Bundesteilhabegesetz - Aufwendiger Paradigmenwechsel

Jeden Menschen individuell sehen

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hvb
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Die Umsetzung des Bundesteilhabegesetzes ist eine echte Mammutaufgabe und bis zum Jahresende – wie vorgesehen – kaum zu schaffen. © dpa

Main-Tauber-Kreis. Es ist ein Paradigmenwechsel und eine Sisyphosarbeit, die mit dem Ende 2016 verabschiedeten Bundesteilhabegesetz einhergehen. Die Eingliederungshilfe, deren Fallzahlen auch im Main-Tauber-Kreis stetig steigen, ist künftig keine Fürsorgeleistung mehr, sondern soll Menschen mit Beeinträchtigungen eine volle, wirksame und gleichberechtigte Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ermöglichen und sichern. Dabei ist der individuelle Bedarf maßgeblich.

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Sozialdezernentin Elisabeth Krug erläuterte den Sachstand im Main-Tauber-Kreis. Der Landesrahmenvertrag trat zum Jahresbeginn in Kraft. Danach müssen Leistungen notwendig und zweckmäßig sein sowie wirtschaftlich und bedarfsgerecht erbracht werden und sich an der jeweiligen Person und ihrem Bedarf orientieren. Da einige Punkte aber nicht ausgehandelt seien, könne der Vertrag noch nicht abschließend bewertet werden.

Klar sei aber, dass es Mehrkosten geben werde, so Krug. Gründe seinen die Einführung von Personalschlüsseln in den Werkstätten, die Umsetzung des personenzentrierten Ansatzes, die Erhöhung des Personals in der Verwaltung durch die individuelle Bedarfserhebung sowie die alle zwei Jahre notwendige Aktualisierung der Gesamtplanung.

Für die Umstellung sind für die Jahre 2017 bis 2019 knapp 467 000 Euro vom Land eingegangen, für 2020 waren es rund 713 000 Euro und für das laufende Jahr rechnet der Landkreis mit 670 000 Euro. Welche Kosten ohnehin anfallen würden und wie hoch die Mehrkosten werden, müsse in den kommenden Jahren durchexerziert werden, so Elisabeth Krug. hvb

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