Wahlkampf - Anton Mattmüller im Video-Talk mit Professor Dr. Martina Klärle Große Potenziale für den Klimaschutz im Main-Tauber-Kreis

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Main-Tauber-Kreis. Wie Klimaschutz als Chance für die Region begriffen werden kann, stand im Mittelpunkt eines Video-Talks zwischen SPD Landtagskandidat Anton Mattmüller und Professor Dr.Martina Klärle. Die in Schäftersheim lebende Direktorin für Forschung in Bauen und Wohnen an der Frankfurt University of Applied Sciences hat 2017 das Klimaschutzkonzept für den Main-Tauber-Kreis erstellt.

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„Der Main-Tauber-Kreis hat das Potenzial dazu, der grüne Energiemotor im Land zu werden. Abgesehen vom Hohenlohekreis gibt es nirgendwo anders so gute Voraussetzungen dafür wie hier“, so Klärle. Grund die guten Voraussetzungen seien die große Fläche, die relativ geringe Einwohnerdichte, hohe Windhöffigkeit, großes Solarpotenzial durch die Höhenlagen, viel Wald und landwirtschaftliche Flächen für die Biomasse. „Wir müssen dankbar sein, dass wir die Potenziale haben. Die zugehörige Wertschöpfungskette ist ein Wirtschaftsmotor für die Region.“ Dafür müssten die Anlagen durch regionale Unternehmen gebaut werden. „Klimaschutz bedeutet gleichzeitig auch eine Geldeinnahme. Noch nie lagen zwei Prioritäten so nah beieinander“, begründet Klärle.

Dass mehr Arbeitsplätze, aber auch die Attraktivität durch eine verbesserte Mobilität für den Main-Tauber-Kreis Gold wert seien, ergänzte Anton Mattmüller. Hier verwies Klärle auf die Zahlen: Regenerative Energie in privaten Haushalten habe 30 Prozent Energie eingespart, in Unternehmen seien es 20 Prozent. Auch der öffentliche Energiesektor habe sich bewegt. Nur bei der Mobilität liege die bisherige Energieersparnis unter einem Prozent. Beide Talkpartner waren sich einig, dass dort dringender Aufholbedarf besteht.

Die in Frankfurt lehrende Professorin gab mit dem Projekt „Smarte Karre“ in Schäftersheim ein Praxisbeispiel. Dabei handelt es sich um ein Car-Sharing Modell. Gemeinsam mit einem Start Up wurde hier eine App entwickelt, über die man Fahrer für Arztfahrten oder das Aufschließen für eigene Fahrten abwickeln könne. Das Modell werde mittlerweile von 40 Familien genutzt. Klärle betonte: „Das ist gelebte Nachbarschaftshilfe und kein Profitunternehmen.“

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Auf Mattmüllers Frage, welcheProjekte im Kreis angegangen werden sollten, positionierte sich Klärle klar: „Wir brauchen 200 bis 300, auch größere Windräder.“ Wie dafür Akzeptanz in der Bevölkerung geschaffen werden sollte, wollte Mattmüller wissen. Klärle: „Heute lieben wir unsere Weinberge, früher galten sie als Landschaftsverschandelung. Gleiches gilt für Straßen. Ich glaube fest daran, dass auch Windräder in Zukunft anders wahrgenommen werden.“

Ein anderen wichtigen Punkt nannte der Landtagskandidat Photovoltaikanlagen. Klärle hierzu: „Wir könnten unseren ganzen Energievebrauch im Kreis decken, wenn wir nur auf 20 Prozent der Dächer PV-Anlagen hätten.“ „Wir fordern eine PV-Pflicht auf Neubauten, weil davon nicht nur die Umwelt, sondern auch der Geldbeutel der Bürger profitiert, indem er sogar Strom verkaufen kann.“ Klärle zeigte sich sicher, dass aktiver Klimaschutz im Main-Tauber-Kreis fruchtet: Wenn jeder bei uns etwas tut, entsteht ein unheimlich großes Kraftwerk.“