Stichtag für die Abgabe

Kreisbewohner deutlich fleißiger bei der Grundsteuer

Bis 31. Januar müssen Grundstücksbesitzer ihre Daten angeben. Main-Tauber-Kreis mit überdurchschnittlicher Rücklaufquote

Von 
Simon Retzbach
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Die Frist für die Grundsteuererklärung läuft am 31. Januar ab. Im Main-Tauber-Kreis liegt die Quote deutlich über dem bundesweiten Durchschnitt. © Jens Büttner/dpa

Main-Tauber-Kreis. Ein zweites Mal soll sie nicht mehr geschoben werden: Nachdem die Rücklaufquote für die neue Grundsteuererklärung zum ursprünglich geplanten Termin Ende Oktober 2022 noch so gering war, dass man die Frist um drei Monate verlängerte, ist zum Monatsende endgültig Schluss.

Doch so richtig viel Schwung scheint in der dreimonatigen „Gnadenfrist“ nicht entstanden zu sein: Aus mehreren Bundesländern werden im Januar Quoten um etwa 50 Prozent gemeldet, oft hat also nur etwa die Hälfte der auskunftspflichtigen Grundbesitzer die Daten an das Finanzamt weitergeleitet.

Da passt die neueste Meldung der FAZ nur zu gut ins Bild: Auch der Bund schafft es nicht, die Erklärungen für seine rund 26 000 Liegenschaften fristgerecht an die Behörden zu liefern. Diese sind zwar in den meisten Fällen ohnehin von der Grundsteuer befreit, die symbolische Wirkung ist trotzdem nicht zu unterschätzen.

Doch wie ist die Lage im Main-Tauber-Kreis? Die Fränkischen Nachrichten haben hierzu beim zuständigen Finanzamt Tauberbischofsheim nachgefragt. Die insgesamt 205 Beschäftigten sind für rund 130 000 Bürger im Main-Tauber-Kreis zuständig.

Überdurchschnittlicher Rücklauf

„Die Quote war im Finanzamtsbezirk Tauberbischofsheim (mit Bad Mergentheim) am 17. Januar bei zirka 60 Prozent“, teilt Dr. Simon Veser, Vorsteher des Finanzamts, mit. Ein deutlich überdurchschnittlicher Wert vor dem Hintergrund bundesweit schwacher Quoten.

Dabei ließ man es auch im Kreis anfangs eher gemächlich angehen, nichtmal ein Viertel (23 Prozent) der betroffenen Grundbesitzer hatte zum ersten Stichtag am 31. Oktober die erforderlichen Daten nach Tauberbischofsheim geschickt.

Das Finanzamt hatte in der Vergangenheit sechs Informationsveranstaltungen zum Thema der Grundsteuererklärung angeboten. Die Veranstaltungen seien laut Vorsteher Veser mit durchschnittlich 100 Personen pro Veranstaltung gut aufgenommen worden.

Neben der Erläuterung zur Registrierung bei Elster und der Demonstration von typischen Grundsteuerwert-Feststellungserklärungen bestand im Anschluss Gelegenheit für individuelle Fragen. Auch eine Ausfüllhilfe und ein dreimal wöchentlich erreichbares Servicetelefon unterstützen bei der korrekten Angabe.

So aufgestellt zieht Simon Veser ein positives Fazit: „Die Erklärungsquote beim Finanzamt Tauberbischofsheim ist gut“. Auch die enorme Mehrbelastung bewältige das Personal des Finanzamts mit großem Engagement.

Verschiedene Zeitungen hatten berichtet, dass der Mehraufwand mancherorts zu einem „Kollaps“ der Finanzverwaltung führe. Hier ist das lokale Finanzamt scheinbar verhältnismäßig gut aufgestellt.

Sehr viele Anrufe

„Dennoch führt der Umstand, dass im Januar zum einen die Frist für die Grundvermögen-Erklärungen endet, zum anderen die Informationsschreiben für die land- und forstwirtschaftlich genutzten Grundstücke versendet worden sind, für sehr viele Anrufe, die sich zum Teil in einer Warteschleife sammeln“, erklärt der Amtsvorsteher die aktuelle Situation.

Allzu schnell dürfte sich an dieser Situation allerdings nichts ändern, die noch fehlenden 40 Prozent der Grundsteuererklärungen werden auch über den Januar hinaus noch für Mehraufwand sorgen.

Nach dem Fristende werden die Finanzämter zwar noch ein Erinnerungsschreiben an diejenigen ohne Erklärung verschicken, heißt es vom Finanzministerium. Dies sei allerdings keine Fristverlängerung. Spätestens dann sollten versäumte Erklärungen deshalb unverzüglich nachgeholt werden. Andernfalls kann es zu Verspätungszuschlägen und einer Schätzung des Steuerwertes durch das Finanzamt kommen. Aufgrund knapper Zeit für die weitere Bearbeitung und Umsetzung ist eine erneute Fristverlängerung keinesfalls möglich.

Redaktion