ist auch ein „Hebmüller Cabrio“ aus Belgien: „Karosserie Hebmüller“ stellte nur 696 Stück her, da ein Großbrand am 23. Juli 1949 die Produktionsanlagen zerstörte.

Einen hohen Verkehrswert hat auch der sehr seltene Standardkäfer von Joachim Heuter aus Düsseldorf, Baujahr 1953, mit seinen 24 PS. Es verfügt über ein Faltschiebedach und ist mit dem Autokennzeichen der Besatzungszone Niedersachsen versehen, da das Auto ursprünglich ein englisches Militärfahrzeug war. Der älteste Brezelfenster-Oldtimer war Baujahr 1948.

Trotz der ungünstigen Witterung kamen die zahlreichen und vor allem sehr interessierten Gäste voll auf ihre Kosten.

AdUnit Footer_1
AdUnit Mobile_Footer_1