Kreistagswahl Main-Tauber - Neu im Gremium sind die Alternative für Deutschland mit drei Sitzen und die Bürgerliste Wertheim mit einem Sitz / CDU verliert rund zehn Prozent Herrera Torrez mit mehr als 14 000 Stimmen

Von 
Heike von Brandenstein
Lesedauer: 
Michael Haas im Wahlstress, der Leiter des Kommunal- und Rechnungsamtes des Main-Tauber-Kreises und sein Team hatten alle Hände voll zu tun. © v. Brandenstein

Ein Minus von zehn Prozent für die CDU, ein kleiner Aufwind mit 3,5 Prozent für die Grünen, kein Erdrusch für die SPD, ad hoc sechs Prozent für die AfD: Das ist die Kernbotschaft der Kreistagswahl.

AdUnit urban-intext1

Main-Tauber-Kreis. Die Bürger des Main-Tauber-Kreises sind keineswegs politikmüde. Das allein zeigt schon die Wahlbeteiligung bei den Kreistagswahlen, die im Vergleich zu 2014 um 5,4 Prozent auf nunmehr 60,7 Prozent geklettert ist. Einen nie dagewesenen Stimmenkönig mit Markus Herrera-Torrez gibt es zudem.

Mit 14 065 Stimmen dürfte er einen historischen Spitzenplatz einnehmen und hat damit den Rückenwind aus der Wertheimer Oberbürgermeisterwahl mitgenommen.

Seit 15 Jahren ist damit nach dem damaligen Bürgermeister von Lauda-Königshofen, Otmar Heirich, wieder ein Stadtoberhaupt in der Kreistags- fraktion der SPD. Von Vorteil dürfte das durchaus sein, denn als Mitglied der Bürgermeisterrunde, in der durchaus Politik gemacht und Weichen gestellt werden, dürfte dieser Informationsvorsprung durchaus nützlich für eine konstruktive Arbeit im Gremium sein.

AdUnit urban-intext2

Hat die SPD – nicht zuletzt durch den Rückenwind aus Wertheim – etwas mehr als ein Prozent – und das entgegen dem Bundestrend – zugelegt und einen Sitz mehr, jetzt zehn, ergattert, heißt der große Verlierer CDU. Denn zehn Prozent Minus sind schon ein herber Verlust. Statt über 23 Sitze verfügen die Christdemokraten nunmehr nur noch über 17 Plätze.

Zu vermuten ist, dass etliche der Stimmen an die AfD gegangen seien könnten, die aus dem Stand heraus auf sechs Prozent kommt und drei Sitze im Kreistag für sich beansprucht. Manch einer hatte im Vorfeld mit einem noch besseren Ergebnis für die Blauen gerechnet.

AdUnit urban-intext3

Leicht zugelegt – aber eben nicht so viel wie in Europa – haben auch die Bündnisgrünen. Mit einem Plus von vier Prozent verfügen sie mit fünf Sitzen über einen mehr als im vorherigen Kreisparlament. Den Freien Demokraten verbleiben trotz eines geringen Zuwachses zwei Sitze.

AdUnit urban-intext4

Auch die Freien Wähler, zu denen auch Hubert Sadowski von den Freien Bürgern Wertheims gezählt werden darf, haben einen Sitz hinzugewonnen und stellen nun zehn Kreisräte.

Rolf Grüning bleibt der einzige vertreter der Partei Die Linke. Erstmals ist die gerade mal vor ein paar Monaten gegründete Bürgerliste Wertheim mit dabei. Mit 1,4 Prozent erhielt das Ausgleichsmandat für diese Gruppierung Stefan Kempf. Einen Vertreter mehr als in der Legislaturperiode zuvor stellt die Riege dere Bürgermeister. 16 Stadtoberhäupter gehören dem Gremium an – davon neun in der CDU, sechs bei den Freien Wählern und eben der eine bei der SPD.

Da Lauda-Königshofens Bürgermeister Thomas Maertens nicht noch einmal kandidierte und Creglingens Bürgermeister Uwe Hehn zu wenig Stimmen auf sich vereinen konnte, werden diese Kommune eben nicht durch ihren jeweiligen „Spitzenbürger“ im Kreistag repräsentiert.

Auch wenn sich das Gremium nicht entscheidend verjüngt hat, ist mit Marco Hess ein kommunalpolitisch bereits erfahrener, aber durchaus erfrischend junger Mann für die CDU in den Kreistag gerückt.

Überhaupt gibt es etliche neue Gesichter, mit deren Ideen die Sacharbeit neuen Schwung erhalten kann.

Für viele interessant wird sicher die Zusammenarbeit mit der Alternative für Deutschland werden. Wie wird sich die von vielen eher skeptisch beäugte Partei in das kommunalpolitische Geschehen einbringen, welche Schwerpunkte setzen und welche politische Kultur pflegen, lautet das Fragezeichen. Nicht nur die alten Hasen dürften gespannt sein, sondern auch die Bürger bei dieser kommunalpolitischen Premiere im Main-Tauber-Kreis.

Redaktion Zuständig für die Kreisberichterstattung Main-Tauber