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Pro und Kontra

„Homeoffice” beibehalten oder zurück ins Büro?

Arbeiten von Zuhause: Das meinen zwei Redakteure der Fränkischen Nachrichten zu diesem Thema

Von 
Nicola Beier und Michael Fürst
Lesedauer: 
Während der Corona-Pandemie wurde „Homeoffice“ in vielen Firmen eingeführt. Mit der „Bundes-Notbremse“ kam sogar die Pflicht, den Mitarbeitern mobiles Arbeiten zu ermöglichen. Auf der einen Seite gut, um Kontakte und damit das Ansteckungsrisiko zu minimieren. Auf der anderen Seite stört es den Arbeitsfluss und die Kommunikation.

Pro

Wenn man mir vor rund eineinhalb Jahren gesagt hätte, dass die Fränkischen Nachrichten auch aus dem heimischen Wohnzimmer entstehen können, dann hätte ich sicher gelacht. Niemals hätte ich mir vorstellen können, dass jeder Redakteur für sich alleine an seinen Zeitungsseiten bastelt. Doch die Corona-Pandemie hat mich eines Besseren belehrt.

Natürlich steht die Gesundheit der Kollegen an oberster Stelle und das reduzieren von Kontakten war und ist nach wie vor sehr wichtig. Wer weiß denn schon, was mit der Delta-Variante passiert? Alleine deswegen ist „Homeoffice“ aktuell nicht wegzudenken.

Dazu kommt, dass ich rund 30 Minuten ins Büro fahre. Zeit, die ich mir mit dem Arbeiten von Zuhause einspare. Also gewinne ich rund eine Stunde pro Tag, die ich in andere Dinge, beispielsweise Freizeitaktivitäten, investieren kann – Ausschlafen klappt aber auch viel besser, wenn der Schreibtisch nur einen Raum weiter steht. Hinzu kommen die reduzierten Spritkosten, die eine klare Sprache sprechen.

Zuhause arbeite ich auch konzentrierter als im Büro. Das merke ich vor allem, wenn ich zu Themen recherchiere oder an komplizierteren Artikeln sitze. Wenn das Telefon des Kollegen nicht klingelt und mal niemand einfach so ins Büro kommt, um sich mit dir über die letzten Fußballergebnisse zu unterhalten, schreibt es sich gleich viel zügiger. So kann ich am Tag entspannter mehr Punkte von meiner „To-Do-Liste“ abarbeiten, als am eigentlichen Arbeitsplatz. Zuletzt muss ich sagen, dass es für den Arbeitgeber auch gewisse Vorteile hat, wenn die Mitarbeiter mobil arbeiten. Kosten für den Arbeitsplatz und die Ausstattungen fallen weg. Ebenso sinken Stromkosten und andere Leistungen, wie der Zuschuss zu Fahrten.

 

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Kontra

Wenn ich anrufe, nimmt keiner ab. Wenn ich einen Chat schicke, kommt ewig keine Antwort. Dabei brauche ich doch nur eine ganz kurze Information meines Mitarbeiters, um „an einer Sache“ konsequent weiterarbeiten zu können. Solch eine Szene hat sich in den vergangenen Corona-Monaten zigfach zugetragen, und sie zeigt exemplarisch, dass Zeitung machen von daheim aus zwar funktionieren kann, aber dass es die Produktion deutlich erschwert. Diese Erfahrung haben auch Angestellte anderer Branchen gemacht.

Klar: Während der „Hochzeit der Pandemie“ war „Homeoffice“ ein effizientes Mittel, die Verbreitung des Corona-Virus zu verlangsamen – und deshalb auch gut und allseits akzeptiert. Nun aber, da fast alle Kollegen geimpft sind, weil „systemrelevant“, sollte man das „Homeoffic“ zwar nicht abschaffen, aber dennoch deutlich einschränken. Eine Redaktion ist ein Ort der Kommunikation, ein Kreativ-Zentrum, eine Ideenfabrik. Themen und Texte entstehen oft aus Gesprächen – und zwar nicht per Video, sondern von Angesicht zu Angesicht. Und die Tagesproduktion ist auch leichter, wenn man mal „geschwind“ was über den Schreibtisch oder über den Gang zurufen kann.

Doch nicht nur „Zeitungsmacher“ profitieren von Kommunikation und Teamgeist; es ist doch in allen Unternehmen so, dass das „Wir“ die größte Erfolgssäule einer Firma ist. Wenn jetzt aber das „Wir“, in „die daheim“ und in „die im Büro“ zerschlagen wird, dann leidet unweigerlich der Erfolg des Betriebs.

Aber auch aus Sicht der „Homeofficer“ hat das Daheim-Arbeit nicht nur vorteile. Privates und Berufliches verschwimmen – bewusst oder unbewusst. Mal schnell die Wäsche während der Arbeitszeit aufhängen – auf solch eine Idee würde man im Büro sicher nicht kommen. . .

 

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